A565 bei Meckenheim-Merl: Neue Brücke entsteht ab Dezember 2019

pezieller Korrosionsschutz : Neue Brücke über die A565 bei Merl entsteht ab Ende 2019

Ende des Jahres beginnen die Arbeiten für den Neubau der Autobahnüberführung bei Meckenheim-Merl. Die Brücke war im Juli 2018 abgerissen worden, weil sie nicht mehr verkehrssicher war.

280 Tonnen Stahl- und Betonschutt lagen Ende Juli des vergangenen Jahres auf der voll gesperrten A565 bei Meckenheim-Merl. Sie waren die Überbleibsel des nächtlichen Abrisses der Brücke für Fußgänger und Radfahrer über der sonst viel befahrenen Autobahn zwischen den Anschlussstellen Meckenheim-Nord und Merl. Zuvor hatten Fachleute im Auftrag des Landesbetriebs Straßen NRW festgestellt, dass die 1973 gebaute Spannbetonbrücke nicht mehr verkehrssicher war und darum gesperrt werden musste.

Zwischen den Anschlussstellen Meckenheim-Nord und Merl war während der Sommerferien 2018 die Autobahn für rund 34 Stunden gesperrt. Zwar wehrte sich die 61 Meter lange Autobahnquerung lange gegen ihren Abriss, letztlich lief das zerstörerische Werk aus Sicht der Fachleute aber wie am Schnürchen. Wie der General-Anzeiger jetzt erfuhr, soll Ende dieses Jahres an gleicher Stelle eine neue Brücke entstehen. Das bestätigte Tobias Zoporowski, Pressesprecher des Landesbetriebs Straßen NRW, dem GA.

Die neue Überquerung für den unmotorisierten Verkehr soll eine besondere Brücke werden, erklärte Zoporowski. Denn: Der Geldgeber des Projektes, der Bund, habe entschieden, dass die Brücke nicht nur erneuert wird, sondern bei der Neubauplanung eine Innovation berücksichtigt wird. Diese Innovation besteht darin, dass die Brücke einen besonderen Anstrich, respektive Korrosionsschutz erhält - eine sogenannte Spritzverzinkung. Diese Schutzvorkehrung für das Bauwerk ist laut Landesbetrieb "dauerhafter als normaler Korrosionsschutz sein soll", so Zoporowski.

Straßen NRW erhofft sich längeren Korrosionsschutz

Die Straßenbauer erhoffen sich von dieser technischen Finesse, dass es erst später als üblich zu einer Korrosionsschutzerneuerung kommen sollte - etwa nicht nach rund 25 Jahren, sondern erst nach 40 Jahren. Durch diese Innovation werde die neue Merler A 565-Brücke zu einem Pilotprojekt für den Bund. Hintergrund: Diese Art des Korrosionsschutzes ist bereits in ähnlicher Art erfolgreich bei Spundwänden zur Anwendung gekommen und soll nun an Brücken erprobt werden, damit es beim Bau von Brücken zur Regel werden kann.

Der Pilotcharakter des Bauvorhabens sorgt planerisch für eine Novität: Der Entwurf der neuen Brücke werde nicht wie üblich in der Krefelder Autobahnniederlassung des Landesbetriebs geprüft und genehmigt, sondern als sogenannte "Zustimmung im Einzelfall" für Pilotprojekte des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin und dem Landesverkehrsministerium in Düsseldorf vorgelegt, die dann beide grünes Licht geben müssen. "Dies ist ein etwas längerer Vorgang als bei konventionellen Projekten, die ansonsten in eigener Zuständigkeit genehmigt werden", berichtet Zoporowski.

Sperrungen und Verengungen auf A565 sind möglich

Nach derzeitigem Stand habe der Bund die Vorzugsvariante mit dem Namen "Stahlbrücke mit oben liegendem Fachwerk" akzeptiert, die nun im Entwurf etwas detaillierter beschrieben und dem Bund dann inklusive des Korrosionsschutzes zur Zustimmung vorgelegt werden muss. "Da ich die Zeitdauer der Genehmigungen bei den vorgesetzten Dienststellen nicht genau abschätzen kann, denke ich, dass wir erst frühestens Ende des Jahres mit den Neubauarbeiten vor Ort beginnen können", erklärte der Pressesprecher des Landesbetriebs. Je nach Witterung werde die Brücke dann circa im zweiten Quartal des Jahres 2020 wieder für den Verkehr freigegeben sein.

Wie gierige Heuschrecken nagten die Abrissbagger 2018 auf der gesperrten A565 an der Brücke bei Merl. Foto: Martin Gausmann

Ob es während der Bauarbeiten zu Fahrbahnverengungen oder Sperrungen kommen wird, lasse sich "zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös beantworten", sagte Tobias Zoporowski. "Es kann sein, dass wir die Fahrspuren verengen oder verschwenken müssen, wenn wir Stützpfeiler im Mittelstreifen setzen oder bei Arbeiten im Randbereich", so der Behördensprecher. Meistens seien Baustellen für diese Aufgabenstellung - schon aus Sicherheitsgründen - "mit einer Geschwindigkeitsreduzierung verbunden".

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