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Ereignisreicher Jahreswechsel: Bilanz der Silvesternacht: Viele Einsätze für Feuerwehr und Polizei in Bonn

Ereignisreicher Jahreswechsel : Bilanz der Silvesternacht: Viele Einsätze für Feuerwehr und Polizei in Bonn

Jede Menge zu tun hatten Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste in der Silvesternacht in Bonn. Insgesamt musste die Feuerwehr 46 Mal ausrücken, der Rettungsdienst kam sogar auf 95 Einsätze zwischen 17 Uhr am Silvestertag und sieben Uhr an Neujahr. Die Polizei registrierte mehr als 200 Notrufe.

Über fehlende Arbeit konnten sich die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten in Bonn in der Silvesternacht wirklich nicht beschweren. Insgesamt gingen bei der Polizei 201 Notrufe ein, Feuerwehr und Rettungsdienst wurden zu insgesamt 141 Einsätzen gerufen. So lautet die erste Bilanz der Bonner Feuerwehr und Polizei.

Dabei begann der Silvestertag eigentlich eher mit einem mäßigen bis ruhigen Einsatzaufkommen. Der erste Notruf an diesem Silvestertag erreichte die Feuerwehr-Leitstelle gegen 17.20 Uhr. Die Einsatzkräfte des Führungsdienstes und der Feuerwache 1 rückten zur Kaiserpassage aus. Hier hatte die Brandmeldeanlage aufgrund eines gezündeten Silvesterböllers ausgelöst. Durch die ebenfalls anwesende Polizei konnte der Verursacher noch an der Einsatzstelle angetroffen und zum Sachverhalt befragt werden. Schaden entstand hier keiner, die Anlage konnte ohne Probleme wieder zurückgesetzt werden.

In der Folgezeit wurden die ersten Kleinbrände aufgrund gezündeter Feuerwerkskörper gemeldet, welche durch Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr gelöscht werden konnten.

Gegen 21.30 Uhr meldeten Anwohner in Alt-Godesberg dann eine Rauchentwicklung im Treppenraum eines Wohngebäudes an der Villichgasse. Rund 40 Bewohner mussten wegen eines Brandes im Keller aus dem Haus evakuiert werden. Hier war die Feuerwehr bis nach Mitternacht im Einsatz. Beamte der Bonner Kriminalwache nahmen noch in der Nacht die Ermittlungen auf. Mehr zu diesem Einsatz lesen Sie hier.

Um einen Balkonbrand musste sich die Feuerwehr in der Silvesternacht auch in Dransdorf kümmern. Foto: Matthias Kehrein

Bewohner aus Dransdorf müssen Nacht bei Bekannten verbringen

Zu einem weiteren größeren Brandeinsatz kam es gegen 00.20 Uhr in Bonn-Dransdorf an der Lenaustraße. Hier brannte es auf einem Balkon, das Feuer drohte auf den angrenzenden Wohnungsbereich überzugreifen. Dies konnte durch einen zügig eingeleiteten Löschangriff mit mehreren Löschrohren verhindert werden. Mehrere Menschen mussten jedoch die betroffene Wohnung verlassen. Sie haben die Nacht bei Bekannten verbracht.

Ein vergleichbares Einsatzereignis gab es gegen ein Uhr noch an der Immenburgstraße. Auch schafften es die Einsatzkräfte, durch schnelles Eingreifen eine Brandausbreitung auf den Wohnungsbereich zu verhindern. Verletzt wurden in beiden Fällen niemand.

Mann mit Feuerwerkskörper beschossen

Um 0.15 Uhr kam es in der Thuarstraße zu einem Streit. Ein 38-Jähriger soll aus einer Gruppe Jugendlicher heraus mit Feuerwerkskörpern beschossen worden sein. Als er einen 13-Jährigen aus der Gruppe ansprach und gegen eine Hecke drückte, gingen zwei 42 und 44 Jahre alte Männer dazwischen. Der 38-Jährige fiel zu Boden und gab an, von ihnen getreten worden zu sein. Eine hinzugerufene Streifenwagenbesatzung konnte den Streit schlichten, es wurden Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet.

Unachtsamer Gebrauch von Feuerwerk war auch der Auslöser eines Körperverletzungsdeliktes, bei dem kurz vor ein Uhr zwei junge Männer auf der Theaterstraße von rund acht Personen verletzt wurden. Die 18 und 19 Jahre alten Männer hatten die Gruppe angesprochen, nachdem ein Böller vor ihren Füßen gelandet war. Die Unbekannten sollen die beiden Geschädigten daraufhin geschlagen und getreten haben. Bei einer sofort eingeleiteten Nahbereichsfahndung konnte die Gruppe der Tatverdächtigen nicht mehr angetroffen werden. Das Kriminalkommissariat 36 ermittelt und bittet um Zeugenhinweise unter 0228 15-0.

40-Jähriger randaliert vor Restaurant

Nachdem er in einem Restaurant ein Hausverbot erhalten hatte, randalierte ein 40-Jähriger gegen 3.30 Uhr vor dem Lokal am Erzbergerufer und warf mit Stühlen um sich. Auch nach dem Eintreffen mehrerer Beamter der City-Wache zeigte sich der Bonner weiter aggressiv und beleidigte die Beamten fortwährend. Der mit rund 1,3 Promille alkoholisierte Mann wurde schließlich in das Polizeipräsidium gebracht.

Zwischen 17 Uhr am Silvestertag und sieben Uhr an Neujahr waren die Kräfte der Feuerwehr insgesamt 46 mal im Einsatz. Im gleichen Zeitraum wurden durch den städtischen Rettungs- und Notarztdienst rund 95 Einsätze abgearbeitet. Dafür hatte die Leitstelle zu den regulären Rettungswagen noch vier weitere Fahrzeuge eingesetzt.

Der Polizei wurden in der Silvesternacht neben Streitigkeiten und Ruhestörungen insgesamt zu 18 Körperverletzungsdelikten und 18 Sachbeschädigungen gerufen. Insgesamt erhielten 30 Personen Platzverweise, sechs Personen mussten die Nacht zur Verhinderung von Straftaten im Polizeigewahrsam verbringen. In rund einem Dutzend Fällen wurden brennende Mülltonnen oder Container gemeldet.

Kleinere Brände gab es in der Silvesternacht reichlich - so wie hier am Heinrich Hertz Berufskolleg an der Herseler Straße, wo ein großer Müllbehälter in Brand geraten war. Foto: Matthias Kehrein

Keine Einsätze für die DLRG rund um die Kennedybrücke

Ruhig blieb es derweil für die Einsatzkräfte der DLRG. Diese waren rund um Mitternacht unterhalb der stark besuchten Kennendybrücke mit zwei Mehrzweckbooten am Steiger des Feuerlöschboots in Bereitschaft gegangen war. Glücklicherweise mussten sie aber nicht zu Einsätzen rausfahren.