Tag der Feuerwehr auf dem Münsterplatz: Spannende Einblicke in die Arbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst

Tag der Feuerwehr auf dem Münsterplatz : Spannende Einblicke in die Arbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst

Am Samstag haben sich Feuerwehr und Rettungsdienste auf dem Bonner Münsterplatz der Öffentlichkeit vorgestellt und ihre Arbeit präsentiert. Vor Ort konnten die Besucher unter anderem mehrere Einsatzfahrzeuge besichtigen.

Schon die Kleinsten können effektiv gegen die Flammen vorgehen, wenn es sein muss: Beim Tag der Feuerwehr, der am Samstag auf dem Münsterplatz stattfand, durften auch Kinder mal zum Feuerlöscher greifen, um auf einer extra abgesperrten Freifläche einen "Brand" zu löschen. Ein paar kurze Stöße reichten schon dazu. Als einer der Jüngsten nutzte auch der vierjährige Timm Koglin die Gelegenheit, sich als Feuerwehrmann zu empfehlen. "Ich habe zu Hause auch einen Feuerlöscher", sagte er stolz und machte mit den Flammen kurzen Prozess. Zugleich zeigte er sich fasziniert von den zahlreichen Fahrzeugen inklusive eines Feuerwehrboots für Notfälle auf dem Rhein, die auf dem gesamten Areal standen und einen Eindruck davon vermittelten, was den Einsatzkräften von Feuerwehr und Rettungsdiensten im Notfall alles zur Verfügung steht.

Aufklärung stand beim Tag der Feuerwehr im Mittelpunkt: Wie kann man sich im Brandfall selber helfen, bis die Profis eintreffen? Worauf muss man achten, was unterlassen? Die Bedeutung der gesetzlich vorgeschriebenen Brandmelder betonten die Feuerwehrmänner und -frauen ebenso nachdrücklich wie die Verhaltensregeln bei einem Notfall. Im Rahmen einer Übung demonstrierten Feuerwehrleute zudem die Gefahren einer Fettexplosion, bei der ein Einsatz von Wasser katastrophale Folgen haben würde. Dazu kamen Vorführungen in Brandbekämpfung und Reanimation, die immer wieder ein großes Publikum anlockten.

Gleichzeitig wollte die Feuerwehr natürlich auch für ihren Berufsstand werben. "Wir brauchen immer Nachwuchs, doch leider sinken die Bewerberzahlen kontinuierlich", erklärte Brandrat Albert Lehmann, der die Veranstaltung auf dem Münsterplatz organisiert hatte. "Mitte der 90er Jahre hatten wir noch 400 bis 500 Interessenten pro Jahr, heute kommen wir gerade noch auf 100 bis 200. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnten wir in einigen Jahren Probleme bekommen." Daher setze die Feuerwehr inzwischen unter anderem auch auf kombinierbare Ausbildungsberufe. "Wir bieten zum Beispiel eine Ausbildung zum Notfallsanitäter an, die im Anschluss um eine zum Brandmeister ergänzt werden kann. Das erlaubt im Berufsleben große Flexibilität und hat sich bewährt", so Lehmann.

Letztlich ist die Arbeit bei der Feuerwehr aber mehr als ein Beruf - es ist eine Berufung. "Ich bin seit 20 Jahren hauptamtlich dabei und habe noch keinen Tag bereut", erklärte Jörg Krüger, der an einem der Fahrzeuge stand. "Es ist ein extrem vielseitiger Job, der einen immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, die man dann unter Druck im Team bewältigen muss. Das Wichtigste ist aber, dass wir Leben und Existenzen retten. Das kann man nicht hoch genug schätzen." Ärgerlich seien lediglich Menschen, die Feuerwehrleute belehren wollen, gerne auch während eines Einsatzes.

Davon kann auch Simon Neuland von der Freiwilligen Feuerwehr Bonn-Mitte ein Lied singen. "Wenn wir gefragt werden, ob das mit den Sirenen denn unbedingt sein muss oder ob wir nicht während eines Einsatzes mal den Motor abstellen können, ist das schon ärgerlich für uns", sagte er, "oder wenn wir mit Blaulicht unterwegs sind und uns jemand den Mittelfinger zeigt. Das kommt leider häufiger vor, als man allgemein glaubt. Andererseits ist die Dankbarkeit der Bevölkerung nach einem erfolgreichen Einsatz all das wert."

Übrigens können sich schon Kinder in der Feuerwehr engagieren - allerdings erst ab sechs Jahren. Der kleine Feuerlöscher-Profi Timm muss also noch ein bisschen warten.

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