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Praktische Ideen für den Alltag: Initiative träumt von einem Rheinbach ohne Plastikmüll

Praktische Ideen für den Alltag : Initiative träumt von einem Rheinbach ohne Plastikmüll

Eine Rheinbacher Initiative zeigt, wie ein Leben ohne den Unrat aus Kunststoff möglich sein kann. Viele Ideen sind dabei für den Alltag sogar recht praktikabel.

Erst im September vergangenen Jahres hatte die „Steuerungsgruppe Fairtrade“ mit der Stadt und Bürgermeister Stefan Raetz als Schirmherrn zum „Vernetzungstreffen Plastikmüllfreies Rheinbach“ eingeladen. Daraus entstanden ist inzwischen die Gruppe „Rheinbach ohne Plastikmüll“. Die Initiative drückt aufs Tempo: Sie möchte rasch für ein Umdenken in Sachen Müllvermeidung sorgen.

Am 31. Oktober letzten Jahres gründete sich die Gruppe mit zwölf Teilnehmern. Das Ziel der Initiative ist, den Plastikmüll in Rheinbach und Umgebung dauerhaft und nachhaltig zu reduzieren. Um dieses Ziel umzusetzen, wurden inzwischen sechs Aktionsgruppen in verschiedenen Lebensbereichen gegründet, die die Gruppe im Himmeroder Hof jetzt vorgestellt hat.

Eckhard Siebert, Vorstandssprecher der Gruppe, ist Jahrgang 1951, wohnhaft in Morenhoven, aber eng vernetzt in Rheinbach. Er umriss die rasante Entwicklung von Plastikprodukten und Plastikmüll: „In den letzten 70 Jahren hat die Menschheit so viel Plastik produziert, dass wir alle damit ein Problem haben: der Mensch ebenso wie die Tiere“, sagte Siebert. Plastik finde sich im Wasser und in der Luft wieder. „Es wird befürchtet, dass das für die Gesundheit nicht ohne Folgen bleiben wird“, stellte Siebert fest. Es sei wichtig zu überlegen, wie das auch auf lokaler Ebene geändert werden könne.

Mehrweg statt Einweg auch beim Einkaufen

Erfreulich sei, dass sich schon viele mit geändertem Verhalten beteiligen, zum Beispiel beim Einkaufen von Obst keine Einmal-Plastiktüten, sondern Stoffbeutel zu verwenden oder anstelle von Trinkhalmen aus Plastik Halme aus recycelbarem Papier, Bambus oder einfach Makkaroni. „Es gibt eine ganze Reihe von praktischen Tipps. Wir wollen auf die Bevölkerung zugehen und sagen, wie man es konkret machen kann“, kündigte der Sprecher der Gruppe „Rheinbach ohne Plastikmüll“ an.

Wie sich Plastikmüll in vielen Lebenslagen dauerhaft vermeiden lässt, möchte eine Initiative aus Rheinbach nachhaltig aufzeigen. Foto: Axel Vogel

Obwohl das im privaten Bereich wenig sei im Vergleich zur Industrie. Aber in Zusammenarbeit mit der Stadt möchte die Gruppe Ansprechpartner für alle Interessierten sein, um aufzuzeigen, wie jeder Einzelne mit wenigen Mitteln und Einsatz eine deutliche Reduzierung des Plastikmülls erreichen kann. Auch soll ein Erfahrungsaustausch mit anderen Gruppen erfolgen, die dieselben Ziele verfolgen.

Zum ersten Vorstand der Initiative gehören neben Siebert seine beiden Stellvertreter Doris Kübler und Jörg Nawrath, der zugleich Schriftführer ist, sowie Dörthe Klaus als Pressesprecherin. Die sechs Arbeitsgruppen der Initiative haben ihre Arbeit bereits aufgenommen. Sie machen sich Gedanken zu den Themen: Fast Food, Plastikmüll in Landwirtschaft und Landschaft, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen, Plastikspartipps und Tabyc“.

Bei „Tabyc“ handelt es sich um einen Kölner, der Zigarettenkippen sammelt und den Kunststoff darin zu Aschenbechern verarbeitt, die wiederum ausgeliefert werden, um darin Kippen zu sammeln. „Mit ihm könnten wir zusammenarbeiten, aber wir haben dazu noch Fragen“, erklärte Gruppenmitglied Reiner Verspai nach einem ersten Gespräch mit Mario Merella von dem Unternehmen Tobacycle.

Die Gruppe „Fast Food“ nimmt Kontakt mit den Rheinbacher Fast-Foodbetrieben auf, um zu schauen, was in Sachen Plastikmüllvermeidung und Mülleinsammeln in Kooperation mit den entsprechenden Stellen getan werden könne, sagte Pressesprecherin Dörthe Klaus.

Wertvolle Informationen habe die Initiative bei einem Ortstermin auf dem Biohof Bois in Meckenheim gesammelt. Geplant ist ein Informationsbesuch beim Recycling-Unternehmen Hündgen in Swisttal-Ollheim. Lobend wiesen die Aktiven auf die erste konkrete Umsetzung bei Veranstaltungen des Gewerbevereins hin wie beim Streetfood-Festival und beim Weihnachtsmarkt. „Das ist so ein Aha-Effekt zu sehen, was man alles in ein Kohlblatt packen kann“, sagte Raetz. Er schlug vor, in der gerade begonnenen Fastenzeit nicht nur auf Genussmittel zu verzichten, sondern auch „Plastikfasten“ umzusetzen.

Rheinbach ohne Plastikmüll“ trifft sich am letzten Donnerstag eines Monats um 19 Uhr im Haus am Römerkanal, Römerkanal 11. Infos gibt’s bei Doris Kübler per Mail an doris.kuebler@posteo.de