CDU Wachtberg: Michael Boldt ist neuer Vorsitzender

Wahlen zum Parteivorsitz : Michael Boldt ist neuer Vorsitzender der Wachtberger CDU

Nach den Querelen um die Nominierung des Bürgermeisterkandidaten stellt sich die Wachtberger CDU neu auf. Jetzt wählten die Mitglieder Michael Boldt zum neuen Mann an der Parteispitze. Ob nun Ruhe einkehrt, wird sich zeigen. Denn auch nach der Wahl waren kritische Stimmen zu hören.

Die Wachtberger Union hat einen neuen Vorsitzenden. Die CDU-Mitglieder wählten den 46-jährigen Michael Boldt am Dienstagabend mehrheitlich zum Mann an der Parteispitze. Dem Kriminalbeamten zur Seite stehen nun seine beiden Stellvertreter – die Diplom-Ökotrophologin Hilde Philippi aus Niederbachem und Florian Pick aus Werthhoven, der vielen als Direktor des Hotels Königshof in Bonn bekannt sein dürfte.

Die Wahl war nötig geworden, nachdem Boldts Vorgänger Franz-Josef Jäger seinen Rückzug von der Parteispitze erklärt hatte. Grund dafür waren, Querelen um die Nominierung des Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl, die im kommenden Jahr ansteht.

„Ich möchte nicht zurückblicken, sondern nur noch in die Zukunft schauen“, sagte Boldt, der eng mit Bürgermeisterkandidat Jörg Schmidt und dem neuen Fraktionsvorsitzenden Christoph Fiévet zusammenarbeiten möchte, den die Mitglieder einstimmig als Kandidat für den Kreistag nominierten. Ziel sei es zum einen, ein gutes Team für die Kommunalwahl zusammenzustellen. Zum anderen wolle er erreichen, dass es keine Fronten mehr innerhalb der Partei gibt. Dabei wolle er jedem die Hand reichen und Brücken bauen.

Bei allem, was passiert sei, keine leichte Aufgabe, wie Boldt, der mit seiner Frau und zwei Kindern in Pech lebt, einräumte. Aber, so der 46-Jährige, er stecke viel Hoffnung in das neu gewählte Team. Damit folgte er der Landtagsabgeordneten Ilka von Boeselager, die an der Mitgliederversammlung teilnahm. „Macht es heute hier in Wachtberg so wie beim Bundesparteitag, zeigt Geschlossenheit und Einigkeit“, beschwor sie ihre Parteikollegen.

Ob nun Ruhe in die Wachtberger CDU einkehrt, wird sich zeigen. Denn auch nach der Wahl waren kritische Stimmen zu hören. So sei eine Diskussion und Aufarbeitung des Vergangenen unterbunden worden, so der Eindruck. Das könne er nicht bestätigen, sagte Boldt. Er habe lediglich darauf hingewiesen, dass er nach vorne schaue. Auch Jürgen Kleikamp, der zum Sprecher für Fraktion und Partei bestimmt wurde, hatte „das anders erlebt. Jeder hätte das sagen können, was er möchte“.

Ein weiterer Punkt, der einigen aufstieß: Boldt war bei der UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft) aktiv, ist seit Oktober 2018 Mitglied der CDU. Es sei bedauerlich, dass sich kein langjähriges Mitglied gefunden habe, das den Posten übernehmen wolle, hieß es. Der 46-Jährige nahm es gelassen. Seine fachliche Kompetenz habe schließlich niemand infrage gestellt, sagte Boldt.

Schmidt auf jeden Fall setzt auf die neue Spitze. „Das ist eine tolle Truppe mit ganz vielen neuen Gesichtern im Parteivorstand“, sagte der CDU-Bürgermeisterkandidat. Nun blicke er optimistisch auf die Kommunalwahl. Seine Zielvorgabe:  „40 Prozent plus, erneut alle 19 Ratsmandate direkt holen, und den Bürgermeister stellt wieder die CDU.“

Dem wird der neue Parteivorstand wohl zustimmen. Neben Boldt, Pick und Philippi gehören ihm Schatzmeister Joachim Heinrich und dessen Vertreterin Andrea Lohmeier an. Geschäftsführer bleibt Andreas Netterscheidt, ihm steht als Vize Steffen Kömpel zur Seite. Patrick Neumann wurde zum Mitgliederbeauftragten gewählt, Ralf Eberwein ist nun Internetbeauftragter. Beisitzer sind Volker Gütten, Anna Heck-Hansen, Reinhard Hertz, Alfred Kluth, Angelika Pick, Katharina Plath-Bombach, Christian Stock, Marion Wolber und Jörg von Wülfing.

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