Sprung ins nächste Jahrtausend: Sportanlage in Oberpleis eröffnet

Sprung ins nächste Jahrtausend : Sportanlage in Oberpleis eröffnet

Die neue Sportanlage in Oberpleis ist offiziell eröffnet. Gegen Ende der Feier traf ein besonderer Gast ein: die beste deutsche Mittelstrecklerin, Leichtathletin Konstanze Klosterhalfen aus Bockeroth.

Das Beste kam ganz am Schluss. Olympiateilnehmerin Konstanze Klosterhalfen traf bei der Einweihungsfeier der neuen Sportanlage in Oberpleis noch rechtzeitig ein, um den Startschuss für die abschließende Schwedenstaffel der SSG Königswinter zu geben.

Am Vorabend war die Bockerother Leichtathletin beim Sportfest in Zürich über 5000 Meter gestartet. Am Sonntag ging sie beim Istaf in Berlin über die Meile an den Start. Zwischendurch ließ sich die beste deutsche Mittelstrecklerin, die auf dieser Anlage bei der SSG ihre ersten Läufe absolvierte, die Bahneröffnung nicht entgehen. Die 21-Jährige war begeistert von der neuen Bahn. „Ich trainiere hier mitunter, wenn ich nicht nach Leverkusen fahren will“, sagte sie. Auch ihre acht Kilometer lange Trainingsrunde von Bockeroth über Oberpleis, die sie häufig läuft, führt nahe am neuen Sportplatz vorbei.

Ab sofort findet sie optimale Trainingsbedingungen vor. Die alte Laufbahn wurde seit Januar von Grund auf saniert, der ebenfalls in den 1970er Jahren erbaute alte Tennenplatz wurde in einen Kunstrasenplatz umgebaut. Auch die Segmente hinter den beiden Toren sind jetzt mit Kunststoff beschichtet und bieten beste Voraussetzungen für Weitsprung, Hochsprung und Kugelstoß. Die Politik hatte sich für die große Lösung entscheiden, bei der der Unterbau der Laufbahn erneuert wurde.

Mehrere Vereine nutzen die Anlage

„Wenn man den Anblick der alten Anlage vor Augen hat und jetzt dieses Schmuckstück sieht, fühlt man sich ins nächste Jahrtausend versetzt“, sagte Bürgermeister Peter Wirtz. Ihn freute vor allem auch, dass die Kosten für die Sanierung und den Neubau durch die Strabag Sportstättenbau GmbH mit exakt 1 000 700 Euro sogar um 25 000 Euro preiswerter ausgefallen sind als kalkuliert. Dazu wurde das Umkleidegebäude für 260 000 Euro erneuert. Landrat Sebastian Schuster, selber lange Jahre Vorsitzender des TuS Oberpleis, zeigte sich ebenfalls angetan und erinnerte daran, dass die Fußballer des TuS 1976 mit ihm an gleicher Stelle den Aufstieg in die Kreisliga geschafft hatten. Von der neuen Anlage werden in den Wintermonaten neben den Fußballern des TuS Oberpleis auch die Kollegen vom TuS Eudenbach profitieren – in Zeiten, in denen der eigene Rasenplatz nicht bespielbar ist. Außer den Leichtathleten der SSG werden auch die Mitstreiter der HSG Siebengebirge auf der neuen Bahn trainieren können. Das Gymnasium und die Gesamtschule freuen sich ebenfalls auf die neue Anlage für den Schulsport.

Norbert Seeger, Vorsitzender des TuS Oberpleis, zollte Politik und Verwaltung großen Dank für die Investition. „Dass sie sich in diesem starken Maße für den Sport in Königswinter einsetzen, ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte er. Die Verantwortung für den pfleglichen Umgang mit der Einrichtung liegt ihm ebenso am Herzen wie eine weiter verbesserte Kooperation mit den anderen Akteuren. „Gemeinsam sind wir stärker“, so Seeger. Die Sportanlage wurde mit zahlreichen Angeboten in Betrieb genommen. Die Jugendfußballabteilung des TuS Oberpleis hatte eine kleine Torwand aufgestellt, die Gesamtschule organisierte ein improvisiertes Fußballspiel. Die Badmintonspieler des TuS Oberpleis zeigten ihre Sportart in der Sandgrube der Kugelstoßanlage. Auch die Basketballer und Turner engagierten sich. Weitere Gäste der Eröffnung waren der Stadtsportbundvorsitzende Klaus Wiesehügel und sein Vorgänger Ulrich Kunze und der Leiter der Redaktionsgruppe Sportplatzkonzept Lutz Wagner, die den Prozess vor Jahren erst in Gang gesetzt hatte.

Drainage ist über einen Kilometer lang

Architekt Markus Fischer wies auf die Dimensionen hin, die der Sportstättenbau in den vergangenen Monaten mit sich gebracht hatte. So seien insgesamt 7500 Quadratmeter Kunstrasen verlegt worden, der auf Wunsch der Schulen auch zum Hockeyspielen genutzt werden kann. Auf der Laufbahn und in den Segmenten hinter den Toren wurden 4000 Quadratmeter Kunststoff verwendet. Dazu kommen 1200 Quadratmeter Pflastersteine auf den Streifen zwischen Spielfeld und Laufbahn und rund um die Laufbahn. Die gesamte Drainage summiert sich zudem zu einer Strecke von 1,3 Kilometern. Das war auch dringend nötig. Gerade die Leichtathleten hatten ihre Läufe oft in Pfützen und bei Glätte absolvieren müssen, weil das Wasser nicht mehr abgelaufen war.

„Wir haben diesem Tag entgegengefiebert“, sagte auch Godehard Mai, Leiter der Integrierten Gesamtschule Oberpleis. Seine 900 Schüler in 33 Klassen würden sich auf die neue Anlage freuen. Und Ingo Küll, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums am Oelberg, ist begeistert, dass seine Schüler diese „tolle Anlage mit diesen tollen Farben“ nutzen dürfen. Rot und Grün beherrschen jetzt das Bild. Zwischendurch hatte man sich auch mal erkundigt, was eine blaue Bahn wie im Berliner Olympiastadion denn kosten würde. Bei einem Aufpreis von 60 000 Euro nahm man davon aber doch lieber Abstand.

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