Kommentar zum Windpark Meckenheim/Rheinbach : Viel Wind um vier Meter

Ein Investor aus dem Ruhrgebiet möchte drei Windräder zwischen Meckenheim und Rheinbach bauen. Die Stadt Rheinbach hat Fehler in den eingereichten Unterlagen gefunden. GA-Redakteur Mario Quadt hat Zweifel, ob der Windpark auch unter geänderten Voraussetzungen realisiert wird.

Das Vorhaben der Firma Wind Works Development zwischen Meckenheim und Rheinbach drei Windräder zu bauen, dürfte bis auf Weiteres auf Eis liegen. Grund: Aus den vorgelegten Unterlagen der möglichen Windparkbetreiber geht nach Ansicht der Rheinbacher Stadtverwaltung hervor, dass die Flügel eines Windrades auf Rheinbacher Gebiet aus der ausdrücklich für Windkraftanlagen ausgewiesenen Konzentrationszone hinausragt.

Klar ist: An die Begrenzungen der Konzentrationsfläche werden die beiden Städte nicht noch einmal Hand anlegen. Der Aufwand für die Bebauungspläne beider Kommunen vor mehr als vier Jahren war immens. 1000 Seiten hatten die Entscheidungsträger beider Städte zur Lektüre vorliegen, mehr als 80 Eingaben von Bürgern, Institutionen und Unternehmen galt es abzuwägen. Zwar ist es das erklärte Ziel beider Kommunen, den Bau von Windkraftanlagen in diesem Gebiet – und ausdrücklich nur in diesem Gebiet – möglich zu machen. Dass Meckenheim und Rheinbach dafür aber noch mal die Bebauungsplanverfahren aufrollen, ist mehr als unwahrscheinlich.

Somit bliebe dem Investor noch die Option, das nach derzeitigem Stand nicht genehmigungsfähige Windrad um vier Meter zu versetzen. Allerdings bestünde dann wohl die Notwendigkeit, dass alle bereits erstellten Berechnungen und Gutachten, etwa zum möglichen Schattenwurf, den Geräuschen der Anlagen bei Tag und bei Nacht, neu erstellt werden müssten. Mehr als fraglich erscheint, dass das Unternehmen diesen Aufwand auf sich nehmen wird. Und en Windpark mit bloß noch zwei Rädern dürfte für die Betreiber auch keine Option sein.