Bürgeramt im Stadthaus Bonn: Beschwerden über zu wenig Platz

Dienstleistungszentrum im Bonner Stadthaus : Beschwerden über zu engen und muffigen Wartebereich

Die Kritik am städtischen Dienstleistungszentrum ist zwar merklich zurückgegangen. Unzufrieden sind aber viele Bonner über die Wartesituation. Die Bauarbeiten für eine Erweiterung dauern nach wie vor an.

Mal sind es lange Wartezeiten für einen Termin, mal ist es der recht enge Wartebereich: Immer wieder erreichen den GA Klagen von Bonner Bürgern über das städtische Dienstleistungszentrum im Stadthaus. Allerdings sind sie seit der umstrittenen Einführung der digitalen Terminervergabe vor vier Jahren merklich zurückgegangen.

Besser als je zuvor läuft offensichtlich die Terminvergabe. Musste man einst wochenlang, mitunter bis zu mehreren Monate auf einen Termin warten, um wichtige Angelegenheiten zu erledigen, wie zum Beispiel die Verlängerung eines Ausweises, so liegen sie jetzt in einem vertretbaren Bereich, wie Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann auf GA-Anfrage versicherte. „An einem einzigen Tag im Oktober war die Wartezeit aufgrund eines sehr starken Publikumsandrangs und einiger Erkrankungen bei den Mitarbeitern leider länger und dauerte bis zu einer Stunde. Davon betroffen waren insbesondere Personen, die ohne Terminvereinbarung vorgesprochen hatten. Diese Situation bedauern wir, aber es handelte sich – wie gesagt – nur um einen Tag“, räumte Hoffmann ein.

Nach wie vor unbefriedigend finden dagegen viele Bürger die Situation im Warteraum des Dienstleistungszentrums. Er wird derzeit erweitert, doch zu sehen ist derzeit davon nicht viel. „Hier ist es eng und stickig“, beschwert sich ein Mann, der in einer Ecke des Raums Platz genommen hat. Auch gibt es lediglich einen Bildschirm, auf dem man die Nummern sehen kann, die aufgerufen werden. Bürger, die an der gegenüberliegenden Seite sitzen, müssen dafür regelrecht den Hals verrenken, weil Wartende, die in der Schlange vor dem Anmeldetresen stehen, ihnen die Sicht versperren. Zwar hängt in der Nähe ein zweiter Bildschirm, der ist aber nicht in Betrieb. Hoffmann dazu: „Der zweite Monitor ist ein Info-Monitor und nicht an die Aufrufanlage angeschlossen. Hier ist beabsichtigt, diesen Monitor ebenfalls an die Aufrufanlage anzubinden. Im künftigen Wartebereich sind mindestens fünf Monitore für die Aufrufanlage vorgesehen.“

Die Aufenthaltsqualität im Wartebereich sei aufgrund der aktuellen Umbauarbeiten tatsächlich stark eingeschränkt, sagte Hoffmann außerdem. Dies sei bedauerlich, werde sich aber in Kürze verbessern, wenn der Umbau abgeschlossen sei. Wann das genau sein wird, war nicht zu erfahren. Anders als die Bürger wahrnehmen würden, werde durchaus auf der Baustelle für die Erweiterung des Wartebereichs in Richtung Stadthausfoyer weiter gearbeitet, so Hoffmann.

„Aufgrund der Baustellenabsperrung sowie der Vereinbarung, lärmintensive Arbeiten außerhalb der Öffnungszeiten des Dienstleistungszentrums durchzuführen, kann durchaus der Eindruck entstanden sein, dass es keine oder wenig Bautätigkeit gibt.“ Dies spreche allerdings auch dafür, dass die Bemühungen des Städtischen Gebäudemanagements, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, fruchten. Nach Einbau des neuen Estrichs hätten zudem die Bautätigkeiten etwa acht Tage ruhen müssen. Sie würden jetzt fortgesetzt, so die Stadt.