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Sportausschuss in Königswinter: Sanierung des Sportplatzes in Oberpleis kostet 550.000 Euro

Sportausschuss in Königswinter : Sanierung des Sportplatzes in Oberpleis kostet 550.000 Euro

Der Königswinterer Sportausschuss befasst sich mit der neuen Sportanlage in Oberpleis und dem benachbarten Multifunktionsplatz, der ebenfalls saniert werden soll. Die Kosten belaufen sich auf rund 550.000 Euro.

Eine grundlegende Sanierung des Multifunktionsplatzes am Freizeitzentrum in Oberpleis würde die Stadt rund 550 000 Euro kosten. Das teilte Hans-Peter Giesen, Geschäftsbereichsleiter für Schule, Sport und Jugend in der Stadtverwaltung, bei einer Ortsbesichtigung durch den Königswinterer Sportausschuss mit. Beschlüsse fasste das Gremium bei der anschließenden Sitzung noch nicht.

■ Multifunktionsplatz: Der Stadt liegt ein gemeinsamer Antrag des Gymnasiums am Oelberg, der Gesamt­schule Oberpleis, des TuS Oberpleis und der SSG Königswinter für eine Sanierung des Multifunktionsplatzes an der Dollendorfer Straße sowie eine partielle Überdachung der Tribüne auf dem benachbarten, vor zwei Jahren sanierten Sportplatz vor. Der Ausschuss hatte die Verwaltung bei seiner letzten Sitzung beauftragt, Planungsmittel in den Haushalt 2021 einzustellen. Jetzt machte man sich selbst ein Bild von dem Belag, der nach Einschätzung der Antragsteller „abgenutzt und insbesondere bei Feuchtigkeit spiegelglatt“ und somit für Ballspiele und Laufspiele nur noch eingeschränkt verwendbar sei. Die Stadt hat, wie Giesen berichtete, inzwischen ein Gutachterbüro beauftragt, das die Kosten für eine Sanierung bei einer Erneuerung der Oberfläche und der Geräte wie den Basketballkörben und den fest installierten Toren auf rund 550 000 Euro bezifferte, ohne dass bisher ein Bodengutachten vorliegt. Parallel befasst sich der Schulausschuss zurzeit mit der Frage, welches der richtige Standort für eine neue Einfachturnhalle für das Schulzentrum sein könnte. Auch hier sind der Multifunktionsplatz und die Fläche des alten Umkleidegebäudes, das dafür abgerissen werden müsste, eine mögliche Variante. Die Mitglieder des Sportausschusses waren sich einig, dass die Verwaltung bei beiden Themen bis zu den nächsten Sitzungen Vorlagen erstellen solle, um sich dann Beschlüssen anzunähern.

■ Sportanlage Oberpleis: Die Verwaltung war in der letzten Sitzung des Sportausschusses gebeten worden, Alternativen zur Einstellung eines Platzwartes für die neue Sportanlage an der Theodor-Storm-Straße aufzuzeigen. Die Kosten für eine Vollzeitstelle in Höhe von rund 52 000 Euro hatten den Ausschuss abgeschreckt. Aktuell erfolgt eine sporadische Überwachung des Platzes durch eine 450-Euro-Kraft. Weitere Möglichkeiten wären eine neue Schließanlage für die Zutrittskontrolle, zusätzliche Kontrollen des Ordnungsaußendienstes, eine neue Zaunanlage oder die Kameraüberwachung durch einen Sicherheitsdienst. Dabei betonte Dezernentin Heike Jüngling, dass der Ordnungsaußendienst mit der Verkehrsüberwachung und dem Einsatz an Brennpunkten bereits ausgelastet sei. Sie erinnerte auch daran, dass man den Platz für die Zukunft in seiner Wertigkeit erhalten wolle. „Das ist eine Investition, damit die Investition, die wir getätigt haben, nachhaltig bleibt.“ Den Vereinen und Schulen gegenüber sei die Stadt ebenfalls verpflichtet. „Sie wünschen sich sehnlichst einen Ansprechpartner.“ Stephan Görg (CDU) und Jürgen Kusserow (SPD) wollten wissen, welche zusätzlichen Aufgaben ein Platzwart denn übernehmen könnte, sodass aus der Stelle tatsächlich eine Vollzeitstelle werde. Weitere Vorschläge waren die Einstellung einer Halbtagskraft oder einer weiteren 450-Euro-Kraft. Bis zur nächsten Sitzung will die Verwaltung nun weitere Zahlen liefern. Für Freizeitsportler gibt es schon jetzt die gute Nachricht, dass die Sportanlage seit dem 10. Februar dienstags und donnerstags um 7.15 Uhr geöffnet wird. Danach können sie dort ihre Runden drehen, ohne einem Verein anzugehören. In der Vergangenheit wurde sogar Leichtathletik-Ass Konstanze Klosterhalfen schon mal dabei beobachtet, ohne Schlüssel auf der frisch sanierten Bahn zu trainieren. Sie war vorher über den Zaun geklettert.

■ Sportlerpräsente: Hier konnte sich der Ausschuss noch nicht zu dem Beschluss durchringen, der Verwaltung die Schaffung einer Stein- oder Metallskulptur, mit der ein Künstler beauftragt werden soll, als Auszeichnung für herausragende internationale Erfolge zu empfehlen. Weder auf das Material noch auf die Verfahrensordnung mochte man sich schon festlegen. Letztlich wurde die Verwaltung damit beauftragt, in der nächsten Sitzung mit konkreten Vorschlägen wiederzukommen. Das Thema ist durch die Bronzemedaille der Bockerotherin Konstanze Klosterhalfen bei der letzten Leichtathletik-WM in Doha aktuell geworden. Beim anschließenden Empfang in Oberpleis hatte Bürgermeister Peter Wirtz neben dem Eintrag ins Goldene Buch keine besondere Auszeichnung zur Hand gehabt. Das möchte man nun ändern, weil mit den Olympischen Spielen im August in Tokio bereits das nächste Großereignis bevorsteht. „Da könnte es erneut mit einer Medaille passieren. Da sollten wir drauf vorbereitet sein“, sagte Bruno Gola (FDP). Der Ausschussvorsitzende Norbert Mahlberg (CDU) ging noch einen Schritt weiter. „Wie geht man mit dem konkreten Fall um? Und wie würdigt man eine Sportlerkarriere?“, erweiterte er die Fragestellung für die Verwaltung.

Bei der Materialfrage erlaubte sich Cora Ridder (Königswinterer Wählerinitiative) die Bemerkung, ob es denn nicht auch ein Produkt der Königswinterer Töpferei Dietz sein könnte. Dem hielt Giesen entgegen, dass die Aufgabenstellung ja gewesen sei, etwas Besonderes anzuschaffen. „Die Objekte der Töpferei Dietz sind aber nichts Neues, während Stein und Metall noch nicht in unserem Portfolio auftauchen“, meinte er. Einig war man sich, dass man dem Künstler, der letztlich den Auftrag erhalten wird, weitgehend freie Hand geben sollte. Auf die Idee von Andreas Breitenstein (CDU), sich doch mal in anderen Städten zu erkundigen, wie diese mit dem Thema umgehen, ist die Verwaltung auch schon gekommen. „Das ist für alle ein Problem. Auch Leverkusen mit seinen erfolgreichen Leichtathleten oder Dormagen mit seinen Fechtern tun sich da schwer“, berichtete Giesen.