Telekom Baskets Bonn: Champions-League-Ticket gegen Fribourg gelöst

Telekom Baskets Bonn : Telekom Baskets Bonn stehen in der Champions League

Die Telekom Baskets Bonn haben am Sonntag im heimischen Telekom Dome den Schweizer Meister Fribourg Olympic mit 80:72 besiegt und damit das Champions-League-Ticket gelöst. Das Team von Trainer Thomas Päch hat somit das erste Saisonziel erreicht.

Im europäischen Wettbewerb gibt es in Bonn Geschenke. Das hat sich auch in der Sommerpause nicht geändert. Vor Spielbeginn überreichte die Mannschaft des neuen Cheftrainers Thomas Päch den Gästen von Fribourg Olympic ortstypische Gummibärchen - das war es aber auch mit den Geschenken. Das Europa-Ticket blieb in Bonn. Nach dem 80:66-Erfolg beim Schweizer Meister gewannen die Bonner auch das Qualifikationsrückspiel (80:72 - 23:20, 22:18, 14:21, 21:13) und ließen sich die Teilnahme an der Champions League nicht mehr nehmen.

Das erste Foul begingen die Schweizer schon, ehe der Ball überhaupt einmal in Korbnähe gekommen war. Nachdem die Baskets die Eidgenossen im Hinspiel schwer überrumpelt hatten, versuchten die Gäste von Beginn an, die defensive Intensität hoch zu halten. Das gelang leidlich. Das Bonner Tempo bestimmte die Anfangsphase. Zunächst preschte TJ DiLeo rasant zum Korb und markierte die ersten Heim-Punkte der Saison, dann traf Neuzugang Joshiko Saibou aus der Distanz und DiLeo nutzte einen Ballgewinn von Martin Breunig abermals zum Zug zum Korb. Es war gerade eine Minute gespielt, da stand es 7:0 für die Baskets und Fribourg-Trainer Petar Aleksic sah sich veranlasst, seinem Team die Marschroute noch einmal zu erklären.

Nach der Auszeit allerdings klaute zunächst Saibou noch einmal den Ball und traf zum 9:0 ehe die Gäste die ersten Punkte auf die Anzeigetafel brachten, dann aber auch im Spiel waren. Mit deutlich aggressiverer und strukturierterer Verteidigung machten sie der Bonner Offense das Punkten fortan nicht mehr so leicht. Ein frühes zweites Foul auf dem Konto von Martin Breunig (3.), den Päch gleich vom Feld nahm, brachte ebenfalls etwas Sand in das eigentlich gut angelaufene Bonner Getriebe. Fribourg kam ran und zu Beginn des zweiten Viertels zur ersten Führung durch Brandon Garrett (23:24, 11.). Die Bonner Offensive agierte zunehmend einfallslos und benötigte Hilfestellung. Päch nahm eine Auszeit.

Die Bonner Verteidigung stand ordentlich, auch wenn naturgemäß in diesem sehr frühen Stadium der Saison ab und an die Abstimmung fehlte. Fribourg allerdings war nicht in der Lage davon zu ziehen, weil sich Versuche aufs Tempo zu drücken, eher in Hektik ergingen. Gäste-Trainer Aleksic hatte inzwischen ganz offensichtlich schlechte Laune, die Baskets gingen mit einer 45:38-Führung in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel investierten die Schweizer Comeback-Basketballer, die in der ersten Qualifikationsrunde gegen Bratislava nach einer 15-Punkte-Niederlage im Hinspiel das Rückspiel mit 39 Zählern Differenz gewonnen hatten und die Baskets zudem im letzten Viertel des Hinspiels mit einer Warnung auf die Heimreise geschickt hatten, noch mehr Intensität in die Verteidigung. Mit Erfolg. Wie ein Spiegelbild des Spielbeginns zogen jetzt die Gäste davon, der Bonner Vorsprung war schnell aufgebraucht (49:52, 24.) und eine Handvoll mitgereister Schweizer machte sich jetzt lautstark bemerkbar.

Auch wenn einiges nicht funktionierte; Pächs Mannschaft zeigte Herz, warf sich nach Bällen, war sich nicht zu schade schmerzhafte Offensivfouls anzunehmen.

Mit ausgeglichenen Verhältnissen ging es in den Schlussdurchgang, das Ticket war von den Baskets fein säuberlich perforiert, aber noch lange nicht abgerissen und als Timothy Derksen zum 68:64 für die Eidgenossen traf (34.), mussten die Gäste nur noch neun Punkte Rückstand abknabbern. Aber die Baskets ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, das jetzt streckenweise wilde Spiel der Fribourger erlaubte den Bonnern, ihre flinken Hände gewinnbringend einzusetzen. Als Benjamin Simons nach einem Fastbreak per Dreier die Führung zurückeroberte, gab Aleksic das Zeichen für „Auszeit“ ans Kampfgericht, Päch schlug mit der Faust ein Loch in die Luft. Das sollte es doch gewesen sein.

War es auch. TJ DiLeo setzte nach einem Steal per Fastbreak den Schlusspunkt auf der Anzeigetafel und riss das Ticket endgültig ab: 80:72. Nach dem nächsten Ballgewinn dribbelte der Bonner Kapitän dann die restliche Spielzeit runter und ging zum Shakehands mit den Schweizern, das erste Saisonziel war erreicht.

„Es war ein hart umkämpftes Spiel. Gegen Fribourg zu spielen, ist nicht leicht gewesen – in beiden Spielen. Sie hatten mehrere Läufe, was sie zu jeder Zeit gefährlich gemacht hat“, sagte Bonns Kapitän TJ DiLeo. „Wir haben in den entscheidenden Phasen unsere Leistung gezeigt und gesehen, dass wir sehr erfolgreich sein können, wenn wir unseren Rhythmus finden – auch wenn es kein perfektes Spiel von uns war.“

Jetzt spielen die Baskets in einer Gruppe mit Neptunas Kleipeda (Litauen), JDA Dijon (Frankreich), Besiktas Istanbul (Türkei), Paok Thessaloniki (Griechenland), Happy Casa Brindisi (Italien) und starten mit einem Heimspiel gegen Casademont Saragossa am Mittwoch, 16. Oktober, in die Gruppenphase.

Telekom Baskets: Joshiko Saibou 11 Punkte/2 Dreier, Trey McKinney-Jones 14/2, Bojan Subotic 4, Benjamin Lischka 7/1, Branden Frazier 13/1, TJ DiLeo 6, Martin Breunig 6, Yorman Polas Bartolo, Kilian Binapfl, Gabriel De Oliveira 4, Ben Simons 14/4, Stephen Zimmerman 1.

Fribourg: Mbala 5, Louissant 3/1, Jaunin 5/1, Gravet 4, Burnatowski 13/3, Pollard 2, Garrett 13, Derksen 18/2, Jurkowitz 9/1.

Trefferquote: Bonn 49%, Fribourg48%; Dreierquote: Bonn 50%, Fribourg 35%; Freiwurfquote: Bonn 86%, Fribourg 31%; Rebounds: Bonn 31, Fribourg 36; Assists: Bonn 18, Fribourg 15; Ballgewinne: Bonn 8, Fribourg 6; Ballverluste: Bonn 16, Fribourg 20; Fouls: Bonn 19, Fribourg 22. Zuschauer: 3100.

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