Amtsgericht Rheinbach: Mann fuhr Frauen beim Weihnachtsbaumkauf in Rheinbach an

Amtsgericht Rheinbach : Mann fuhr Frauen beim Weihnachtsbaumkauf in Rheinbach an

Rechtskräftig ist jetzt ein Urteil gegen einen 31-Jährigen, der vor zwei Jahren zwei Frauen beim Weihnachtsbaumkauf in Rheinbach angefahren hatte. Der Mann wurde bereits im Mai verurteilt, legte jedoch Berufung ein.

Das Urteil wegen  fahrlässiger Körperverletzung gegen einen 31-Jährigen, der vor zwei Jahren zwei Frauen beim Weihnachtsbaumkauf in Rheinbach angefahren hatte, ist rechtskräftig. Bereits im Mai hatte das Amtsgericht Rheinbach das Urteil wegen fahrlässiger Körperverletzung gefällt, der Fahrer legte jedoch Berufung ein. Auf den Hinweis der Bonner Berufungskammer, die Tat könnte durchaus auch härter bestraft werden, zog er seinen Antrag zurück. Er muss nun 1350 Euro Strafe zahlen.

Am 10. Dezember 2017 befuhr ein heute 31-Jähriger die Kreisstraße 56 zwischen der Kreuzung „Zu den vier Winden“ und Todenfeld südlich von Rheinbach. In der langgezogenen Rechtskurve in Höhe Berscheid erfasste er auf schneeglatter Fahrbahn mit seinem Wagen zwei Frauen, 51 und 58 Jahre alt, die gerade einen Weihnachtsbaum in ihren VW-Transporter verladen wollten. Beide Frauen wurden verletzt und leiden noch heute an den Folgen.

Zu schnell auf geschlossener Schneedecke unterwegs

Es handele sich um eine unglückliche Fehleinschätzung mit dramatischen Folgen, hatte der Rheinbacher Richter in der Urteilsbegründung gesagt. Denn bei geschlossener Schneedecke können auch 37 Stundenkilometer zu schnell sein. Mit dieser Geschwindigkeit war der Mann nachmittags auf der leicht abschüssige Strecke unterwegs. Erlaubt sind dort maximal 70 Stundenkilometer.

Als der Mann auf die Bremse trat, trennten ihn nur noch rund 20 Meter von den Frauen – deutlich zu wenig, um sein Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Sein Wagen kam ins Rutschen. Indem er nun die Handbremse zu Hilfe nahm, traf der Fahrer nach Ansicht des vom Rheinbacher Gericht hinzugezogenen Gutachters, die schlechtestmögliche Entscheidung: Die 51-Jährige wurde in den Straßengraben geschleudert, die 58-Jährige zwischen dem Seat und ihrem Transporter eingequetscht. Sie erlitt Brüche und kann wohl nie wieder richtig laufen. Die Jüngere kam mit Prellungen davon, musste aber ebenfalls stationär behandelt werden.

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