Unter Beteiligung des NRW-Innenministers: Polizei Köln rüstet auf gegen illegale Raserszene

Unter Beteiligung des NRW-Innenministers : Polizei Köln rüstet auf gegen illegale Raserszene

Die Spezialisten des "Projekts Rennen" der Kölner Polizei haben am Freitagabend hohen Besuch gehabt. NRW-Innenminister Reul hat die Kontrollstelle in Köln-Deutz besucht.

Die Polizei Köln hat das Spezialistenteam "Projekt Rennen" eingerichtet, um gezielt gegen die illegale Raser-Szene in Köln vorzugehen. An der Kontrollstelle am Tanzbrunnen präsentierten die Beamten dem Innenminister ihre Arbeit. Im Laufe des Abends wurden acht Fahrzeuge überprüft, die augenscheinlich der illegalen Tuner-/Raser-Szene zuzuordnen waren.

Durch verschiedenste Veränderungen an den Fahrzeugen unter anderem an der Karosserie, am Auspuff, am Fahrwerk oder an der Bereifung hätten die Wagen nicht mehr fahren dürfen. Vier Autos wurden sichergestellt und abgeschleppt. Die Polizei Köln hat sowohl gegen die Fahrzeugführer, als auch gegen die Fahrzeughalter ein Verfahren eingeleitet.

Innenminister Herbert Reul appellierte noch während des laufenden Einsatzes gegen die Raser-Szene an der Kontrollstelle am Tanzbrunnen: "Unsere Straßen sind keine Rennstrecken und dürfen keine Schauplätze für Selbstinszenierung sein. Ich finde es unerträglich, dass diese Tempojunkies bei ihrem Kräftemessen auf der Straße Gefährdungen, schwerste Verletzungen und sogar den Tod von Unbeteiligten in Kauf nehmen. Danken möchte ich deshalb den Polizistinnen und Polizisten des Projekts Rennen für ihre gute und erfolgreiche Arbeit im Kampf gegen die illegale Raser-Szene. Sie machen die Straßen in Köln jeden Tag ein bisschen sicherer."

Im Verlauf des Einsatzes hat die Polizei Köln bei Geschwindigkeitskontrollen insgesamt 4212 Fahrzeuge gemessen. Die Fahrer von 212 Fahrzeugen kamen mit einem Verwarngeld davon. 31 Autofahrer erhalten eine Anzeige. In zehn Fällen müssen die Fahrer mit Fahrverboten rechnen. Daneben fertigten die Beamten Strafanzeigen gegen zwei Fahrzeugführer, weil sie nicht im Besitz einer Fahrererlaubnis waren.

Zwei E-Scooter-Fahrer (21, 23) fuhren mit Schlangenlinien über die Severinsbrücke. Die Polizei stellte bei derÜberprüfung fest, dass die Männer stark alkoholisiert waren. Ihnen wurden Blutproben entnommen und sie bekommen Anzeigen wegen Trunkenheit im Straßenverkehr.

Gegen 1.15 Uhr fiel einem Motorradpolizisten ein silberner Ford, besetzt mit zwei Personen, mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der Opladener Straße in Köln-Deutz auf. Dabei fuhr der Fahrer zunächst in den Gegenverkehr, überholte den Polizisten und scherte vor ihm wieder ein. Er prallte auf eine gepflasterte Mittelinsel und floh mit dem stark beschädigten Wagen in Richtung Lanxess-Arena.

Im Rahmen der Verfolgung schnitt der Flüchtige kurz vor der Deutz-Kalker-Straße den Motorradpolizisten und verursachte ihn zu Fall zu bringen, was misslang. Daraufhin bog er in den Reitweg ab, sprang bei laufendem Motor aus dem Fahrzeug und lief in Richtung Betzdorfer Straße. Die ebenfalls flüchtende Beifahrerin holten Polizisten an der Straßenbahnhaltestelle "Technische Hochschule" ein und der Fahrer zwischenzeitlich identifiziert werden.

Der 29-jährige Unfallverursacher ist nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis, das Unfallfahrzeug wurde sichergestellt und Strafanzeige erstattet. Der Wagen war zudem nicht angemeldet und mit gestohlenen Kennzeichen ausgestattet.