Die Uni Bonn erhält ein neues Technisches Infrastrukturgebäude

Grundstein für neues Gebäude gelegt : Mehr Platz für die Forschung an der Uni Bonn

Für das neue Technische Infrastrukturgebäude (TIS) der Universität Bonn wurde jetzt der Grundstein gelegt.

Die Forscher im Limes-Institut in Poppelsdorf werden sich in den kommenden zweieinhalb Jahren ein dickes Fell wachsen lassen müssen: Gleich neben dieser Einrichtung für bio-medizinische Grundlagenforschung der Universität Bonn wird ein Erweiterungsbau hochgezogen. Weil es sich aber dabei um das neue Technische Infrastrukturgebäude, kurz TIS, handelt, von dem ihre Arbeit künftig profitieren wird, nehmen sie das wohl gelassen hin. Gebaut wird schon eine Weile, aber am Freitag wurde die offizielle Grundsteinlegung mit dem Versenken einer Zeitkapsel zelebriert.

Das TIS wird ein Lehr- und Laborgebäude für interdisziplinäre Genetik mit rund 4000 Quadratmetern Nutzungsfläche, das U-förmig angelegt ist. Der nördliche Bereich, der über verschiedene Veranstaltungs- und Besprechungsräume, einen Multifunktionsraum und Büros verfügt, ist mit dem bestehenden Limes-Gebäude verbunden ist. Östlich schließt sich daran der moderne Laborkomplex an, in dem zum Beispiel Genetik- und Radionuklidlabore, aber laut Limes-Direktor Waldemar Kolanus auch ein Schülerlabor eingerichtet wird. Ein ganz besonderer Augenmerk  wurde laut Gabriele Willems, Geschäftsführerin des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW, auf „offene Laborlandschaften“ gelegt, durch die verschiedene Formen der Labornutzung je nach Nutzungsbedürfnisse variabel verbunden werden können.

Kosten von insgesamt 45 Millionen Euro

Für das ganze Projekt hat der BLB NRW der das TIS für die Uni Bonn baut, Kosten von 45 Millionen Euro vorgesehen. 24 Millionen Euro davon bezahlt das NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Elisabeth Wallrath, Leiterin der Kölner Niederlassung des BLB, zeigte sich zuversichtlich, dass das Gebäude im Frühjahr 2022 der Universität übergeben werden kann. Darin solle künftig Grundlagenforschung im Bereich der biologischen Genetik auf höchstem Niveau betrieben werden. Sie sei überzeugt: „Gute Forschung braucht das beste Gebäude.“

Gut geforscht wird ja bereits im „Life & Medical Sciences“-Institut, kurz Limes: Die Arbeit dort brachte laut Hochschulrektor Michael Hoch der Uni einen ihrer Exzellenzcluster ein. Für die Lebenswissenschaften wird es nun also noch mehr Platz geben. Rund 100 Beschäftigte und 180 Studierende sollen den Neubau bevölkern. Weiterhin werden hohe Umweltstandards wie eine energieeffiziente Geothermieanlage installiert. Für Kolanus war die Grundsteinlegung ein „Freudentag“, denn Forscher können nie genug Lehr- und Forschungsfläche zur Verfügung haben.

Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel lobte die gute Zusammenarbeit des BLB NRW mit dem städtischen Planungsamt und Hoch freute sich darüber, dass dieser lang ersehnte Bau Gestalt annimmt. NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen betonte, für die Hochschulen sei „eine gute Infrastruktur eine wesentliche Grundlage für gute Forschung und Lehre“. Um das zu gewährleisten, müsse in NRW noch einiges an den Hochschulen investiert werden – der Sanierungsstau im Land belaufe sich auf rund 6 Milliarden Euro.