Kommentar zur Bonner Reuterstraße: Guter Rat ist teuer

Kommentar zur Bonner Reuterstraße : Guter Rat ist teuer

Mit den angekündigten Baustellen auf der Reuterstraße droht ein Verkehrschaos. Alternativen? Fehlanzeige, meint GA-Redakteurin Lisa Inhoffen.

Eigentlich kann die Stadt Bonn sich die geplanten Tempo-30-Schilder auf der Reuterstraße sparen. Sie sind als eine Maßnahme im neuen Luftreinhalteplan der Stadt Bonn festgesetzt, um den Schadstoffausstoß auf der Reuterstraße zu minimieren und damit letztlich ein drohendes Fahrverbot noch abzuwenden. Wenn dort Anfang des neuen Jahres die Arbeiten für die Sanierung der Kanäle in einem Teil der stark befahrenen Straße beginnen und sich quasi nahtlos die Erneuerung der Fahrbahn einschließlich der Übergänge zur Autobahn anschließen, ist ohnehin Stillstand programmiert. Das versuchen auch die Experten der Stadt Bonn und des Landesbetriebs Straßen NRW erst gar nicht schönzureden. Die Verkehrslage in Bonn wird sich weiter verschärfen, davon ist auszugehen.

Erstaunlich, dass man davon erst jetzt erfährt. Im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Endenicher Eis und des Tausendfüßlers war – jedenfalls öffentlich – bisher nie die Rede davon, dass die Reuterstraße in zeitlicher Nähe zu diesen Großbaustellen auch noch ein Nadelöhr werden würde. Auch bereits bei der geplanten Beibehaltung der zwei Spuren in jede Fahrrichtung während der Kanalsanierung drohen Dauerstaus auf der Reuterstraße. Denn jede noch so kleine Baustelle entlang der wichtigsten Verbindungsstraße ins Bundesviertel – das wissen alle, die dort täglich mit dem Auto lang müssen – kann zu erheblichen Behinderungen des Verkehrsflusses führen.

Guter Rat ist teuer. Echte Alternativen gibt es derzeit nicht. Auf das Fahrrad umsteigen? Das kommt aus unterschiedlichen Gründen nicht für jedermann in Frage. Bus und Bahn? Diese Möglichkeit mag man zurzeit nicht wirklich empfehlen. Der Nahverkehr in Bonn ist nicht zuverlässig. Obendrein ist es kein Vergnügen, täglich in übervollen Fahrzeugen zu sitzen oder deswegen erst gar nicht mitgenommen zu werden. Bleibt nur die Hoffnung, dass sich die Lage bei Bus und Bahn bis zum Beginn der heißen Bauphase drastisch verbessert hat. Für einen adäquaten Ausbau des Radwegnetzes reicht die Zeit nach aktuellem Stand wohl auf keinen Fall.