Rhein-Sieg-Kreis: Städte sehen Kork im Kunstrasen kritisch

Umweltschutz-Debatte im lokalen Fußball : Linksrheinische Städte sehen Kork im Kunstrasen kritisch

Kunstrasenplätze sind durch die derzeitige Umweltschutz-Debatte ein wenig in Verruf geraten. Nun werden nach Alternativen zum Plastikstreu gesucht. Die Städte und Gemeinden im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis sehen allerdings den Einsatz von Kork kritisch.

Kunstrasenplätze, der Stolz vieler Fußballvereine, sind ein wenig in Verruf geraten. Sowohl das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) als auch in der Folge die Europäische Chemikalienagentur ECHA sehen eine Gefahr beim Einsatz bestimmter Füllstoffe wegen der Verwehungen von Mikroplastik in die Umwelt. Zwar will die EU Kunstrasenplätze weder verbieten noch stilllegen, allerdings müssen sich die Verantwortlichen landauf, landab Gedanken über Alternativen zum Kunststoff als Füllmaterial für die Elastizität der Plätze machen. Der GA hat in den Kommunen im Linksrheinischen nachgehakt:

Swisttal:

Die Gemeinde wird zunächst ihre Vorräte des bislang verwendeten Kunststofffüllmaterials für die Plätze in Odendorf und Heimerzheim verbrauchen, in Zukunft aber alternative Füllstoffe wie Kork einbringen. Über diese Vorgehensweise hat die Verwaltung jetzt die Mitglieder des Bau-, Vergabe- und Denkmalschutzausschusses informiert. Zugleich plädiert Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner dafür, zunächst die Praxistests zu beobachten, ehe man sich dauerhaft für ein alternatives Material entscheide.

Rheinbach:

Ähnliche Überlegungen wie in Swisttal gibt es auch in Rheinbach. "Die Verwendung von natürlichen Einstreugranulaten, wie beispielsweise Kork, wird nicht als unproblematisch angesehen", teilt Stadtsprecher Norbert Sauren auf Anfrage mit. Da solche Stoffe verwittern und kaum erprobt seien, sei fraglich, ob sie extremen Witterungsbedingungen standhalten. "Insbesondere Kork ist nicht winterfest, als natürlicher Stoff vergänglich und droht unter Umständen sogar zu schimmeln", sagt Sauren. Von den fünf Kunstrasenplätzen ist nur die Sportanlage "Am Stadtpark" in städtischer Pflege. Hinsichtlich der Verwendung alternativer Einstreugranulate stehe man im Dialog mit dem Stadtsportbund und den Vereinen. Die Stadt begrüße die Suche nach Alternativen. Dabei gelte es, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im Blick zu halten.

Meckenheim:

Die Verwaltung meldet noch geringe Restbestände an Kunststofffüllmaterial, wie Sabine Gummersbach von der städtischen Pressestelle mitteilt. Für die beiden großen Kunstrasenplätze und das Minispielfeld gebe es entsprechende Überlegungen zu alternativen Füllmaterialien.

Alfter:

Die Gemeinde will Nägel mit Köpfen machen. "Es wird in Zukunft in Alfter auf die Verwendung von Kunststoffgranulaten verzichtet werden", sagt Pressesprecherin Maryla Günther. Im Gemeindegebiet gibt es vier große Kunstrasenplätze und einen kleinen Bolzplatz, der mit Kunstrasen ausgestattet ist. Die Pflege der Plätze obliegt laut Günther allerdings den Vereinen.

Bornheim:

Von den insgesamt sieben Kunstrasenplätzen liegt nur der an der Erftstraße in Hersel in der Verantwortung der Stadt. Auch in der Vorgebirgsstadt tut man sich mit Kork als Alternative (noch) schwer. "Da bisher kein Verein im Stadtgebiet dieses Material verwendet, gibt es keine Erfahrungswerte", sagt Pressesprecherin Susanne Römer-Winkler. Ein Ersatz für Kunststoffgranulat müsse unter verschiedenen Gesichtspunkten bewertet werden. Dazu zählten Umwelt, Gesundheitsschutz, Verkehrssicherheit und Substanzerhaltung, so Römer-Winkler. Die Stadt stehe in Kontakt mit den Vereinen, die sich um sechs Kunstrasenplätze kümmern.

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