Am Hermann-Wandersleb-Ring: Stadtrat lehnt eine Umweltspur in Bonn ab

Am Hermann-Wandersleb-Ring : Stadtrat lehnt eine Umweltspur in Bonn ab

Der Rat lehnt eine Umweltspur am Hermann-Wandersleb-Ring ab. In seiner Sitzung am Donnerstagabend hat er zudem eine Neuauflage des Klima-Leitbilds verabschiedet. Unter anderem soll der „motorisierte Individualverkehr“ verringert werden.

Im Bonner Westen wird es keinen Test einer Umweltspur für Busse und Fahrradfahrer auf dem Hermann-Wandersleb-Ring geben. Der Stadtrat lehnte in seiner Sitzung am Donnerstagabend mit Mehrheit von CDU, FDP, der Allianz für Bonn sowie den Stimmen von Marcel Schmitt und Johannes Schott vom BBB und Sebastian Kelm, Mitglied der Sozialliberalen, einen entsprechenden Vorschlag der Verwaltung ab.

Oberbürgermeister Ashok Sridharan enthielt sich als einziger der Stimme. Sein Argument: Die Verwaltung habe ursprünglich auch die Endenicher Straße für den Testlauf vorgeschlagen, den hatte der Rat indes zuvor vertagt. Für Sridharan wäre es deshalb konsequent gewesen, die Ratsmitglieder hätten das gesamte Umweltspuren-Paket vertagt.

Erneuerung des Klimaleitbilds

Außerdem soll der Umweltverbund soll in Bonn gestärkt werden, um den Anteil des „motorisierten Individualverkehrs“ zu reduzieren. Dazu sollen die Bedingungen für den öffentlichen Nahverkehr sowie Fußgänger- und Radverkehr verbessert werden. Auch soll die Elektromobilität und andere neue Mobilitätsformen, die zur Erreichung der Klimaziele beitragen können, gefördert werden. Das steht in der Neuauflage des Leitbillds zum Klimaschutz.

2008 hatte der Rat erstmals dieses Leitbild zum Klimaschutz beschlossen. In seiner Sitzung am Donnerstagabend hat das Gremium eine Neuauflage des Leitbilds vor dem Hintergrund des Klimawandels und der UN-Klimarahmenkonvention mit Mehrheit gegen den Bürger Bund Bonn und AfB (Allianz für Bonn) sowie bei Enthaltung von FDP und Linke verabschiedet.

Leitbild der „Klimaschutz und Klimaanpassung“

Das neue Leitbild der Stadt Bonn „Klimaschutz und Klimaanpassung“ soll nun diesen Entwicklungen Rechnung tragen und sich zum globalen 1,5 Grad Celsius-Ziel bekennen. Zudem werden in dem Bonner Leitbild eigene Handlungsansätze und Leitlinien zur Zielerreichung für die Stadt formuliert: Die Treibhausgasemissionen in Bonn werden bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert.

Die Überprüfung der Entwicklung erfolgt über ein zweijährliches Monitoring. Bis zum Jahr 2035 wird eine CO2-neutrale Gesellschaft angestrebt, die Stadt will also klimaneutral werden: Um dieses Ziel zu erreichen, will die Stadt unter anderem in der Beschaffung, der Beauftragung von Dienstleistungen und dem Bau und der Unterhaltung von Gebäuden und Infrastrukturen grundsätzlich auf die Einhaltung des Klimaschutzes achten.

Zudem will sie energieeffizientes Bauen und Sanieren durch Beratung und Information sowie verbindliche Vorgaben im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten stärker fördern.