Rheinische Apfelroute Meckenheim: Besuch bei der Brennerei Brauweiler

Ausflugs-Tipp : Bei der Brennerei Brauweiler landet der Apfel in der Flasche

Direkt an der neuen, insgesamt 124 Kilometer langen Rheinischen Apfelroute gelegen, haben Irmgard Brauweiler und Brennerin Laura Aßenbacher in ihrem Hofladen ganz spezielle Leckerbissen zu bieten: Hochprozentiges aus Apfel, Birne oder Quitte.

Drei Millionen Apfelbäume stehen Spalier im Rheinland. Zusammen mit Birnen-, Pflaumen- und Kirschbäumen, Erdbeeren und anderen Fruchtpflanzen liefern sie jeden Sommer und Herbst die süßen Früchte aus dem drittgrößten Obstanbaugebiet in Deutschland.

Aber nur eine Familie von rund 50 Betrieben an der Apfelroute macht daraus auch Hochprozentiges. Direkt an der neuen, insgesamt 124 Kilometer langen Rheinischen Apfelroute und mitten in den Obstplantagen am Stadtrand von Meckenheim gelegen, haben Irmgard Brauweiler und Brennerin Laura Aßenbacher in ihrem Hofladen ganz spezielle Leckerbissen zu bieten. Sortenreine Edelbrände von Apfel, Birne und Quitte, Gin „aus de Strüch“, aber auch Raritäten wie Apfellikör oder der Beethoven-Brand aus Apfelwein, im Holzfass gelagert, stehen auf den Tischen und in den Holzregalen.

Während Whiskey, Gin und Wodka aus kleineren Privatbrennereien erst seit einigen Jahren international in Mode kommen, haben Brauweilers schon zur Jahrtausendwende in Stuttgart-Hohenheim nochmals die Schulbank gedrückt und die Geheimnisse der Destillation gelernt. „Wir haben uns überlegt, wie wir etwas unabhängiger vom reinen Saisongeschäft der Apfelernte werden können“, sagt Irmgard Brauweiler, die damals mit ihrem Ehemann aktiv wurde. Da Gerätschaften aus glänzendem Kupfer die 60-Jährige ohnehin faszinierten, war es umso schöner, als nach nur sechs Monaten die eigene Destille aus Süddeutschland angeliefert wurde.

11.000 Liter Alkohol im Lager der Brennerei Brauweiler

Heute steht die Destille hinter verplombtem Glas in einem Anbau. Aus den geschredderten Früchten, die in großen Mengen von den eigenen Plantagen und auch von anderen Kunden geliefert werden, vergärt der Fruchtzucker nach der Entsaftung und Zugabe von Hefe in Gärbehältern oder blauen Gärtonnen zu Alkohol. In mehreren Stufen wird der Alkohol dann aus der Maische destilliert und schließlich mit Wasser wieder auf 42 Prozent verdünnt.

„Wir haben rund 11.000 Liter Alkohol im Lager“, sagt Brennerin Laura Aßenbacher, die den Produktionsprozess überwacht. Die 29-Jährige kommt aus der Region und hatte schon ein Schulpraktikum in einer Schnapsbrennerei gemacht. „Meine Eltern hielten mich für verrückt, als ich das beruflich machen wollte“, lacht sie.

Natürlich wurde Laura Aßenbachers Einstellung in der Brennerei mit einem hochstieligen Gläschen Edelbrand besiegelt. „Wenn man das eigene Produkt nicht mag, hat das überhaupt keinen Sinn“, findet Irmgard Brauweiler. Nur dem Stachelbeerbrand, der noch in einigen Restflaschen im Keller lagert, kann sie persönlich nichts abgewinnen.

Bei der Brauerei Brauweiler kommt kein Zucker ins Produkt

Dabei wird im Familienbetrieb, zu dem auch Sohn Ralf mit seiner Saftproduktion gehört, viel experimentiert. Im vergangenen Jahr haben die Damen einen Brand aus Bananen hergestellt und kamen sich beim kollektiven Schälen vor wie eine Affenhorde. Nur Zucker kommt nicht ins Produkt. „Bei uns entscheidet allein die Natur, wie die Brände werden“, versichert Brauweiler. Dazu kommt die Lagerung im Holzfass. Erst nach mindestens drei Jahren wissen die beiden Frauen, ob sie gute Arbeit geleistet haben.

Wer probieren möchte, der kommt natürlich am besten mit dem Rad vorbei. 2020 sollen die zwölf Rastplätze an der Apfelroute mit Info- und Erlebnisstationen zur Obst- und Gemüseproduktion aufgewertet werden. Auf der Homepage stehen GPS-Tracks zum Laden in entsprechende Outdoor-Navigations-Apps fürs Smartphone wie Komoot, Naviki oder Google Maps zur Verfügung.

Info: Der Hofladen der Brennerei Brauweiler, Krötenpfuhl 8, Meckenheim-Altendorf, Tel. (02225) 73 85, hat werktags von 14 bis 18.30 und samstags 9 bis 14 Uhr geöffnet. Infos: www.brennerei-brauweiler.de; www.apfelroute.nrw

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