Kommentar zur Asklepios Kinderklinik: Pistole auf die Brust gesetzt

Kommentar zur Asklepios Kinderklinik : Pistole auf die Brust gesetzt

Jetzt ist es offiziell: Der Asklepios-Konzern will die Kinderklinik in Sankt Augustin am liebsten komplett dicht machen. Ob der Antrag allerdings die Hürden des Strukturfonds nimmt, ist offen. Ein Kommentar.

Die Klinikschließung in Sankt Augustin ist keineswegs beschlossene Sache. Das Signal ist aber deutlich: Die Klinikleitung setzt dem Land buchstäblich die Pistole auf die Brust. Das NRW-Gesundheitsministerium hatte bisher immer auf die Ergebnisse der neuen Krankenhausbedarfsplanung im Herbst verwiesen. Spätestens dann sollte aber der Exodus aus Sankt Augustin so weit fortgeschritten sein, dass sich die Klinik mangels Personal quasi selbst auflöst. Wenn der Standort erhalten bleiben soll, dann ist schnelles Handeln gefordert.

So absurd es auf den ersten Blick klingt: Wer Krankenhäuser schließt, bekommt dafür auch noch Steuergelder. Das soll einem Überangebot entgegenwirken. Zwei Kinderherzzentren in unmittelbarer Nähe erscheinen tatsächlich nicht sinnvoll. Aber was ist mit den weiteren Abteilungen? Die niedergelassenen Kinderärzte in Bonn und der Region haben bereits Alarm geschlagen, weil sie vor allem in den Wintermonaten einen Bettenmangel für Kinder und Jugendliche befürchten.

Fraglich ist auch, was aus dem Ronald McDonald Haus wird, das direkt neben der Sankt Augustiner Klinik als „Zuhause auf Zeit“ für die Familien der schwer kranken Kinder gebaut wurde. Die Baukosten von 5,5 Millionen Euro stammten größtenteils aus Spenden. Das verpflichtet zu einem Zukunftskonzept.

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