Personalpuzzle bereitet Lienen Kopfzerbrechen

Personalpuzzle bereitet Lienen Kopfzerbrechen

Trainer des 1. FC Köln drohen die Abwehrspieler auszugehen - Bade bleibt im Tor - Springer und Cullmann fallen definitiv aus

Köln. Mit Wenn und Aber, Spekulationen, Vorhersagen oder ähnlich nicht greifbaren Erklärungen hält sich einer wie Ewald Lienen nicht auf. "Wir können jeden Gegner schlagen, wir können aber auch gegen jeden Gegner in der Bundesliga verlieren", lautet folgerichtig das Credo des Fußball-Lehrers, das dieser schon vor der Saison ausgegeben hatte und das für ihn immer noch Gültigkeit besitzt. Wobei dem Chefcoach des 1. FC Köln der Gegner SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr, Müngersdorf) nicht allein aufgrund der angespannten Personallage in seinem Team besonderes Kopfzerbrechen bereitet.

"Freiburg gehört zu den lauf- und spielfreudigsten Teams der Liga. Da müssen wir hellwach sein", warnt Lienen seine Profis, die nach dem 5:1-Auswärtssieg in Frankfurt in manchen Zeitungen und Kommentaren schon mit der ruhmreichen Gladbacher "Fohlenelf" verglichen wurden. "So etwas rechne ich dem normalen Kölner Überschwang zu. Wir - die Mannschaft, das Präsidium, das direkte Umfeld - wissen dieses Ergebnis richtig einzuschätzen. Das Spiel ist passé, die volle Konzentration gilt der Begegnung gegen Freiburg." Abhaken und fertig.

Gedanken macht sich Lienen eher darüber, welche seiner Profis ihm Samstag überhaupt zur Verfügung stehen werden. "Erkrankte, Verletzte und Gesperrte - die Aufstellung wird bis Samstagmittag die große Unbekannte sein", befürchtet der 47-Jährige. Vor allem ein Magen-Darm-Virus, der Torhüter Markus Pröll schon in Frankfurt außer Gefecht gesetzt hatte, grassiert bei den Geißböcken. Pröll hat zwar gestern erstmals wieder einen Trainingsversuch gestartet, wird aber gegen die Breisgauer nicht spielen. "Alexander Bade hat ihn letzte Woche gut vertreten und wird auch am Samstag im Tor stehen", legte sich Lienen Donnerstag schon fest. Auch Carsten Cullmann und Markus Kurth mussten fiebergeschwächt zum Wochenanfang mit dem Training aussetzen. Während der Torjäger ("Markus hat mindestens zwei Kilo an Gewicht verloren") Samstag dennoch auflaufen soll, fällt Cullmann, der zusätzlich an einem leichten Muskelfaserriss laboriert, definitiv aus. Unsicher ist zudem noch der Einsatz von Jens Keller (Fußprellung) und Thomas Cichon, der die Folgen eines Autounfalls (Schleudertrauma) noch nicht vollständig überwunden hat. Definitiv nicht zur Verfügung steht Christian Springer, der nach seiner fünften Gelbe Karte ein Spiel pausieren muss. "Wir müssen einfach sehen, wer bis Samstag fit wird. Aber unser Kader ist bekanntlich ja groß genug", will Lienen keine Entschuldigungen gelten lassen.

Ausgelassene Stimmung unter den erwarteten 30 000 Fans sollte am Samstag garantiert sein: Neben dem Besuch des Kölner Dreigestirns wird der Auftritt der "Höhner" für karnevalistisches Schunkeln auf den Rängen sorgen.

Zur derzeit prächtigen Stimmung rund ums Geißbockheim trägt auch die Ankündigung von Präsident Albert Caspers bei, dass er sich bei der Jahreshauptversammlung im Dezember für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung stellen wird. "Meine Arbeit hier ist noch nicht abgeschlossen", so der ehemalige Ford-Vorsitzende. Caspers nächstes Ziel: die Umwandlung der Lizenzspielerabteilung in eine Kapitalgesellschaft, die von zwei Geschäftsführern geleitet werden soll. Der Präsident selbst könnte sich dann aus dem Tagesgeschäft in den Aufsichtsrat zurückziehen.

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