Bonn: Retter nach Brand am Weiher’s Eck mit Preis ausgezeichnet

Bonn : Retter nach Brand am Weiher’s Eck mit Preis ausgezeichnet

Oberbürgermeister Ashok Sridharan verleiht den Jugendpreis für Zivilcourage an Bennet Collin, der bei einem Feuer im Weiher’s Eck Menschen rettete.

Bereits zum dritten Mal hat Oberbürgermeister Ashok Sridharan den von ihm und seiner Frau gestifteten Jugendpreis "Zivilcourage" verliehen. Die Jury überzeugen konnte dieses Jahr der Student Bennet Collin (20). Er erhielt die Auszeichnung für sein aktives Eingreifen beim Brand am Weiher's Eck.

In der Nacht auf den 28. Juni brannte der Dachstuhl des Weiher's Eck an der Max-/Ecke Weiherstraße ab. Während des Unglücks liefen Bennet Collin und seine Freunde durch die Nordstadt und waren so als erste vor Ort. Da die Feuerwehr noch nicht eingetroffen war, entschied sich der Student dazu, selbst aktiv zu werden. "Oben standen zwei Menschen auf der Dachrinne und kamen nicht runter", berichtete Collin.

Die beiden Männer hätten ihm dann zugerufen, dass auf dem Dach des Kiosks nebenan zwei Leitern liegen würden. "Ich habe nicht lange überlegt, ein Freund hat mir auf den Kiosk geholfen, und ich habe anschließend auf dem Dach die beiden Leitern zusammengesteckt", erzählte Collin. Einer der beiden Männer hätte währenddessen versucht selbst vom Dach zu kommen und sei dann zwei Meter tief gefallen. "In dem Moment habe ich einfach nur gehofft, dass ich den anderen noch retten kann", erzählte Collin. "Zum Glück" gelang es ihm, den Mann heil vom Dach zubekommen.

Nach dem Hotelbrand in der Innenstadt begutachtet Hauseigentümer Cemil Okatan den Schaden in der obersten Etage. Foto: Benjamin Westhoff

Als Sridharan von Collins Zivilcourage in der Zeitung las, war er vom Studenten sehr beeindruckt, wie er bei der Preisübergabe erzählte. Immerhin habe der junge Mann "sein Leben in Gefahr gebracht und spontan gehandelt", sagte der Oberbürgermeister. "Das muss gewürdigt werden."

Die Recherche nach dem unbekannten Helden gestaltete sich aufgrund von Datenschutz dann aber sehr schwierig, wie Sridharan berichtete. "Es ist leichter an die Kanzlerin ran zu kommen, als an Collin", sagte er. Der Student erhielt nun 500 Euro Preisgeld. Damit soll die neue gemeinsame Wohnung mit der Freundin finanziert werden, erzählte er. Anlass für den Jugendpreis war der Fall Niklas P. aus Bad Godesberg, der 2016 zusammengeschlagen worden war und später im Krankenhaus an seinen Verletzungen starb.

Der Vorfall habe Sridharan damals so beschäftigt, dass er das couragierte Auftreten junger Bonner mehr fördern wollte. Für die Auswahl der Preisträger haben sich der Oberbürgermeister und seine Frau daher eine achtköpfige Jury aus Kirche, Sportbund und Schule mit ins Boot geholt. Der Preis soll jährlich an Kinder und Jugendliche verliehen werden, die Hilfsbereitschaft und Engagement zeigen, sich einmischen, Streit schlichten und sich für Schwächere einsetzen.

Ausgezeichnet werden kann ein einmaliges und spontanes Handeln oder auch ein längerer persönlicher Einsatz in der Schule, im Verein, in der Gemeinde oder im Jugendzentrum. "Insgesamt wollen wir jährlich drei Preisträger auszeichnen, deshalb bitten wir die Einrichtungen, uns Kandidaten oder Gruppen vorzuschlagen", sagte Kulturamtsleiterin Susanne König.

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