Debatte im Umweltausschuss: Wird die Kiesgrube in Wachtberg zum Teich oder Acker?

Debatte im Umweltausschuss : Wird die Kiesgrube in Wachtberg zum Teich oder Acker?

Wachtberger Politiker lassen eine Nachnutzung der Kiesgrube prüfen. Im Planungs- und Umweltausschuss gab es außerdem eine längere Debatte über Schottergärten in der Gemeinde.

Neben vielem anderen befasste sich der Planungs- und Umweltausschuss am Dienstagabend unter anderem mit dem Thema Abstandsflächen. Anlass war der Antrag für ein Carport. Die Verwaltung empfahl, diesen abzulehnen, da nur drei Meter zur Straßengrenze blieben. „Wir appellieren an alle Antragsteller, die Fünf- Meter-Regelung unbedingt einzuhalten“, sagte Wolfgang Neusüß (SPD). Auch Maike Scholz von der CDU wunderte sich, warum der Ausschuss immer wieder solche Ausnahmen genehmigen solle.

Naturteich: Große Einmütigkeit herrschte auch beim Antrag der Wählervereinigung Unser Wachtberg, einen Naturteich auf Gimmersdorfer Gebiet prüfen zu lassen. „Wir würden von der Verwaltung gerne wissen, inwieweit die Kiesgrube als Naturteich nutzbar wäre“, sagte Thomas Franz (Unser Wachtberg). Hintergrund für den Antrag ist die Beobachtung der Fraktion, dass immer mehr Gewässer wie Dorf- und Löschteiche verschwunden seien. Gartenteiche böten vielen Tierarten jedoch keinen Ersatz. Die Fläche an der Kiesgrube in Nähe der Ausgleichsfläche der Gemeinde sei ideal für Amphibien und Insekten.

Argumente gegen Biotop: Ungünstige Lage

Ein Biotop sei immer gut, allerdings hielt Roswitha Schönwitz (SPD) die Lage für ungünstig, da man dort eher nicht spazieren gehe. Scholz (CDU) warf die Haftungsfrage auf, falls dort etwas passiere. Deshalb, so Oliver Henkel (Grüne), ergehe ja der Prüfauftrag für die „schöne Idee“. Was nicht nur Friedrich Oettler (FDP) so sah, sondern schließlich auch alle weiteren Ausschussmitglieder.

Beim Kreis zeigte man sich auf Nachfrage etwas verwundert über die Überlegung. „Die Abbaurechte laufen bis Ende 2019, danach soll die Grube verfüllt und als Ackerfläche rekultiviert werden“, so Antonius Nolden von der Pressestelle. Der Rekultivierungsplan müsse bis zum 15. Juni vorliegen. Allerdings habe die Firma die Absicht, noch länger abzubauen. Darüber sei noch nicht entschieden.

Schottergärten: Der für sie auch in Wachtberg zunehmenden Zahl von Schottergärten wollen die Grünen begegnen. Ihr Antrag, bestimmte Flächen „mindestens niederwüchsig zu begrünen“, zu erhalten oder „nach Abgang gleichartig zu ersetzen“, und dies in Bebauungsplänen zu erwähnen, war aber umstritten. „Warum muss es restriktiv sein, besser wäre ein Wettbewerb zum schönsten Vorgarten“, meinte Scholz.

Noch weiter ging Schönwitz: „Der Garten ist der ganz private Bereich des Bürgers, da finde ich Vorschriften schwierig.“ Für Henkel kein Argument, da der Ausschuss ja in anderen Bereichen des Grundstücks eingreife. Thomas Franz kritisierte die Bürger dafür, sich einerseits übers Insektensterben zu beschweren und dann auf dem Land Steingärten anzulegen.

Garten-Vorschriften werden häufig ignoriert

Der Leiter der Sitzung, Franz-Josef Jäger (CDU), führte an, dass bislang keine Kommune Vorschriften zu Gärten erlassen habe. „Und solange wir es nicht kontrollieren, bringen auch Vorgaben nichts.“ Beispielhaft las Jäger aus dem zehn Jahre alten B-Plan für das Neubaugebiet Rondo in Berkum vor. „Das haben nicht mal zehn Prozent der Gartenbesitzer eingehalten.“

Paragraf 8 der Bauordnung NRW führte Friedrich Oettler ins Feld. Dieser mache den Antrag überflüssig. Generell ordnungsrechtliche Konsequenzen einzuführen, forderte Bernd Düsterdiek von der CDU: „Wir müssen mehr Dampf auf den Kessel bringen.“ So etwas formuliere er gerne in einem Antrag, unterstütze aber nicht die Absichtserklärung der Grünen, „die nur populistisch schön ist“. Henkel wunderte sich zwar über den progressiven Vorschlag, war aber bereit, seinen Antrag vorerst zurückzuziehen. Für Schotterfreunde könnte es also künftig schwieriger werden in Wachtberg.

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