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Schulen in Bornheim : Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium will weg vom Ganztag

Das Bornheimer Alexander-von-Humboldt-Gymnasium will eine neues Modell für die Gestaltung der Schultage. Das hat Kritik hervorgerufen. Allerdings nicht an der Schule, sondern an der Stadt.

Geht es nach CDU, FDP und UWG, soll sich der Bornheimer Schulausschuss zu einer Sondersitzung treffen – vielleicht noch in diesem Jahr. Laut einer Pressemitteilung der Ratsfraktionen soll es in der Sitzung um das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium gehen. „Die Schulkonferenz des Gymnasiums hat den Wechsel vom gebundenen Ganztagsgymnasium zum Modell ‚Halbtag plus’ beantragt“, heißt es in der Pressemitteilung. Dieses Modell verknüpfe Unterricht bis zum Mittag mit freiwilligen Angeboten am Nachmittag. In zahlreichen Kommunen in NRW sei das gelebte Praxis für Gymnasien, die vom Abitur nach acht Jahren (G 8) zurück zum Abitur nach neun Jahren (G 9) wechseln, so CDU, FDP und UWG weiter. Auch die Bornheimer Schule geht diesen Weg.

Nun kritisieren CDU, FDP und UWG, dass trotz einer frühzeitigen Entscheidung der Schule die Stadtverwaltung dem Schulausschuss noch keine Beschlussvorlage vorgelegt habe, schließlich obliege diese Entscheidung der Politik. „Die Zeit drängt, denn die Bornheimer Eltern wollen Klarheit darüber haben, ob das Gymnasium ab dem Sommer im Ganztag oder im Halbtag fortgesetzt wird“, sagte Gabriele Kretschmer, schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, laut Pressemitteilung. Es sei nicht akzeptabel, dass der Bürgermeister den Ausschuss erst wenige Tage vor dem Anmeldeschluss offiziell mit dieser Frage befassen wolle.

Schul-AGs sollen auf freiwilliger Basis angeboten werden

Matthias Kabon, schulpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, ergänzte: „Uns irritiert besonders, dass die Stadtverwaltung offenbar ohne Absprache mit dem Ausschuss ein anderes Modell verfolgt hat als von der Schule beantragt. Wir respektieren den Wunsch der Schule, begrüßen den ‚Halbtag plus’ und fordern die Verwaltung auf, auf dieser Basis zu arbeiten und keine Alternativen zu entwickeln, die das Schulgesetz ohnehin nicht hergibt.“ Josef Müller, schulpolitischer Sprecher der UWG-Fraktion, gab zu bedenken, dass möglicherweise Fördergelder für den Bau der Mensa des Gymnasiums zurückgezahlt werden müssten, wenn es keinen Ganztag mehr gebe.

Während die Schule am Freitag eine Anfrage des General-Anzeigers nicht beantworten konnte, nahm die Stadt Stellung dazu. Laut Sozialdezernentin Alice von Bülow hat die Schulkonferenz – bestehend aus Lehrern, Schülern und Eltern – mit einer Stimme Mehrheit entschieden, den sogenannten gebundenen Ganztag aufzugeben und zum Modell „Halbtag plus“ zu wechseln. Dieses sehe, so von Bülow, keinen verpflichtenden Unterricht in den Nachmittagsstunden vor. Dann könnten AGs auf freiwilliger Basis angeboten werden. Eltern hätten somit die Wahl, ob ihr Kind daran teilnimmt oder nach Hause geht.

Anmeldeverfahren findet Mitte Februar 2020 statt

Laut von Bülow wurde das im Juni beschlossen und im Juli der Verwaltung mitgeteilt. Sodann habe es Gespräche gegeben. Es habe sich gezeigt, dass eine größere Mehrheit der Schulkonferenz Sympathien für ein Modell habe, das einen Ganztag für die Klassen fünf und sechs vorsehe und den „Halbtag plus“ erst ab Klasse sieben. Das Problem: Das ist rechtlich bislang nicht vorgesehen. Laut von Bülow hat die Stadt sich ans NRW-Schulministerium gewandt, ob ein Pilotprojekt möglich wäre. „Das liegt noch in Düsseldorf“, sagte von Bülow. Die Stadt wartet aber nicht nur in dieser Sache auf eine Antwort, sondern auch auf die Frage in Sachen Fördermittel. „Wir gehen aber davon aus, dass das Geld nicht zurückgezahlt werden müsste“, befand die Dezernentin. Und die Sondersitzung? Das nächste Mal regulär tagt der Schulausschuss am Dienstag, 21. Januar 2020. Von Bülow meinte, dass das zeitlich für eine Änderung zum Schuljahr 2020/21 ausreicht. Das Anmeldeverfahren für das Gymnasium sei Mitte Februar und dann wüssten die Eltern, wo sie dran sind.