Auf Initiative der SPD: Wachtberg soll Umweltfachkraft bekommen

Auf Initiative der SPD : Wachtberg soll Umweltfachkraft bekommen

Die Wachtberger SPD stellt ihren Antrag zurück, schon jetzt eine Arbeitsgruppe für Naturschutz einzuberufen. Das Thema spielt aber eine immer größere Rolle im politischen Alltag.

Dass das Thema Naturschutz im politischen Alltag eine immer größere Rolle spielen wird, da waren sich die Mitglieder des Wachtberger Umweltausschusses sicher. Nur über das Wie und Wann herrschte Uneinigkeit. Auslöser war ein Antrag, in dem die SPD vorschlug, eine Arbeitsgruppe für Naturschutz einzuberufen.

„Anlass war für uns die vorletzte Sitzung, in der es viele Baupläne mit furchtbaren Vorstellungen gab“, erklärte Roswitha Schönwitz. Eine Arbeitsgruppe könne unter anderem Auflagen für nicht überbaute Flächen erarbeiten. „Uns geht es aber auch um das Ausgleichsflächenkonzept der Gemeinde, das politisch nie diskutiert worden ist und das nicht nur aufgewertete Äcker vorsehen sollte“, meinte die SPD-Frau. Schließlich wolle man die attraktive Landschaft für die Bürger erhalten.

Maike Scholz (CDU) zeigte sich dem Ansinnen zwar offener gegenüber als ihre Fraktionskollegen, wollte aber die formelle Seite geklärt wissen. „Ein Arbeitskreis wäre zielführender, da es sich um eine geschlossene Gruppe handelt“, schlug sie vor. Dieser könne dann, wie von der SPD gefordert, Zielsetzungen von Pflanzauflagen, Modellprojekte zur Sensibilisierung der Bürger, die Verbesserung der Landschaftsstruktur sowie die Entwicklung von Ausgleichsflächen vorbereiten – für die einzustellende Umweltfachkraft.

An letzterer schieden sich die Geister. „Welche Position hat die Umweltfachkraft im Stellenplan?“, fragte Friedrich Oettler (FDP) in die Runde. Noch sei das eine fiktive Person im Haushaltsplan. „Ich halte es nicht für sinnvoll, ihr jetzt Aufgaben zu suchen“, betonte Oettler. Wie berichtet, ist ab 2020 eine solche Stelle im Haushalt vorgesehen. „Wenn der sich der Ausschuss nach der Sommerpause mit dem Thema Fachkraft beschäftigt, wird es auch um die Frage gehen, ob in Teil- oder Vollzeit“, sagte Wachtbergs Pressesprecherin Margrit Märtens.

Eine Arbeitsgruppe stellt für Oettler eine Komplizierung des Systems dar: „Es gibt doch schon eine Vielzahl an Initiativen, die das Feld beackern.“ Als Beispiele nannte er den Streuobstwiesenverein, den Runden Tisch Landwirtschaft oder das Team vom Schaugarten am Rathaus. Effizienz war auch ein Schlagwort für Oliver Henkel (Grüne). Erst müsse das Profil der Umweltfachkraft stehen, dann könne man weitere Schritte tun. Zumal es sich um originäre Themen des Ausschusses handele, für die man eher keine Arbeitsgruppe brauche. „Dann doch lieber einen Umwelt- oder Naturschutzbeirat, der die Verwaltung oder auch uns berät und eine andere fachliche Expertise hat“, schlug Henkel vor.

Wenig Unterstützung erhielt er dafür von Bernd Düsterdiek (CDU): „Wir sollten diesen Ausschuss nicht kleiner machen als er ist und haben auch hier viel Sachverstand.“ Hans-Otto Schacknies (SPD) entgegnete allerdings, es sei dem Ausschuss bislang eben nicht gelungen, die vorgebrachten Themen anzugehen. Sitzungschef Franz-Josef Jäger (CDU) brachte die Idee einer interfraktionellen Gruppe ins Spiel. „Die Wachtberger Natur wird nicht kaputtgehen, wenn wir mit der Einrichtung einer offenen Arbeitsgruppe noch warten“, so Jäger. Damit konnte die SPD leben, stellte den Antrag zurück und kündigte an, Schönwitz werde zu einem interfraktionellen Gespräch einladen.

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