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Petition zum Erhalt der Konzerthalle scheitert

Stadtrat in Bad Neuenahr-Ahrweiler : Petition zum Erhalt der Konzerthalle scheitert

In den Gebäuden am Kurpark in Bad Neuenahr laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Es sind die Vorbereitungen für den Abriss von Konzerthalle und Kolonnaden. Der Rat der Kreisstadt lehnt eine Petition zum Erhalt der Konzerthalle ab.

„Betreten verboten“ steht daher auf Schildern des Bauzauns, der den Arbeitsbereich vom restlichen Kurpark abtrennt.Aktuell findet in den Räumen eine sogenannte Medientrennung statt. Soll heißen: Alles, was zum Jahresanfang nicht von Baggern abgerissen werden muss, kommt jetzt schon raus.

„Raus“ ist im Wortsinne auch der kreisstädtische Ingenieur und Architekt Axel Ritter mit seiner Petition, die er zum Erhalt der Konzerthalle im Oktober bei der Stadt eingereicht hatte. Bürgermeister Guido Orthen machte dazu am Montagabend im Stadtrat klar: „Die vorliegende Petition zeigt zu dem komplexen und umfangreichen Sachverhalt keine neuen Sach- oder Rechtserkenntnisse auf. Aus Sicht der Verwaltung besteht daher keine Veranlassung, die bestehende Beschlusslage zu ändern.“

Dem folgte der Stadtrat bei Gegenstimme des Linken-Ratsmitgliedes Marion Morassi und einer Enthaltung ohne Diskussion. Lediglich Morassi hatte sich auf Ritters Seite geschlagen und eine neue Prüfung vorgeschlagen, dies jedoch nicht als Antrag.

Niederschlag fanden lediglich Ritters Anmerkungen zur Prüfung der akustischen Interaktionen im Bereich der zu erhaltenden Konzertmuschel. Orthen: „Hier wird auch die im Rahmen der Landesgartenschau zu planende Neugestaltung des Zuschauerbereichs zu berücksichtigen sein. Die insoweit vorgetragenen planerischen Anmerkungen sollen auf jeden Fall im Rahmen der Detailplanung betrachtet werden.“ Ritter hatte also nicht ganz umsonst zweieinhalb Stunden im Zuschauerbereich auf „seinen“ Tagesordnungspunkt gewartet.

Ein Projekt für die Landesgartenschau ist die neue Brücke über die Ahr vom Kaiser-Wilhelm-Park in Höhe des Schwanenteichs in Richtung Berufsbildende Schule. Denn dort ist der Haupteingangsbereich vorgesehen. Die bisherige Brücke ist nicht barrierefrei. Zum Sinn des Bauwerks herrschte Einigkeit, nur wie es aussehen soll und aus welchem Material es erstellt werden soll, das schied die Geister im Rat. Während die Grünen für eine mit Spezialstahl verkleidete Betonbrücke in Trogform plädierten, sah der Rest des Rates die Lösung in einer Aluminium-Brücke, die in ihrer Form dem Aussehen der anderen Bad Neuenahrer Brücken mit einer Art Fachwerk nahekommen soll.

Dieses soll eine Durchsicht auf die Ahr ermöglichen, was bei einer Trog­lösung nicht der Fall wäre. Große Zustimmung gab es dafür, dass bei der Ausschreibung der Brücke darauf geachtet werden soll, dass deren Herstellung aus recycletem Aluminium erfolgt, was die Sache nach Auskunft von Jens Heckenbach „unwesentlich um ein Prozent verteuert“. Bislang geht die Stadt von Baukosten in Höhe von 410 000 Euro aus. Bauherr ist die Landesgartenschau gGmbH, die bislang 500 000 Euro für die Brücke im Finanzplan vorgesehen hatte. Die Stadt geht für die Brücke, die auch Bestandteil des städtischen Radwegenetzes sein soll, von einer Landesförderung in Höhe von 80 Prozent aus.