Marktplatz Bonn: Bürgerfest zum Tag der Vereinten Nationen

Bonner Marktplatz : So war das Fest zum Tag der Vereinten Nationen in Bonn

Unter dem Motto "Leaving no one behind" - Niemanden zurücklassen - fand am Samstag in Bonn das Bürgerfest zum Tag der Vereinten Nationen statt. Auf dem Marktplatz standen Infozelte, um sich über die Arbeit der 21 in Bonn ansässigen UN-Organisationen zu informieren.

Eine Organisation der Vereinten Nationen mit dem Namen UN-Spider - das hört sich spannend an. Am Infostand von UN-Spider im großen Zelt, das am Tag der Vereinten Nationen auf dem Marktplatz aufgebaut worden war, klärte Radu Nikolaus Botez auf: Nein, es gehe nicht um Spinnen, sehr wohl aber um ein Netz. Man vernetzt Satelliten in der Erdumlaufbahn, um Informationen über Naturkatastrophen zu sammeln, auszuwerten und Ländern zur Verfügung zu stellen, etwa Hochwasserkartierung und Erdbebengebiete. "Wir arbeiten auch mit afrikanischen Staaten zusammen", so Botez. "Das ist der Fokus des Bonner Büros."

Er musste laut reden, damit man ihn verstehen konnte, denn es herrschte viel Betrieb in dem Zelt. An allen Ständen wollten am Samstag die Besucher mehr über die Arbeit der UN in Bonn erfahren. Was machen die Volonteers, also die Freiwilligen? Wie werden Fledermäuse geschützt? Mit welchen Maßnahmen kann man die Schäden nach Naturkatastrophen reduzieren? Auf all diese Fragen erhielten die Besucher natürlich auch Antworten. So erfuhren sie, was es alles auf dem UN-Campus gibt. "Es ist schön, dass wir mit der Bevölkerung in den Austausch kommen", meinte Raduz. "Wir sind ein Nischenfach und können zeigen, wofür es nützlich ist."

Das gilt für die meisten Büros der Vereinten Nationen. Neu in Bonn ist das UN-Büro One HR. Ein Büro, das eigentlich eher hinter den Kulissen tätig ist: "Wir sind ein globales Servicecenter für die Personalverwaltung", erklärte Sascha Strobel. Zuständig ist One HR etwa dafür, dass der Verdienst der UN-Mitarbeiter, die man in unterschiedlichen Ländern rekrutiert, an die Gehaltsbedingungen ihrer jeweiligen Herkunftsländer angepasst wird. Voriges Jahr im September ist das Büro von Bangkok nach Bonn umgezogen. Unermüdlich stand Strobel den Besuchern Rede und Antwort. "Viele Leute fragen mich auch, wo sie einen Job bei den Vereinten Nationen bekommen." Dafür, so Strobel, sei er aber nicht zuständig, er verweise dann auf das Karriereportal der UN.

Seit 25 Jahren gibt es die UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD). Es gebe in vielen Ländern Erfolge, sagte Yukie Hori vom Bonner Sekretariat. 120 Länder haben das rechtlich bindende internationale Abkommen unterzeichnet und jeweils eigene Ziele dazu entwickelt. Es geht nicht darum, Trockenlandschaften wieder aufzuforsten, sondern darum, verantwortlich mit diesen Ökosystemen umzugehen. Es gebe viel Interesse bei den Besuchern, sagte Hori. "Der UN-Tag bietet eine gute Möglichkeit, sich bekannter zu machen."

Auch viele Nichtregierungsorganisationen - sogenannte NGO - stellten sich den Besuchern vor. Bei der Welthungerhilfe zum Beispiel galt es, ein großes Afrika-Puzzle zusammenzusetzen - nicht nur für Kinder eine Herausforderung. Die Bundesregierung war mit dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vor Ort und zeigte einen 360-Grad-Film zu den Folgen des Klimawandels auf Madagaska. Wer den Film gucken wollte, musste eine spezielle Brille aufsetzen.

Am Stand der UN-Flüchtlingshilfe konnte man ein Zelt besichtigen, in dem normalerweise eine fünfköpfige Flüchtlingsfamilie untergebracht ist. Und die Mitarbeiter machten mit Comedian Dave Davis Werbung für die Aktion "Zwei Milliarden Kilometer Richtung Schutz".

Vor dem Alten Rathaus gab es ein Bühnenprogramm mit der Band UNbearables der Vereinten Nationen, afrikanischen Clowns, der BAP-Coverband MAM und Kinderzauberer Mecki.

Dort hatte Oberbürgermeister Ashok Sridharan das Fest zusammen mit Shyamal Majumdar, Leiter des internationalen Zentrums für Berufsbildung der UN, eröffnet. Bonn sei UN-Stadt, "weil hier viele nette und farbenfrohe Menschen sind", sagte Majumdar. Sridharan lud die Besucher ein, sich zu informieren, aber auch den Austausch zu suchen: Gute Ideen für ein nachhaltigeres Leben würden gerne aufgenommen, sagte der Oberbürgermeister.

Mehr von GA BONN