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Platz an der Bonner Museumsmeile: umfangreiche Sanierung ist beendet

Blickfang mit Labyrinth und Fontänen : Monatelange Sanierung des Bonner Museumsplatzes ist beendet

Die achtmonatige Sanierung des Platzes an der Museumsmeile ist beendet. Bäume, ein Heckenlabyrinth und derzeit ein begehbarer Springbrunnen sollen die Besucher anlocken. Das Baubudget von 2,5 Millionen Euro wurde unterschritten.

Zuletzt verschlechterte sich der Zustand des Museumsplatzes zwischen Bundeskunsthalle und Kunstmuseum Bonn immer mehr. Regenwasser floss nicht mehr richtig ab. Auch der Zugang für Menschen, die gehbehindert sind, war erschwert. Gründe genug für eine umfangreiche Sanierung, beschloss die Bundeskunsthalle. Nun sind die Arbeiten des Berliner Landschaftsarchitekturbüros Neumann Gusenburger nach rund acht Monaten abgeschlossen, der Platz ist seit Donnerstag wieder begehbar.

Jetzt offenbart sich den Besuchern die Freifläche so, wie sie ursprünglich vom Wiener Architekten der Bundeskunsthalle und des Platzes, Gustav Peichl, Ende der 1980er Jahre geplant wurde. Ein besonderer Blickfang ist ein Heckenlabyrinth. Wenige Jahre nach der Platzeröffnung 1992 war es entfernt worden. „Wir haben entschieden, es wieder auf den Platz zu bringen, um die ursprüngliche Planung zu zeigen“, erklärte am Donnerstag Patrick Schmeing, kaufmännischer Geschäftsführer der Bundeskunsthalle. Auch wurden, wie Peichl es damals vorgesehen hatte, vier Reihen Bäume gepflanzt. „Die größte Herausforderung war der ästhetische Aspekt des Platzes – nämlich ihn so wiederherzustellen, wie Peichl es wollte“, so Schmeing weiter.

Bäumebeschaffung war nicht leicht

Die Beschaffung der Bäume stellte für den verantwortlichen Gartenbauingenieur Friedrich Meiberth eine schwierige Aufgabe dar. Schließlich mussten die hier nicht heimischen Bäume der Art Lorbeerkirsche (nicht zu verwechseln mit Kirschlorbeer) alle in entsprechender Größe besorgt werden. „Die Bäume sind sehr insektendienlich, sie sind eine gute Futterpflanze“, erläutert Meiberth. Er sieht einen weiteren Vorteil in der Tatsache, dass die Lorbeerkirsche immergrün ist: „So hat man selbst im tristen Winter einen erfreulichen Anblick.“

Laut Schmeing wurden neben der Ästhetik auch die anderen Ziele der Sanierung erfüllt. Durch zahlreiche Sitzmöglichkeiten und eine neue Beleuchtung sei die Aufenthaltsqualität des Platzes verbessert worden. Schmeing hofft, so einen Abendtreffpunkt geschaffen zu haben. Auch ist der Platz nun für alle gut begehbar. Beispielsweise wurde die Stufe vor der Bundeskunsthalle am Platz durch eine Rampe ersetzt. Nicht zuletzt habe man es trotz Corona geschafft, den Zeitplan weitestgehend einzuhalten, freut sich Schmeing. „Auch sind wir deutlich unter unserem Budget von 2,5 Millionen Euro geblieben.“

Besucher des 3200 Quadratmeter großen Platzes können sich auch auf temporär aufgestellte Kunstwerke freuen. Zurzeit ist die Wasserskulptur „Circular Appearing Rooms“, der Höhepunkt und Besuchermagnet der Ausstellung „Playground Outdoor“ von 2018, wieder installiert. Die Skulptur des dänischen Künstlers Jeppe Hein könne man hoffentlich jeden Sommer aufbauen, so Schmeing. Des Weiteren sollen auf dem Platz auch kleinere Konzerte stattfinden. Wegen der Corona-Krise ist dies aber erst für 2021 geplant.