Bäder in Bonn: Viel Zuspruch für Bürgergutachten

Schwimmbäder in Bonn : Viel Zuspruch für Bürgergutachten zu Bonner Bädern

Das Bürgergutachten zur Zukunft der Bonner Bäder hat in der Politik kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Nun haben sich der Stadtsportbund und Bürgerinitiativen zu den Plänen geäußert.

Nach der Veröffentlichung des Bürgergutachtens zur Zukunft der Bonner Bäder gibt es weitere Reaktionen von Vereinen und dem Stadtsportbund (SSB). Letzterer fühlt sich in seinen Forderungen nach „der dringend notwendigen Modernisierung der Sportstätten in Bonn“ bestätigt. „Jetzt ist es Zeit zu handeln“, sagt Vorsitzende Ute Pilger. Was die Bäder angeht, stünden nun Verwaltung und Politik in der Verantwortung.

Die Bürger – 92 wurden zufällig für die Erarbeitung des Gutachtens ausgewählt – „wünschen sich eine moderne, funktionale und attraktive Bäderlandschaft mit längeren und verlässlichen Öffnungszeiten und ausreichend Wasserfläche sowohl für das Schul- und Vereinsschwimmen als auch für die breite Öffentlichkeit“, so Pilger. Der SSB spricht sich allerdings gegen das Stadtbezirksdenken (jedem sein eigenes Bad) aus. Kurze Wege für alle Bonner und eine möglichst gleichmäßige Versorgung über das gesamte Stadtgebiet „ist uns nach wie vor wichtiger“, so Geschäftsführer Bernd Seibert.

Bürgerinitiativen sehen Gutachten als Erfolg und Bestätigung

Die Bürgerinitiativen „Beueler Bütt“, „Frankenbad bleibt Schwimmbad“, „Kurfürstenbad bleibt“, der Verein Bürger.Bad.Godesberg und die Behindertengemeinschaft Bonn freuen sich über die Empfehlungen des Bürgergutachtens. Es „bestätigt uns voll in unserem Einsatz für den Erhalt der vier Stadtteilbäder”, sagt Britta von der Lippe von der „Initiative Beueler Bütt“.

Der Standort Goetheallee etwa solle sich zu einem Bad mit Schwerpunkt Schul- und Vereinsschwimmen entwickeln. Die Behindertengemeinschaft Bonn begrüßt das dezentrale Konzept: „Wichtig ist vor allem die Forderung nach sanierten, barrierefreien Bädern“, heißt es. Joachim Schäfer von Bürger.Bad.Godesberg fordert den Rat auf, seinen Beschluss zum Kurfürstenbad aufzuheben und für ein funktionstüchtiges Hallenbad zu sorgen.

Das Frankenbad sei vor allem für ein zukunftsorientiertes Klimakonzept interessant, so Martin Seiler von „Frankenbad bleibt Schwimmbad“. Es sei mit Bussen sehr gut erreichbar, die Initiative plane zudem ein Konzept zum barrierefreien Umbau. Gisela von Mutius von “Kurfürstenbad bleibt“ sieht in den Ergebnissen des Gutachtens den Beweis dafür, dass Bürgerbeteiligungsprozesse und -entscheide sich ergänzen können.