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Kommentar zur Fusion von Sprint und T-Mobile US: Die Arbeit beginnt erst

Kommentar zur Fusion von Sprint und T-Mobile US : Die Arbeit beginnt erst

Für die Telekom geht es um viel: Mehr als die Hälfte seines Umsatzes erwirtschaftet der Netzbetreiber in den Vereinigten Staaten. Am Erfolg der US-Tochter hängt auch der Erfolg des Konzerns, meint unsere Autorin.

Zwei Jahre Hängepartie haben ein Ende: Für die Deutsche Telekom und ihre US-Tochter T-Mobile US ist es ein wichtiger Schritt, dass die kartellrechtlichen Probleme bei der Fusion mit Sprint jetzt aus dem Weg geräumt sind. Der Zusammenschluss war bereits im April 2018 vereinbart worden, doch durch lange Genehmigungsverfahren und den Prozess konnten die Unternehmen bislang nichts von ihren Plänen umsetzen. Auf den schnelllebigen Telekommunikationsmärkten sind zwei Jahre eine halbe Ewigkeit. Die nächste Technikgeneration steht dann schon vor der Tür.

Im harten Konkurrenzkampf gegen die Marktführer Verizon und AT&T kann das fusionierte Unternehmen aber nur durch eigene Investitionen bestehen. Der Ausbau des 5G-Netzes in der großen Fläche der USA verschlingt Milliarden. Jetzt kann das Unternehmen viel sicherer planen.

Die Telekom-Tochter ist jetzt nicht mehr so stark zwischen den verhärteten Parteilinien gefangen. Alle klagenden Staatsanwälte gehören den Demokraten an. Es wäre ihnen eine Genugtuung gewesen, eine von der republikanischen Regierung genehmigte Fusion zu durchkreuzen. Je näher die nächsten Präsidentschaftswahlen im November rücken, desto stärker spielen parteipolitische Interessen eine Rolle.

Für die Telekom geht es um viel: Mehr als die Hälfte seines Umsatzes erwirtschaftet der Netzbetreiber in den Vereinigten Staaten. Am Erfolg der US-Tochter hängt auch der Erfolg des Konzerns. Die Fusion gibt es allerdings nicht zum Nulltarif. T-Mobile hat schon angekündigt, dass die Gewinne weniger stark wachsen werden. Das wird auch die deutsche Muttergesellschaft zu spüren bekommen.

Außerdem gilt: Fusionen sind natürlich immer mit einem hohen Risiko behaftet. Studien haben ergeben: Mehr als die Hälfte der Firmenzusammenschlüsse hält nicht das, was die Beteiligten sich im Vorfeld davon versprechen. Manchmal passt die Unternehmenskultur nicht zusammen, manchmal lassen sich Geschäftsprozesse, etwa bei der Entwicklung neuer Produkte oder beim Kundenmanagement, nicht schnell genug vereinheitlichen. Nach dem Ende des Gerichtsverfahrens geht die Arbeit nun erst richtig los.