Schwimmbäder Bonn: CDU, Grüne und FDP wollen Bäder-Wünsche analysieren

Bürgergutachten : Was geschieht mit den Bäder-Wünschen der Bonner Bürger?

CDU, Grüne und FDP wollen die Bäder-Wünsche der Bonner Bürger analysieren und weisen auf knappe Kassen hin. Die Opposition warnt derweil vor einer Verzögerungstaktik.

Schwimmen ist für die Bonner von herausragender Bedeutung - diese Schlussfolgerung zieht die Jamaika-Koalition im Stadtrat aus dem Bürgergutachten zu den Bädern. Das 131 Seiten starke Papier, das am Donnerstagabend vorgestellt worden war, enthalte „vielfältige Bürgerwünsche“, die gründlich analysiert werden müssen, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von CDU, Grünen und FDP.

„Ob alle Wünsche umgesetzt werden können, insbesondere auch unter Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen, muss die Stadtverwaltung der Politik darstellen und ihr eine tragfähige Entscheidungsgrundlage liefern“, betont Rolf Beu (Grüne). Nötig sei eine Prioritätenliste und eine zeitliche Einordnung der Maßnahmen, „insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzierbarkeit“, Florian Bräuer (FDP).

Die drei größten Oppositionsfraktionen sehen sich in ihrer Forderung bestätigt, jeder Stadtbezirk müsse ein eigenes Hallenbad behalten. „Wir brauchen kurze Wege, moderate Preise und funktionale Hallenbäder“, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende Angelika Esch. Die Linke bedauert, dass wegen des Bürgergutachtens ein weiteres Jahr ohne Bädersanierung verstrichen sei. „Und es ist absehbar, dass Oberbürgermeister und Jamaika-Koalition in der Bäderfrage bis zur Kommunalwahl 2020 nichts mehr entscheiden wollen“, sagt Tobias Haßdenteufel.

Darum unterstütze die Linksfraktion das neue Bürgerbegehren, mit dem die Aktivisten Axel Bergfeld und Anja Niemeier die Sanierung aller Stadtteilbäder und die Übertragung des Kurfürstenbades an einen Verein erzwingen wollen. „Ein Bürgerbegehren ist der einzige Weg, das Jamaika-Bündnis an einer Verschleppung der Bäderfrage zu hindern“, unterstreicht auch Marcel Schmitt vom Bürger Bund Bonn. Die Koalition hingegen kritisiert das Begehren aus Bad Godesberg: „Diese Geringschätzung der Bonner Bürgerinnen und Bürger machen wir nicht mit“, sagt Gordon Land (CDU). „Wir nehmen den Bürgerwillen ernst und nehmen uns die Zeit, das Gutachten zu analysieren.“

Ob alte Bäder saniert oder durch Neubauten ersetzt werden sollen, ist noch völlig unklar. Im Haushalt stehen für die Bäder rund 26 Millionen bereit, die aber für die Sanierung des Hardtbergbades fast komplett verplant sind. Für weitere Maßnahmen müsste der Rat mit dem nächsten Doppelhaushalt im Herbst nächsten Jahres Zusatz-Millionen beschließen. Gleichzeitig stehen in den kommenden Jahren laut einem Gutachten Sanierungen der Bonner Sportanlagen im Umfang von 150 Millionen Euro an.