Schwimmbad in Bonn: So läuft die Bürgerbeteiligung zur Bäderlandschaft

Bürgerbeteiligung endet am Mittwoch : Das vermissen die Bonner in der Bäderlandschaft

Noch bis Mittwoch können Bürger online ihre Wünsche und Anregungen zur künftigen Gestaltung der Bonner Bäderlandschaft einbringen. Teilnehmer vermissen Attraktionen wie Wasserrutschen, große Familienumkleiden und Wellnessbereiche.

Auf der städtischen Internetseite bonn-macht-mit.de waren bis Freitag rund 130 Meinungen sowie 561 Bewertungen und 82 Kommentare zu diesen Meinungen eingegangen. Kontrovers diskutiert wird die Frage, ob Bonn ein Familienbad braucht. Einige Bürger sind es offenbar leid, in die als attraktiver geltenden Badeanstalten nach Troisdorf, Rheinbach oder Bornheim zu fahren. „Leider gibt es bisher kein familienfreundliches Hallenbad in Bonn“, schreibt ein Teilnehmer.

Unwidersprochen bleibt diese These allerdings nicht: In einem Kommentar zu diesem Beitrag schreibt ein Nutzer, es gebe durchaus Bäder, die über gute Hallenkinderbecken verfügten. Einige Bürger vermissen Attraktionen wie Wasserrutschen, große Familienumkleiden, Wellnessbereiche wie Saunalandschaften und durchgehende Öffnungszeiten über das ganze Jahr.

Neben dem Wunsch nach einem Neubau gibt es auch zahlreiche Einträge, die nach einer Sanierung der bestehenden Bäder verlangen. Ein Nutzer schreibt, er könne die „Abrisskultur“ in Deutschland nicht nachvollziehen und nennt die Schweiz als positives Beispiel dafür, wie sich alte Bäder attraktiv restaurieren ließen.

Wichtiger Aspekt ist die Erreichbarkeit

So mancher will die Sanierung des bereits geschlossenen Kurfürstenbads, was der Rat per Beschluss allerdings abgelehnt hat. Andere verlangen, die Bürgerbeteiligung Bäder solle die beiden zum Thema durchgeführten Bürgerentscheide akzeptieren: die bleibende Schließung des Kurfürstenbads und kein neues Bad im Wasserland. In mehreren Einträgen wird formuliert, dass es zeitgemäß wäre, für jeden Stadtbezirk ein Kombibad mit Außenbecken zu bauen. Eine Mehrheit spricht sich allerdings explizit für den Erhalt der Freibäder aus.

Ein wichtiger Aspekt scheint den Bürgern die Erreichbarkeit zu sein, um gute Voraussetzungen für Vereine und das Schulschwimmen zu schaffen – ebenso wie wenigstens ein barrierefreies Bad in der Stadt. Der Ruf nach mehr Lehrbecken ist ebenfalls zu lesen. „Bonn braucht keine Touristenmagnete, sondern saubere und funktionstüchtige Schwimmbäder. Gerne mit etwas Spaß, aber nicht Phantasialand“, heißt es an einer Stelle.

Am Ende entscheidet der Stadtrat

Nach dem Auftakt zur Bürgerbeteiligung Bäder im Mai ist im direkten Anschluss das Onlineportal freigeschaltet worden. Die Gesellschaft für Bürgergutachten organisiert das Verfahren gemeinsam mit der Universität Wuppertal. Die eingegangenen Informationen aus der Bürgerschaft werden vier Planungszellen zur Verfügung gestellt.

Sie setzen sich aus hundert, zufällig ausgewählten Bonner Bürgerinnen und Bürgern ab 14 Jahren zusammen. Bevor dieses Gremium im September zusammenkommt, können sich Bürgerinitiativen, Vereine und Behörden ins Verfahren einbringen. Die Planungszellen sollen ein Bädergutachten anfertigen. Der Stadtrat entscheidet, inwiefern es zu einer Umsetzung kommt.

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