1. Bonn

Karneval im Krankenhaus: Bonner Prinzenpaar besucht Palliativstation

Karneval im Krankenhaus : Bonner Prinzenpaar besucht Palliativstation

Prinz Richard I. und Bonna Katharina III. haben etwas Frohsinn in die Uniklinik gebracht. Darüber freute sich eine 62 Jahre alte Patientin ganz besonders.

Nach dem Besuch von Prinz Richard I. und Bonna Katharina III. sitzt Manuela S. mit strahlendem Lächeln und einer roten Kunststoffnase auf einem Stuhl im Flur der Palliativstation. Die 62-jährige Patientin der Uniklinik, die seit ihrer Jugend in Wachtberg lebt, ist sichtlich gerührt vom Besuch des Bonner Prinzenpaars. Die beiden verwandelten am Donnerstag die Station am Venusberg kurzzeitig zur Karnevalshochburg. „Der richtige Karneval findet nicht in großen Sälen statt, sondern bei solchen Ereignissen hier und auf der Straße“, sagte die Patientin dankbar und blickt auf die vielen Karnevalserinnerungen der letzten 62 Jahre zurück.

Das Klinikpersonal, das sich viel Mühe mit der Auswahl von Verkleidungen und stimmungsvoller Musik gegeben hatte, begrüßte den Prinz und die Bonna. Die Humoristen „Lilly und Robert“, die schon seit drei Jahren regelmäßig im Bonner Klinikum für gute Laune sorgen, hatten ihre Instrumente schon ausgepackt und brachten die Stimmung schnell zum Höhepunkt.

Richard I. schien sichtlich angetan. Die vielen Termine als Prinz seien für ihn eine Freude, „weil ich so etwas erleben darf, wie jetzt“. Die Rheinländer können „sehr stolz auf den Karneval“ sein, sagte er. Katharina III. schloss sich dem an und dankte dem Personal für den unermüdlichen Einsatz. „Danke an all diejenigen, die jeden Tag hier herkommen“, sagte sie und hob die ehrenamtlichen Unterstützer hervor. „Wir wissen alle, dass wir einen Pflegenotstand haben“ – umso mehr Dank gebühre dem engagierten Personal.

Dass Prinz und Bonna auf ihrer Tour auch das Uniklinikum besuchen, hatte sich erst vor zwei Wochen entschieden – und sei nur durch gute Kontakte so kurzfristig möglich gewesen, sagte die Pressesprecherin des Klinikums, Susanne Wagner. Umso glücklicher sei man gewesen, den Patienten die frohe Botschaft verkünden zu können, sagte auch Klinikdirektor Lukas Radbruch: „Das hat uns von Herzen gefreut.“

Damit ist er nicht alleine: „Ich habe davon erst gestern gehört“, sagte Patientin Manuela S. und lachte. Sie sei überrascht gewesen, die letzte Begegnung mit einem Prinzenpaar sei schon „viele Jahre her“, so die 62-Jährige. Und dieses Mal hatten die beiden Gesichter des Bonner Karnevals sogar ein eigenes Lied, den „UKB-Blues“, für sie gesungen. Den Besuch empfindet Manuela S. als Besonderheit, karnevalsbegeistert war sie schon immer. „Einen ganzen Schrank voller Kostüme“ habe sie, sagt sie.

„Ich habe Erschreckendes erlebt, aber auch ganz wunderschöne Dinge wie auf dieser Station“, erzählt Manuela S. mit Blick auf die vielen Kliniken, die sie in den letzten Jahren gesehen hatte. „Ich finde das total klasse.“ Sie sei dankbar, dass das Personal „immer ein freundliches Wort“ auf den Lippen habe. „Es mag auch Hundert andere Palliativmöglichkeiten geben, aber hier steht das Leben im Vordergrund und nicht das Sterben.“