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Coronavirus in Bonn: Im Diagnostikzentrum werden Abstriche im Eilverfahren durchgeführt

Coronavirus in Bonn : Im Diagnostikzentrum werden Abstriche im Eilverfahren durchgeführt

Das Gesundheitsamt der Stadt Bonn arbeitet im Zweischichtbetrieb, um die aktuellen Aufgaben bewältigen zu können. Das eigenes eingerichtete Diagnostikzentrum soll weiter ausgebaut werden.

Die Stadt Bonn und das Deutsche Rote Kreuz haben ein Diagnostikzentrum für das Coronavirus eingerichtet. Um auch für künftige Infektionswellen gerüstet zu sein, wird es weiter ausgebaut. „Zudem überlegen wir, wo wir noch zentrale Anlaufstellen errichten können“, sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan. Denkbar wäre ein Drive-In-Schalter, bei dem die Patienten mit dem Auto vorfahren und einen Abstrich nehmen lassen können.

Das Diagnostikzentrum soll Ärzte und Kliniken entlasten, indem das Nehmen von Abstrichen an einer Stelle gebündelt wird. Behandelt wird in dem ehemaligen Bürogebäude niemand, der Besucherverkehr soll so kompakt wie möglich gehalten werden, wie Susanne Engels, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts, erklärte. „Wir wollen das Risiko minimieren, dass sich Menschen anstecken.“ Deshalb würden Patienten mit und ohne Symptome getrennt voneinander behandelt. Das Städtische Gebäudemanagement richtet das Haus für rund 200.000 Euro ein.

Nachdem man sich die Hände desinfiziert und einen Mundschutz angelegt hat, geht es möglichst ohne Wartezeit direkt ins Arztzimmer, wo ein Abstrich gemacht wird. Die Abstriche werden gesammelt und zweimal am Tag per Kurier zur Untersuchung in die Bonner Uniklinik gebracht. Niemand kann auf eigene Faust kommen. Es gibt ausschließlich Termine, die mit dem eigenen Arzt und dem Gesundheitsamt abgesprochen werden müssen. Täglich ist das Zentrum von 8 bis 16 Uhr mit sieben Telefonisten, medizinischen Helfern und Ärzten besetzt. Aktuell rechnet man mit rund 100 Patienten pro Tag.

Das neue Corona-Diagnosezentrum wird gerade eingerichtet. Foto: Benjamin Westhoff

Das Personal kommt vom Deutschen Roten Kreuz und der Kassenärztlichen Vereinigung, aber auch vom Malteser Hilfsdienst und dem Arbeiter-Samariter-Bund. „Wir haben während der Flüchtlingskrise Erfahrung damit gesammelt, extrem kurzfristig solche Strukturen aufzubauen“, sagte Christoph Blessin vom DRK. Üben könne man das nicht, sondern müsse flexibel reagieren. „Für uns war wichtig, jetzt schnell an den Start zu gehen.“ Die größte Herausforderung sei, die Helfer zu schützen. „Im Rettungsdienst haben wir schon auf feste Teams umgestellt und uns an vielen Stellen abgeschottet.“

Beim Gesundheitsamt sind derzeit in zwei Schichten von morgens bis spät abends jeweils rund 25 Mitarbeiter nur mit dem Coronavirus beschäftigt. „Unter hohem persönlichen Einsatz“, sagte Engels. So gebe es eine eigene Gruppe, die sich nur darum kümmert, Kontaktpersonen herauszufinden. Täglich müsste mit den Menschen telefoniert werden, die sich in Quarantäne befänden. „Wir haben natürlich auch viele Nachfragen aus der Bevölkerung.“ Verstärkung gibt es aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung. „Das System ruckelt manchmal noch, aber es spielt sich ein.“