Kommentar zum CDU-Bürgermeisterkandidaten in Wachtberg: Entzweite Partei

Kommentar zum CDU-Bürgermeisterkandidaten in Wachtberg : Entzweite Partei

Es war knapp für Jörg Schmidt, der nun zum Bürgermeisterkandidaten der Wachtberger CDU gewählt wurde. Zwar wurde in der Partei viel von „Geschlossenheit“ geredet, diese sollte sie aber auch erstmal herstellen, kommentiert GA-Redakteurin Silke Elbern.

Denkbar knapp hat sich Jörg Schmidt am Donnerstagabend die Chance auf den Einzug ins Rathaus 2020 gesichert. Die eine Stimme mehr steht auch sinnbildlich für die Zerrissenheit der Wachtberger Christdemokraten. In Partei und Fraktion rumort es schon seit Längerem. Von zwei Lagern möchte öffentlich natürlich keiner sprechen, das Wort „Grabenkampf“ fiel am Freitag aber.

Da wäre zum einen das Personalkarussell, das sich seit der letzten Wahl in Fraktions- und Parteispitze merkwürdig schnell drehte. Geschenkt, könnte man sagen, hinter Wechseln stehen meist Interessen. Allerdings kommen zur Politik der CDU im Ländchen oft Befindlichkeiten hinzu. Die – sehr plötzlich – versagte Unterstützung zur Wiederwahl des einstigen Beigeordneten Jörg Ostermann verwunderte nicht nur die anderen Fraktionen, sondern auch CDU-Mitglieder selbst.

Zumindest unglücklich, wenn auch rechtlich nicht zu beanstanden, wirkte die Nominierung des Parteivorstandes von Barbara Hausmanns. Nicht, weil diese keine fähige Kandidatin war, sondern weil die Kommission anscheinend gefunden hatte, ohne richtig zu suchen. Noch auf der Wahlversammlung kritisierte ein Mitglied, es sei nicht mit allen Interessenten gesprochen worden. So stellte sich kurz nach der „Empfehlung“ Hausmanns Fraktionsmitglied Jörg Schmidt als Gegenkandidat auf. Warum der Vorstand und er nicht vorher zueinanderkamen, müssen sich beide Seiten fragen lassen.

Verdächtig oft war denn auch bei der Nominierung des Bürgermeisterkandidaten von Geschlossenheit die Rede. Diese sollte die CDU im eigenen Interesse bald herstellen. Nach außen wie nach innen.

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