Kommentar zur Weihersanierung : In den Teich gesetzt

Seit sieben Jahren ist die Sanierung der Pilgerpfadsweiher im Rheinbacher Stadtwald beabsichtigt. Nun gerät das 1,6 Millionen Euro teure Projekt schon zum zweiten Mal ins Stocken. Für GA-Redakteur Mario Quadt eine peinliche Prozedur.

Die Pläne zur Sanierung des Pilgerpfadweihers im Rheinbacher Stadtwald liegen schon wieder auf Eis. Sieben Jahre sind ins Land gezogen, seit das Umweltprojekt angeschoben wurde. Aber warum ist es so schwer, das Problem zu lösen und den Teichen mehr Wasser aus dem Eulenbach zukommen zu lassen?

Zunächst kam das Projekt nicht in Fluss, weil die Verwaltung zuerst klären musste, wie das Vorhaben gestrickt sein muss, um dafür in vollem Umfang Fördermittel des Landes zu erhalten. Kopfschütteln löste dann 2016, ein Jahr nach dem Beschluss im zuständigen Ausschuss im gleichen Gremium die Mitteilung aus, dass die Experten des beauftragten Sachverständigenbüros die Pläne modifizieren müssen. Die Planer hatten festgestellt, dass die Topographie des Geländes nicht zu den bisherigen Entwürfen passte. Exakt ein Meter fehlte damals.

Damit nicht genug: Die dann Anfang 2018 überarbeiteten und eingereichten Ausfertigungen des Sachverständigenbüros genügten nicht den Vorgaben der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises zum sogenannten wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren. Somit stehen unterm Strich sieben Jahre auf der Uhr – ohne das Problem mit den Teichen auch  nur ansatzweise zu lösen. Eine peinliche Prozedur.

Auf der anderen Seite stellt sich einmal mehr die Frage, warum es in Deutschland so schwierig ist, sich durch den Dschungel von Genehmigungsverfahren, Paragrafen und Vorgaben zu navigieren. Geht es nicht auch einfacher, schneller, im Sinne der Problemstellung? Eile ist geboten, denn die Dürreperioden der vergangenen Jahre haben das Problem im Stadtwald nur verschärft. Es wäre ein Schaden für die Natur und für alle Erholungssuchenden, wenn das Verfahren noch weiter in den Teich gesetzt wird.