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Coronavirus in Bonn: So wappnet sich die Stadt für den Erreger

Vorsorge zum Coronavirus : So wappnet sich Bonn für das Coronavirus

Bonner Behörden, Rettungsdienste, Verkehrsbetriebe und Handel sehen sich beim Coronavirus für den Notfall gewappnet. Eine Sperrung bestimmter Bereiche sei dabei denkbar. Entwarnung gab es bei einem Fahrgast in Ückesdorf, der in einem Linienbus in Ohnmacht fiel.

Schon bevor es am Samstagmorgen in Bonn den ersten bestätigten Fall einer an Covid-19 erkrankten Person gab, war die Sorge unter vielen Bürgern vor einer Ansteckung groß. Andere sprechen dagegen von einer Hysterie und verweisen auf die vielen Grippetoten in jedem Jahr. Allein 2017/18 verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Influenza-Bericht rund 25.000 Menschen in Deutschland, die an den Folgen der Influenza gestorben waren.

Entwarnung konnte am Donnerstag in einem Fall gegeben werden, der am Morgen in einem Bus der Linie 604 für Aufregung gesorgt hatte. Darin war ein Fahrgast in Ückesdorf ohnmächtig geworden. Andere Fahrgäste bemerkten dies und verständigten den Rettungsdienst. Eine Coronavirus-Erkrankung konnte letztlich ausgeschlossen werden.

Nichtsdestotrotz sind die Verkehrsbetriebe auf eine mögliche Ausbreitung des Virus in Bonn und der Region vorbereitet, wie Anja Wenmakers, Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn, am Donnerstag sagte. „Wir haben zwar wie immer nach Karneval einen erhöhten Krankenstand unter unseren Fahrern, aber bisher keinen Corona-Fall.“ Am Freitag wollten sich alle Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe in der Region treffen um zu sehen, ob die bisherigen Notfallpläne ausreichten. „Nach unseren Plänen würden wir im Falle eines Falles den Linienverkehr entsprechend der Wichtigkeit Schritt für Schritt einstellen“, erklärte sie eine Maßnahme. So würde man die Hauptstrecken bis zuletzt fahren. Es sei denn, von oberster Stelle käme die Anweisung, den Fahrbetrieb ganz einzustellen.

Noch recht gelassen sieht die Bonner Feuerwehr der Entwicklung entgegen: „Wir sind gut aufgestellt und standardmäßig gut ausgestattet“, sagt Feuerwehrsprecher Frank Frenser. Anders als die SWB, die zur Desinfizierung ihrer Fahrzeuge eine Fremdfirma beauftragen müssten, hält die Feuerwehr eine eigene Desinfektionsgarage für ihre 17 Rettungswagen vor. „Schließlich müssen wir täglich Fahrzeuge desinfizieren, die zum Transport von hochinfektiösen Patienten benutzt wurden“, erklärt Frenser.

Anders als in Köln, wo bereits die Eisenwarenmesse abgesagt wurde, bewegt sich im World Conference Center Bonn (WCCB) alles noch im grünen Bereich, wie Christiane Esser auf GA-Nachfrage meldet. Es gebe noch keine Absage von Veranstaltungen, so die Leiterin des Businessmanagements. Sie gehe auch davon aus, dass eine für nächste Woche geplante Konferenz mit rund 1500 Teilnehmern stattfinden wird. Das WCCB trage natürlich der aktuellen Lage Rechnung und habe die Reinigung der Oberflächen und Sanitäranlagen im Konferenzzentrum intensiviert. Zudem seien vermehrt Desinfektionsspender aufgehängt worden.

Gesundheitsamt richtet Hotline ein

Beim Gesundheitsamt stehen derweil die Telefone nicht still. Von Mittwoch bis Donnerstagmittag erreichten das Amt auf der eigens im Zusammenhang mit dem Coronavirus eingerichteten Hotline (☎ 02 28/77 53-51 oder -52) mehr als 270 Anrufe von Bürgern, teilte Marc Hoffmann vom Presseamt auf Nachfrage mit. Viele Anrufer kamen demnach nicht aus Bonn. „Sie wandten sich an die Bonner Behörde, da sie in ihren Städten niemanden erreichten“, so der Sprecher. Zahlreiche Anrufer seien Italien-Rückkehrer, die sich in der Nähe der dortigen Risikogebiete aufgehalten hätten. „Bei einer möglichen Erkrankung sollten Betroffene in jedem Fall telefonisch Kontakt zur Hausarztpraxis aufnehmen“, empfiehlt Hoffmann.

 Zurzeit gehe die Stadtverwaltung nicht davon aus, dass Evakuierungen notwendig seien. Je nach Fall und aktueller Lage sei aber die Sperrung von Bereichen (Quarantäneszenarien) und die Einberufung des Krisenstabs denkbar. Ein amtsinterner Pandemieplan für das Coronavirus Covid-19 liege vor. Dazu gehörten auch Maßnahmen, wie sie bereits in den betroffenen Gebieten angewendet würden. Zusätzliche Informationen gibt es auf der städtischen Homepage www.bonn.de/coronavirus sowie unter der deutschlandweit kostenlosen Rufnummer ☎ 11 61 17.