Sieg in der Champions League: Baskets gewinnen gegen Klaipeda mit 97:85

Sieg in der Champions League : Baskets gewinnen gegen Klaipeda mit 97:85

Bonner präsentieren sich nach Bamberg-Pleite souverän und schlagen Klaipeda 97:85. Nach der herben 81:106-Bundesliga-Pleite gegen Brose Bamberg zeigte sich die Mannschaft wie ausgewechselt.

Das Motto der Partie hatten sich die Telekom Baskets am Sonntag selbst vorgegeben: „Es kann nur besser werden.“ Und das wurde es. Deutlich besser. Nach der herben 81:106-Bundesliga-Pleite gegen Brose Bamberg zeigte sich die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Päch in der Champions League wie ausgewechselt und besiegte den litauischen Spitzenclub Neptunas Klaipeda mit 97:85 (29:18, 25:15, 23:27, 20:25). Damit rangieren die Baskets europäisch mit drei Siegen und zwei Niederlagen auf Tabellenplatz zwei in Gruppe D. Angeführt vom bärenstarken Topscorer Stephen Zimmerman (19 Punkte) zeigten die Baskets nach der empfindlichen Niederlage wieder ihr anderes Gesicht.

Nach einem etwas fahrigen Bonner Start, den die Gäste zur 4:0-Führung nutzten, begann das Spiel zu funktionieren. Von angekratztem Selbstbewusstsein war nicht viel zu sehen. Auf der Stehtribüne hielten die Fans zu diesem Zeitpunkt noch ein Transparent hoch, auf dem sie „Einsatz, Kampf und Leidenschaft“ forderten, das sie aber zügig einrollten. Es gab was anzufeuern. Die Baskets präsentierten sich, als hätte das Bamberg-Spiel, dessen Ende der Fanblock demonstrativ gar nicht mehr miterlebt hatte, nie stattgefunden.

Die Startformation Branden Frazier, Trey McKinney-Jones, Yorman Polas Bartolo, Bojan Subotic und Martin Breunig zwang Klaipeda-Coach Tomas Rinkevicius mit ihrer Dominanz schon nach vier Minuten zur ersten Auszeit. Es stand zwar erst 10:7, doch der Litauer spürte, dass die Baskets dabei waren, ins Laufen zu kommen. Er konnte es auch mit der Unterbrechung nicht verhindern.

Die Baskets ließen Ball und Gegner laufen, verteidigten gut aufeinander abgestimmt und belohnten sich entsprechend mit Zählbarem. Die Litauer waren von der Rolle. Insbesondere Center Zimmerman stellte die Balten vor erhebliche Probleme. Im ersten Viertel sammelte er in vier Minuten Spielzeit sieben Punkte – da war viel Schönes dabei: elegante Drehung, Rückwärtskorbleger, amtliche Dunks. Mit starker Defense – Joshiko Saibou zwang die Litauer zum Rückspiel, kurz darauf ließ die Baskets-Verteidigung die Gäste nicht innerhalb der geforderten acht Sekunden aus der eigenen Hälfte – und konsequenter Offense führten die Baskets zum ersten Viertelende mit 29:18.

Als Ben Simons in der 13. Minute einen missglückten Fastbreak-Korbleger von Saibou per Tip-in verwertete und dabei noch gefoult wurde, also die Chance auf einen weiteren Punkt erhielt, lachten die beiden: An diesem Abend funktionierten auch die kleinen Dinge, für die man das Quäntchen Glück benötigt, das zuletzt auch oft die Zusammenarbeit verweigert hatte. Die Bonner hatten es sich auf dem Fahrersitz bequem gemacht und die Litauer hielten sich mit Mühe an der Anhängerkupplung fest. Beim Pausenstand von 54:33 glänzten die Bonner Statistiken und Neptunas-Coach Rinkevicius mag angesichts einer für Litauer ungewöhnlich niedrigen Dreierquote von 19 Prozent überlegt haben, in der Halbzeit eine Passkontrolle durchzuführen.

Als die Baskets nach der Pause aufs Feld zurückkehrten, wurde jeder einzeln von den Fantrommeln begrüßt. Der Bonner Motor lief auch im dritten Viertel wie am Schnürchen, aber Neptunas schickte sich langsam an, mehr und Gegenwehr zu leisten. Nachdem Yorman Polas Bartolo den Vorsprung per Dreier auf 24 Punkte geschraubt hatte (77:53, 29.), verbesserten die Litauer mit einem 7:0-Lauf ihre Aussichten für den Schlussdurchgang.

Und tatsächlich arbeitete sich Klaipeda bis auf elf Punkte heran (88:77, 37.). Doch die Baskets wirkten nicht instabil. Päch nahm eine Auszeit, stellte sein Team auf die Crunchtime ein und konnte sich leisten, auch Youngster Kilian Binapfl noch ein wenig Spielzeit zu gönnen. Der Sieg war unter Dach und Fach, die Wiedergutmachung gelungen. Diese müssen die Bonner am Sonntag im schweren Auswärtsspiel bei den EWE Baskets Oldenburg bestätigen.

Telekom Baskets: Joshiko Saibou 5 Punkte, Trey McKinney-Jones 8, Bojan Subotic 4, Benjamin Lischka 6, Branden Frazier 7, TJ DiLeo 11, Martin Breunig 13, Yorman Polas Bartolo 11, Kilian Binapfl, Ben Simons 13, Stephen Zimmerman 19.

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