Reuterstraße in Bonn: Staus durch Kanalsanierung und Straßenarbeiten

Verkehr : Reuterstraße in Bonn droht Dauerstau

Autofahrer müssen sich ab kommendem Jahr auf viele Staus auf der Bonner Reuterstraße einstellen. Nach der Kanalsanierung steht auch noch einer Erneuerung der Straßendecke an.

Wenn die Stadt Bonn voraussichtlich ab 7. Januar mit der Kanalsanierung entlang der Reuterstraße in beiden Fahrtrichtungen zwischen Reuterbrücke und Schumannstraße beginnt, wird das auf längere Sicht nicht die letzte Baustelle dort sein. Ab 2021 müssen sich die Autofahrer auf eine weitere Baustelle auf der Reuterstraße einstellen, und die hat es in sich, wie Tiefbauamtschef Peter Esch einräumt. Denn wenn der Kanal saniert worden ist, soll die Straßendecke der Reuterstraße in der gesamten Länge und in beide Fahrtrichtungen saniert werden. Da sind erneut lange Staus auf der stark befahrenen Reuterstraße programmiert.

Zumal parallel der Landesbetrieb Straßen NRW die jeweiligen Anschlussstellen der Reuterstraße zur A 565 sanieren wird. „Das macht Sinn, die beiden Baustellen zeitlich zu verknüpfen“, ist Esch überzeugt. Würden diese Arbeiten zeitlich versetzt erfolgen, würden die Einschränkungen für den Verkehr auf der Reuterstraße, über die täglich immerhin rund 40.000 Fahrzeuge rollen, nur umso länger anhalten. „Das würde die Autofahrer noch mehr ärgern“, denkt Esch. Etwa ein Jahr dauern die Sanierungsarbeiten. „Wir sind aber noch nicht am Ende der Planung.“ Deshalb könne er zum genauen Zeitplan und zur Kostenfrage sowie zur Verkehrsführung während der Fahrbahnsanierung zurzeit noch keine Details nennen. Der Tiefbauamtschef sieht keine andere Möglichkeit: „Die Reuterstraße ist in einem erbärmlichen Zustand, wir müssen sie sanieren.“

Auch Bernd Aulmann von der Straßen NRW-Niederlassung Ville/Eifel, hält die parallelen Baustellen auf der Reuterstraße und am Autobahnanschluss für sinnvoll, da sie eng miteinander zusammenhängen. Mit Blick auf den ebenfalls geplanten Beginn des Neubaus des maroden Endenicher Eis Anfang 2020 dürfte die zusätzliche Baustelle auf der Reuterstraße die Verkehrslage in ganz Bonn allerdings weiter verschärfen. Aulmann macht keinen Hehl daraus: „Auf die Autofahrer kommen in Bonn generell schwere Zeiten zu.“ Denn auch der Tausendfüßler – die Autobahnbrücke der A565 zwischen Endenich und Tannenbusch – ist in die Jahre gekommen und muss bekanntlich komplett abgerissen und neu gebaut werden. Im Zuge des Neubaus wird die A565 in diesem Bereich auf sechs Fahrstreifen ausgebaut, um künftigen Verkehrsbelastungen gewachsen zu sein. Der Baubeginn ist für Ende 2021 geplant und soll etwa fünfeinhalb Jahre dauern. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Straßen NRW auf ungefähr 200 Millionen Euro.

Wie berichtet, soll zudem anlässlich des sechsspurigen Ausbaus der A565 zwischen der Anschlussstelle Endenich und dem Autobahnkreuz Bonn-Nord die Anschlussstelle Tannenbusch zeitweise entfallen. Um eine Alternative zu bieten, soll das Autobahnkreuz Bonn-Nord während der Bauzeit eine zusätzliche Rampe von der A565 aus Richtung Meckenheim kommend in Richtung Potsdamer Platz erhalten sowie eine zusätzliche Rampe vom Potsdamer Platz kommend auf die A565 in Fahrtrichtung Meckenheim.

Auch beim Neubau des Endenicher Eis ist Aulmann zufolge immer wieder mit der Sperrung der einen oder anderen Zu- und Abfahrt zur Autobahn zu rechnen. Geplant ist, eine Behelfsbrücke über die Mitte des Verteilers – also quasi über das Loch – zu legen und anschließend zunächst die nördliche Seite abzureißen und neu zu bauen. Der Verkehr aus Richtung Innenstadt fließt dann über die Behelfsbrücke. Anschließend wird der südliche Teil erneuert und die Verkehrsführung entsprechend umgelegt. Rund zehn Millionen Euro soll der Neubau des Endenicher Eis kosten. Mit der Fertigstellung rechnet der Landesbetrieb in 2023.

Damit nicht genug: In Fortsetzung des Tausendfüßlers steht auch der Abriss und Neubau der Nordbrücke an – voraussichtlich aber erst 2028 oder später. Bis dahin muss die Brücke aber zwischen den Anschlussstellen Beuel und Auerberg noch einmal instand gesetzt werden. Voraussichtlicher Baubeginn ist laut Straßen NRW das zweite Quartal 2020. Die Erneuerung des ebenfalls maroden Brückenbauwerks in entgegengesetzter Richtung auf der A565, in Höhe der Villemombler Straße bei Duisdorf/Lengsdorf, soll ebenfalls im nächsten Jahr starten. Diese Arbeiten werden laut Landesbetrieb voraussichtlich zweieinhalb Jahre dauern, die Kosten liegen bei rund sieben Millionen Euro. Bernd Aulmann: „Es wird heftig werden.“