1. Meinung
  2. Kommentare

Kommentar zur Bonner Kripo: Ernste Situation

Kommentar zur Bonner Kripo : Ernste Situation

Die Situation bei der Bonner Kriminalpolizei ist sehr ernst. Und es scheint kaum Mittel zu geben, um den Zustand kurzfristig zu verbessern, meint unsere Redakteurin Ayla Jacob.

Es ist alarmierend: Die Bonner Kripo im Allgemeinen und einzelne Kommissariate im Besonderen sind so überlastet, dass sie kaum noch arbeitsfähig sind. Wenn nicht nur die Gewerkschaften, sondern auch die Behörde von einem „grenzwertigen Niveau“ der Arbeitsbelastung spricht, muss die Situation ernst sein. Sehr ernst.

Denn es scheint kaum ein Mittel zu geben, um den Zustand kurzfristig zu verbessern. Auf die Behörde rollt eine Pensionierungswelle zu. Bis 2022 gehen insgesamt 223 Mitarbeiter. Ob die Zahl der Neueinstellungen ausreicht, sämtliche Lücken zu füllen, ist noch offen. Ein Grund ist die hohe Durchfallquote bei den Kommissaranwärtern.

Dass die schwarz-gelbe Landesregierung die Einstellungszahlen immer weiter erhöht hat, und zwar auf zuletzt 2500 pro Jahr, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch das kann noch nicht das Ende sein. Zum einen sind die positiven Auswirkungen eines Mehr an jungen Beamten erst spürbar, wenn diese ihre dreijährige Ausbildung hinter sich gebracht und bestanden haben. Zum anderen braucht es stetig mehr Personal, um die gleiche Leistung wie bisher zu erbringen. Denn die Anforderungen an die Ermittlungsarbeit werden weiter wachsen. So zum Beispiel in der Auswertung digitaler Daten oder in der erkennungsdienstlichen Erfassung von Verdächtigen. Die Folge sind mehr Stress, mehr Druck und weniger Ruhephasen.

Daher ist es unerlässlich, dass die Politik den einmal eingeschlagenen Weg auch nach der Wahl konsequent weitergeht. Neue Beamte müssen weiterhin nach Bonn geschickt, das Personal muss in jedem Bereich kontinuierlich aufgestockt werden. Nur so ist es möglich, dass die Kommissariate arbeitsfähig bleiben. Dass die Wachen neben den Notrufen und täglichen Einsätzen auch Präsenz auf der Straße zeigen können. Nur so bleibt die Polizei handlungsfähig – und in der Lage, weiterhin für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen.