Weihnachtsmarkt Bonn: Markt in der Innenstadt eröffnet

Markt in der Innenstadt : Bonner Weihnachtsmarkt ist eröffnet

Der adventliche Budenzauber in der City ist eröffnet. Nun gibt es wieder jeden Tag Glühwein, Reibekuchen und Handwerkskunst. Nur Totensonntag macht das Treiben beim Bonner Weihnachtsmarkt eine Pause.

Es ist Freitagsmorgen. Auf dem Weihnachtsmarkt in der Bonner Innenstadt wird noch fleißig gehämmert und gebohrt. Da fehlen an einem Stand passende Dübel, um Regale sicher befestigen zu können. An einer anderen Bude lässt sich die Türe nicht ordentlich schließen, und die nächsten Standbetreiber kämpfen mit der Stromleitung, die zu kurz geraten ist. Hektik macht sich breit. Als Bezirksbürgermeisterin Brigitta Poppe-Reiners gegen 17 Uhr am Sterntor offiziell den Bonner Budenzauber mit dem Endenicher Männergesangverein eröffnet, sind alle Arbeiten erledigt, und der Weihnachtsmarkt zeigt sich von seiner schönsten Seite.

Der Duft von Glühwein, Reibekuchen und gebrannten Mandeln zieht bereits seit den Mittagsstunden über Friedens-, Bottler- und Münsterplatz, wo das Gros der beinahe 180 Buden aufgebaut ist. Seit 11 Uhr haben die Stände geöffnet. Einige Händler haben ihre Waren noch nicht ganz ausgepackt, da wartet schon Kundschaft. Wie bei Alexa Oertel und Hedi Bergs. Die beiden Frauen aus Aachen sind schon seit 20 Jahren mit ihrem Stand in Bonn dabei. Wohlriechende Öle und hochwertige Seifen aus rein natürlichen Zutaten bieten sie feil. Die Seifen stammen zum Teil aus Frankreich, die lustigen Cupcakes aus einer Seifenmanufaktur in Wuppertal. „Wir verkaufen nur Ware aus Europa“, versichert Alexa Oertel. Warum sie nicht in ihrer Heimatstadt auf dem Weihnachtsmarkt sind? „Wir haben den Stand damals von einer Freundin übernommen. Wir finden es sehr schön in Bonn“, sagt Hedi Bergs.

Mit dem Fahrrad zum Weihnachtsmarkt

Übernachtet wird in Kessenich bei einer guten Freundin. Sie stellt den beiden Frauen bereits seit vielen Jahren vier Wochen lang das Wohnzimmer samt Gästecouch zur Verfügung. „Jeden Abend nach Aachen zurückzufahren, das ist uns zu anstrengend“, sagt Alexa Oertel. Stattdessen freuen sie sich, jeden Morgen mit dem Rad aus Kessenich am Stau vorbei zum adventlichen Budenzauber in der City radeln zu können. „Und manchmal hat unsere Gastgeberin abends sogar für uns gekocht.“

Gleich nebenan sind Cornelia und Ira Bartell damit beschäftigt, ihren Schmuckstand herzurichten. Das Ehepaar lebt in Köln und ist das erste Mal in Bonn auf dem Weihnachtsmarkt vertreten. „Wir sind sehr gespannt, wie es läuft“, sagt Cornelia Bartell. Ihr Mann Ira stammt aus den USA. „Die deutschen Weihnachtsmärkte sind schon einzigartig“, lobt er, „das kennt man so in meiner Heimat nicht.“ Traurige Wirklichkeit hierzulande ist seit einigen Jahren, dass die Weihnachtsmärkte – wie auch der Bonner – massiv geschützt werden müssen. Hintergrund ist das Attentat 2016 in Berlin, als der Täter mit einem  Lastwagen in den Markt an der Berliner Gedächtniskirche gerast war und zwölf Menschen tötete. In Bonn verhindern seither riesige Betonblöcke und zum Teil auch Großfahrzeuge wie Busse an den Zufahrten zu den Plätzen eine ungebremste Zufahrt, teilt Markus Schmitz vom städtischen Presseamt mit.

Auch sind Polizei und Ordnungsdienste mit ihren Anlaufstellen am Münster- und Bottlerplatz vertreten. Nachts ist ein privater Sicherheitsdienst im Einsatz. Im Zuge der Diskussionen über mehr Sicherheit war auch überlegt worden, fahrbare Poller an den Zufahrten zur Fußgängerzone zu installieren. Prüfungen hätten ergeben, dass das „sehr aufwendig und kostenintensiv wäre und zudem massive Nachteile für den Alltagsbetrieb bewirken würde, insbesondere für Feuerwehr und Rettungsdienst“, erklärt Schmitz. Eine solche Maßnahme solle erst ergriffen werden, wenn sich die polizeiliche Gefährdungseinschätzung zu einer konkreten Gefahr entwickeln sollte. „Dies ist derzeit, auch nach Abstimmung mit der Polizei, nicht absehbar, sodass die für den Weihnachtsmarkt ergriffenen mobilen Lösungen als ausreichend angesehen werden.“

Der Weihnachtsmarkt ist bis einschließlich 23. Dezember täglich ab 11 Uhr geöffnet. Nur an diesem Sonntag, Totensonntag, bleiben die Stände zu.

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