Kirschblüten in Bonn: 30 neue Bäume in der Altstadt gepflanzt

Kirschblüten in Bonn : Stadt Bonn pflanzt neue Kirschbäume in der Altstadt

In der Bonner Altstadt sind rund 30 neue Kirschbäume gepflanzt worden. In der Anfangszeit ist der Nachwuchs sehr empfindlich, weshalb er speziell gepflegt wird. Bis die Bäume ihre volle Pracht erreichen, werden noch Jahre vergehen.

Die Bonner Kirschblüte hat Nachwuchs bekommen: Die Stadtverwaltung hat vor Kurzem rund 30 neue Kirschbäume in der Altstadt gepflanzt. Im vergangenen Jahr waren die alten Bäume gefällt worden, weil sie morsch, teilweise abgestorben und von Pilzen befallen waren.  „Deshalb konnten wir das Holz auch nicht weiter nutzen, sondern mussten es entsorgen“, erklärt Andrea Schule vom Bonner Presseamt. Generell würden derzeit in der ganzen Stadt Bäume gepflanzt, was in den Wintermonaten üblich sei.

Die Kirschen sind noch jung und wurden vorher in einer Baumschule auf etwa vier Meter Höhe herangezogen. „Sie sind jetzt sehr empfindlich“, sagt Schulte. Bei solchen Pflanzaktionen beauftragt die Stadt eine externe Firma, die zudem auch eine Gewährleistung gibt. In den ersten vier Jahren übernehme das Unternehmen die gesamte Pflege inklusive der Wässerung. „Das kann alle zwei Wochen sein, wenn es nass ist, in einem trockenen Sommer aber auch zwei Mal die Woche.“ Geht ein Baum in dieser Zeit ein, ist vertraglich festgelegt, dass die Firma ihn ersetzt.

Zu erkennen sind die neuen Kirschbäume nicht nur an ihrer Größe, sondern auch einem weißen oder gelben Schutzanstrich auf dem Stamm. Zudem stehen neue Holzgestelle um sie herum, um sie zu stützen. Auch wenn die Bäume ähnlich aussehen, sind es verschiedene Sorten. So stehen beispielsweise in der Breite- und der Heerstraße ausschließlich die japanischen, rosa blühenden Nelkenkirschen. „Wir pflanzen immer das nach, was auch vorher an dieser Stelle stand“, sagt Schulte.

Bis die Kirschbäume ihre volle Pracht zeigen, werden noch etwa zehn Jahre vergehen. „Sie blühen zwar jetzt schon, aber natürlich nicht so stark wie die älteren Bäume, das wird von Jahr zu Jahr mehr.“ Gepflanzt wurden die ersten Kirschbäume in der Bonner Altstadt Ende der 1980er Jahre bei einer Stadtteilsanierung, mittlerweile haben sie eine beachtliche Größe erreicht. Dass die Bäume gefällt werden, sei ein normaler Vorgang: „Da Zierkirschen zu den relativ kurzlebigen Baumarten gehören und Straßenbäume zudem vergleichsweise schwierige Standortbedingungen haben, erreichen die Bäume nun nach und nach ein Alter, in dem sie absterben“, so die Stadtverwaltung. Neue Fällungen seien für dieses Jahr nicht vorgesehen. „Aber man muss abwarten, wie der Sommer wird“, sagt Schulte. Wenn es wieder eine lange Hitze- und Trockenperiode gebe, könne es durchaus passieren, dass Bäume absterben würden.

Die Bonner Kirschblüte lockt jedes Jahr im April Tausende Besucher. Dabei hatte es auch immer wieder Probleme gegeben. So beschwerten sich Anwohner über die Verkehrssituation, weil die Menschenmassen für das beliebte Fotomotiv die Straßen blockierten. Zeitweise mussten die Wege deshalb für Fahrzeuge gesperrt werden. Die Situation schaukelte sich so weit hoch, dass es Vandalismus an den Kirschbäumen gab. Mitte April waren 43 Bäume an der Heerstraße von Unbekannten beschmiert worden. Zudem gab es Drohplakate mit aufgeklebten Zeitungsschnipseln: „7000 Nägel – an alle Bonner. Wenn das Kirschblütenfest nicht ab sofort genossen und der Fotowahnsinn nicht jestoppt wird, jagen wir 7000 Kupfernägel in die Bäume. FF.“ Die Polizei konnte keine Täter ermitteln, umgesetzt wurde die Drohung aber auch nicht.