Wachtberg: „Leo´s Bistro“ verabschiedet sich mit Ein-Euro-Party

Gastronomie in Wachtberg : „Leo´s Bistro“ verabschiedet sich mit Ein-Euro-Party

Am Henseler Hof geht es zu Ende, wie es begann. Zum Abschied feiert Bistro-Betreiber Leo Bauckhage am 14. Dezember eine Ein-Euro-Party. Für ihn geht es an anderer Stelle weiter.

Dass der Platz vor dem Henseler Hof an der Konrad-Adenauer-Straße fertig wird, kann Leo Bauckhage nicht mehr mit seinen Gästen feiern. Die Umgestaltung des Platzes hätte eigentlich längst abgeschlossen sein müssen. Die Verzögerungen beim Bau waren auch mit ein Grund für Bauckhages Entschluss, den Pachtvertrag seinen Bistros zu kündigen.

Die Gemeinde Wachtberg als Vermieter kam ihm zwar einerseits entgegen und reduzierte die Pacht für das Bistro um 200 Euro pro Monat. Das habe aber auch nichts mehr geändert, sagte der Gastwirt. Letztendlich seien es wirtschaftliche Gründe gewesen, die ihn dazu bewogen, den Pachtvertrag zu kündigen. In den letzten Monaten seien die Umsätze der Gaststätte immer weiter gesunken. „Im kompletten Sommer habe ich vier Bier an Gäste vor der Kneipe verkauft, die Auswirkungen der Baumaßnahme waren also zu spüren.“

Bauckhages Absicht, seinen Laden dicht zu machen, hatte im Herbst Sorgen ausgelöst. „Wie vom Blitz getroffen“ sei er gewesen, sagte seinerzeit Andreas Wollmann, Vorsitzender der Ortsvertretung Niederbachem. Er erinnerte daran, dass die Immobilie lange leer stand, bevor Bauckhage sie 2016 übernahm. „Allerdings gab es vorher auch einen sehr schwierigen Brauereivertrag“, sagte Wollmann. Dieser existiere zwar nicht mehr, wohl aber noch das Problem der kleinen Küche. Er forderte daher, mit Sorgfalt ein Konzept zu erstellen, und das ebenfalls für den Saal, der sich direkt neben dem Bistro befindet.

Drei-Bausteine-Projekt für Henseler Hof

Im Herbst waren noch einmal die Ideen von zwei Wachtberger Familien zur Sprache gekommen. Sie hatten sich seinerzeit ein Konzept mit drei Bausteine für den Henseler Hof überlegt: Essen und Trinken (zum Beispiel mit kleinem Dorfladen, Eissalon, Märkten), eine Kreativwerkstatt (mit Kursen rund ums Kochen, Handwerk, Sport) und Dorfleben (mit Helfern, zum Beispiel bei Einkäufen). Das Ganze als Netzwerk aus Bürgern und Verwaltung. Ob sie zu den Interessenten für das Bistro gehören, die es laut Gemeinde gibt, ist unklar.

„Leo´s Bistro“ und der Gastronom waren in den vergangenen drei Jahren geschätzt. Mit seinem Essen lockte er viele Fans von Hausmannskost an. Bauckhage serviert seine Frikadellen, den legendären selbst gemachten Kartoffelsalat sowie die Gulaschsuppe bald an anderer Stelle. Ab 16. Dezember betreibt er in Oedingen die Gaststätte „…bei Leo“. Für seine Gäste in Niederbachem gibt es am 14. Dezember eine „Ein-Euro-Abschiedsparty“. Mit einer „Ein-Euro-Begrüßungsparty“ habe er im Oktober 2016 das Bistro eröffnet. Bauckhage sagt: „Ich habe hier viele nette Leute kennengelernt und bewirtet.“ Als allerletzte Veranstaltung wird es eine private Familienfeier am 15. Dezember geben.

Mehrere Knobelgruppen, Skatfreunde und Dartspieler freuten sich bei wöchentlichen Treffen im Bistro über einen zentralen Treffpunkt im  im Ort. Denn Flair, Charme und eine anregende Atmosphäre waren es, was Leo Bauckhage und sein Team anboten. „Natürlich hätte ich mich über mehr Niederbachemer in meiner Gaststätte gefreut“, ergänzt Leo und verweist darauf, dass ihm dies auch zu Festen von anderen Veranstaltern aufgefallen sei. Auch sie hätten mehr Besucher aus Bad Godesberg angelockt als aus dem nächsten Umfeld in Niederbachem.

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