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Kommentar zum Weg aus der Corona-Krise: Eigene Verantwortung

Kommentar zum Weg aus der Corona-Krise : Eigene Verantwortung

Dass wir uns gerade alle nach Normalität sehnen, ist nicht zu bestreiten. Doch: Zurück zum Alltag schaffen wir es Schritt für Schritt nur gemeinsam. Und zwar mit Vernunft und kalkulierten Risiken, findet unsere Autorin.

Keine Frage, wir alle sehnen uns nach Normalität. Die seit vielen Wochen geltenden Corona-Einschränkungen beeinträchtigen im besten Falle nur die Lebensfreude. Bei anderen leidet inzwischen das Nervenkostüm, wie zum Beispiel bei Eltern von Schulausfall oder Kita-Schließung betroffener Kinder und deren Sprösslingen. Im schlimmsten Fall geht es um die wirtschaftliche Lebensgrundlage oder sogar ums Überleben.

Diese große Risikospanne und die unüberschaubare Zahl der möglichen Einzelschicksale sollte jeder im Hinterkopf haben, wenn er die Einschränkungen in Frage stellt. Politische Entscheidungen und die Expertise von Virologen können am Ende den gesunden Menschenverstand und das Verantwortungsgefühl nicht ersetzen. Haltungen sind gefragt, nicht Verschwörungstheorien, wenn es darum geht, einen gesunden Weg durch das Dickicht der politischen Vorstöße und die Aufgeregtheit der öffentlichen Diskussion zu finden.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Blick auf die Fakten? Da mehren sich gerade die Meldungen über neue Infektionsherde in einer Frankfurter Baptistengemeinde, in einem Restaurant im ostfriesischen Kreis Leer oder in einem niederländischen Schlachthof nahe der deutschen Grenze. Da liegt der  Verdacht nahe, dass größere Menschenmengen auf engem Raum, bei denen es womöglich mit den Vorsichtsmaßnahmen wie Distanz halten und Maske tragen nicht so genau genommen wird, die Verbreitung des Virus wieder anheizen.

Nur mit Vernunft und kalkulierten Risiken können wir gemeinsam daran arbeiten, uns Schritt für Schritt wieder ein Maß an Normalität zu erarbeiten. Nur dann können wir uns womöglich auf Sommerferien in Deutschland oder Nachbarländern  freuen. Und später noch auf mehr Normalität.