Wachtberger Umweltausschuss beschäftigt sich mit Baumpaten

Umweltausschuss : Baumpaten sollen Gemeinde Wachtberg helfen

Der Antrag der Wachtberger Grünen fand am Dienstagabend im Planungs- und Umweltausschuss Gefallen. Diskussion gibt es allerdings um die Einstellung einer Umweltfachkraft.

Gerade einmal 45 Minuten dauerte am Dienstagabend der öffentliche Teil der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses. Dennoch ging es für Politiker und Zuhörer gleich um zwei spannende Themen. Zum einen den Antrag der Grünen, ein Konzept für Baum- und Grünpatenschaften zu erstellen. Zum anderen die Stellenbeschreibung einer noch zu findenden Umweltfachkraft für die Gemeinde,

Der Hitzesommer 2018 gefolgt von einem Hitzesommer 2019 mit weiteren Rekorden und wenig Niederschlag hat die Grünen auf eine Idee gebracht. Warum nicht die Bürger, wie zum Beispiel in Bonn üblich, mit einspannen bei der Bewässerung und Pflege von Bäumen und Baumscheiben? „Dabei kann auf die Erfahrung von anderen Kommunen zurückgegriffen werden“, meinte Fraktionsvorsitzender Oliver Henkel. Es gehe den Grünen auch darum, Bürger zu motivieren, ihnen aber gleichzeitig eine Anlaufstelle für Fragen bieten zu können. „Das ist wieder eine Sonderaufgabe, ja, aber es ist schick, wenn man vor Ort was für den Naturschutz tun kann“, meinte Henkel.

Maike Scholz (CDU) befand die Überlegung an sich für gut, hätte sich aber gewünscht, dass die Verwaltung eine Einschätzung zu Haftungsfragen abgegeben hätte. „Die Patenschaften sind ja nicht bedingungslos, was ist zum Beispiel, wenn etwas zu stark gegossen wird oder wenn der Pate in Urlaub fährt?“, fragte sich Scholz. Henkel hingegen stellte sich hinter die Verwaltung und fand das verfrüht: „Es geht zunächst darum, ein Konzept zu entwerfen.“

Mit Selbigem könnte die FDP gut leben. „Es geht um das Unterstützen von Selbermachen, das finden wir gut“, meinte Friedrich Oettler. Vielleicht, so regte er an, könne man die Betreuung bei der noch zu findenden Freiwilligenagentur/-börse ansiedeln.

Ulf Hausmanns (CDU) wies darauf hin, dass Wachtberg eine „ungewöhnlich grüne Gemeinde“ sei. „Deshalb würde mich mal interessieren, wie viele Baumscheiben von der Gemeinde gepflegt werden“, so Hausmanns. Das seien aktuell 650, erwiderte Beigeordneter Swen Christian. Und er hatte weitere Zahlen in petto: „2015 hatten wir 1500 Bäume, 2019 sind es 3500 und am Ende sollen es 10 000 sein, für die wir Sorge tragen“, so Christian.

Es gebe schon Patenschaften beziehungsweise die Pflege von Baumscheiben, sagte Roswitha Schönwitz (SPD). „Man könnte die dort gemachten Erfahrungen sammeln“, meinte sie. Christian ergänzte, dass sich die Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung um die Töpferstraße in Adendorf kümmere. „Aber bislang geschieht alles eher unstrukturiert“, so der Beigeordnete. Das könnte sich bald ändern, denn einstimmig (bei drei Enthaltungen) sprachen sich die Politiker für die Konzepterstellung aus.

Immer noch nicht anfreunden kann sich die FDP mit der Berufung einer Umweltfachkraft. Für diese beabsichtigt die Gemeinde, wie berichtet, eine 30-Stunden-Stelle zu schaffen. Als Entlastung von Melanie Kamradt, die das Thema innerhalb ihres eigentlichen Gebiets Bauleitplanung betreut. „Es mag eine willkommene Entlastung sein, aber die Aufgaben rund um Naturschutz oder Ausgleichsmaßnahmen sind bisher doch erledigt worden“, kritisierte Oettler. Die Gemeinde sei völlig außerstande, diese Stelle zu finanzieren.

Das allerdings sah das Gros der Ausschusskollegen anders. „Wir kaufen eben fachliches Niveau für die Verwaltung ein, dass noch nicht vorhanden ist“, sagte Henkel. Grüne wie SPD sprachen sich sogar dafür aus, sich bei der Stelle eine Möglichkeit zur Vollzeit zu lassen, also mit „mindestens 30 Stunden“ auszuschreiben. Zumal dann sicher auch das Bewerberfeld größer werde, so Schönwitz. 2020 könnte die oder der Neue dann wohl im Rathaus anfangen.

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