Nach Sieg in Champions League: Telekom Baskets wollen Schwung mit in die BBL nehmen

Nach Sieg in Champions League : Telekom Baskets wollen Schwung mit in die BBL nehmen

Nach dem bemerkenswerten Sieg gegen JDA Dijon führen die Telekom Baskets Bonn nun die Gruppe D der Champions League an. Damit gehen die Bonner nun gestärkt in das Bundesligaspiel am kommenden Sonntag gegen Bayreuth.

Es ist noch nicht oft vorgekommen und erst gar nicht in der jüngeren Vergangenheit, dass die Telekom Baskets Bonn in der Gruppenphase eines internationalen Wettbewerbs von der Tabellenspitze aus grüßen. Am Dienstagabend war es dann aber soweit. Durch den bemerkenswerten 78:66-Sieg bei JDA Dijon hat der Basketball-Bundesligist die Führung in der Gruppe D übernommen. Bemerkenswert, weil Dijon bis dahin Spitzenreiter war, derzeit zu den besten Mannschaften in der bekanntermaßen starken ersten französischen Liga zählt und zudem ein Heimspiel hatte. Bemerkenswert auch, weil die Bonner sich auf internationalem Parkett weiterhin deutlich besser präsentieren, als ihnen das bisher in der Bundesliga gelungen ist.

„Auswärts in der Champions League zu gewinnen, ist ungemein schwer, erst recht in Dijon. Ein ganz wichtiger Sieg für uns“, freute sich Thomas Päch. Das meinte der Baskets-Trainer im doppelten Sinne. Erst einmal war der Sieg wichtig für den weiteren Verlauf der Champions League, wo Bonn jetzt sehr gute Chancen hat weiterzukommen. Päch: „Man kann jetzt schon vor dem letzten Spiel gegen Saloniki sagen, dass wir eine gute Hinrunde gespielt haben.“ Zweitens war der Sieg und die Art und Weise, wie er zustande kam, eine Bestätigung für Trainer, Spieler Management und das gesamte Umfeld, dass die Mannschaft sich in die richtige Richtung entwickelt und sie in ihrem Glauben daran bestärkt wird, künftig auch national erfolgreicher sein zu können. „Jetzt müssen wir diese Leistung nur noch in die Bundesliga übersetzen“, sagte Sportmanager Michael Wichterich im Vorfeld des Punktspiels bei medi Bayreuth am kommenden Sonntag (18 Uhr, Oberfrankenhalle).

Baskets zeigten Basketball im besten Sinne

Gemessen an dem Auftritt in Burgund, haben die Bonner sehr gute Chancen, bei den Franken den zweiten Sieg in der laufenden Saison einzufahren und den Anschluss ans Tabellenmittelfeld herzustellen. Denn was sie in Dijon über drei Viertel zeigten, war Basketball im besten Sinne. Nur im zweiten Durchgang, als Magenta unter dem Verteidigungsdruck des Gegners einen Zwölf-Punkte-Vorsprung hergab, musste man Befürchtungen haben. „Im zweiten Viertel haben die Franzosen wirklich sehr stark verteidigt. Sie sind extrem athletisch und haben uns das Leben sehr schwer gemacht“, berichtete Wichterich.

Aber das Team hat sich dann an seinen guten Start erinnert und hat die Direktiven ihres Coaches verstanden, angenommen und umgesetzt. Päch: „Wir haben sehr gut reagiert und haben den Ball besser laufen lassen als in der ersten Halbzeit. Trotzdem gibt es noch vieles, was wir verbessern können.“ Päch sprach zum Beispiel die 24 Ballverluste an, „unter denen viele waren, die einfach nicht passieren dürfen“. Nach der Pause passten die Baskets besser auf den Ball auf. „Das sah deutlich strukturierter aus. Dijon war nicht mehr in der Lage, diesen Druck aufzubauen oder seine athletischen Vorteile zu nutzen, die es unzweifelhaft hatte. Auch defensiv machte Bonn vieles richtig. Das „Biest“ (Originalton Wichterich) Richard Solomon hatten die Baskets in Korbnähe gut unter Kontrolle, und im Spielaufbau war David Holston über weite Strecken bei Yorman Polas Bartolo abgemeldet.

Baskets funktionierten besser als Mannschaft

Insgesamt funktionierten die Gäste vom Rhein als Mannschaft besser. Wichterich: „Wir sind gut zusammengeblieben, auch in den Phasen, als die Franzosen sich anschickten, noch mal zu kommen. Das war sehr positiv.“ Dieser Zusammenhalt gibt auch der individuellen Klasse der Baskets mehr Sicherheit, sich zu entfalten. „Bojan Subotic und Ben Simons haben offensiv Verantwortung übernommen, am Ende vor allem Trey McKinney Jones“, zählte Wichterich auf. Von der Bank kommend, erzielte Jones in den letzten drei Minuten der Begegnung neun seiner 14 Punkte. Und dass es nicht unbedingt einer besonderen Athletik bedarf, um in Brettnähe erfolgreich zu sein, zeigt immer häufiger Stephen Zimmerman. Der 2,13-Meter-Rookie kam auf zwölf Punkte bei einer 100-prozentigen Trefferquote und sechs Rebounds. „Aufgrund seiner Größe und seines Timings“, so Wichterich, „sammelt er die Rebounds gut ein und kann vor allen Dingen auch mal, über die Finesse und nicht die pure Power, den Ball direkt aus dem Offensivrebound reinmachen. Oder er ist bei Fehlwürfen mit den Fingerspitzen dran.“

Päch nimmt die Vorstellung zum Anlass, eine Lanze für sein Team zu brechen. „Ich glaube an diese Mannschaft und ihre Charaktere, weil sie zuhören, weil sie versuchen, die Sachen umzusetzen, weil sie ihr Bestes in den Situationen geben“, sagte der Bonner Trainer und hofft, dass seine Profis diese Leistung mit nach Bayreuth nehmen.