Friedhof Oberweingartenweg: Neue Stätten für die letzte Ruhe

Friedhof Oberweingartenweg : Neue Stätten für die letzte Ruhe

Königswinter kommt der größer werdenden Nachfrage nach anderen Bestattungsformen nach. In wenigen Wochen werden auf dem Friedhof Oberweingartenweg Baumbestattungen möglich sein.

Auch Auswärtige können demnächst in der Stadt ihre letzte Ruhestätte finden.

Dies sind nur zwei Beispiele einer großen Zahl von Veränderungen, die das neue Friedhofskonzept vorsieht. Heute berät der Bau- und Verkehrsausschuss über die umfangreiche Ausarbeitung, an der die Verwaltung lange und intensiv gearbeitet hat. Den Anstoß gab einmal mehr das Thema Geld. Im Jahr 2013 hatte sich der Fehlbetrag im Haushalt auf 130.000 Euro summiert.

Während sich an den laufenden Kosten für die Friedhöfe nicht viel änderte, wurden Bestattungen immer häufiger außerhalb der Stadtgrenzen nachgefragt. Aus der Not machte die Verwaltung eine Tugend. Die neue Satzung, die unmittelbar nach der Ratssitzung am Montag, 23. März, in Kraft treten soll, sieht auch die Bestattung von Verstorbenen ohne Wohnsitz in Königswinter vor. Neu angeboten werden neben Baumbestattungen Urnenrasengräber, Urnengemeinschaftsgräber und exklusive Gräber. Die Asche des Toten kann auch verstreut werden. Auf dem Oberdollendorfer Waldfriedhof ist die Bestattung in einem naturbelassenen Friedhofshain möglich.

Die Bestattung in Urnenrasengräbern und das Verstreuen der Asche der Toten werden unmittelbar nach Inkrafttreten der neuen Satzung, die nach dem Ratsbeschluss nur noch öffentlich bekannt gemacht werden muss, möglich sein. Urnenrasengräber, bei denen die Grabplatten auf einer Rasenfläche liegen, kommen ohne Einfassung aus und sind dadurch preiswerter. Sie gibt es künftig auf den Friedhöfen Eudenbach, Heisterbacherrott, Ittenbach, Niederdollendorf, Oberdollendorf (Waldfriedhof), Oberpleis, Stieldorf und Thomasberg.

Auf dem Friedhof Oberweingartenweg und dem Oberdollendorfer Waldfriedhof kann die Asche des Verstorbenen auf einem mit Rasen eingesäten Urnengrabfeld unterhalb der Grasnarbe verstreut werden. Die Bestattung im Friedhofshain auf dem Waldfriedhof soll ebenfalls direkt nach dem Beschluss möglich sein. Auch die Voraussetzungen für die Baumbestattung auf dem Friedhof Oberweingartenweg sollen schnell geschaffen werden. Hierbei wird die genaue Lage der Urne im Wurzelbereich großer Bäume nicht kenntlich gemacht. Die Namen der Verstorbenen werden auf einer zentralen Stele verewigt.

Die Verwaltung schlägt vor, erst einmal die Akzeptanz bei den Baumbestattungen zu beobachten und diese erst bei entsprechender Nachfrage auch auf den Friedhöfen Eudenbach, Ittenbach, Thomasberg, Stieldorf und Oberpleis zu ermöglichen. Auch das Angebot von exklusiven Grabfeldern, die von Gärtnern betreut werden, kann voraussichtlich erst im kommenden Jahr - zunächst auf den Friedhöfen Ittenbach und Heisterbacherrott - umgesetzt werden. Bei einem Interessenbekundungsverfahren haben sich zwei Gartenbaubetriebe gemeldet und legten ein gemeinsames Konzept vor, das die Verwaltung prüft.

Die Königswinterer Wählerinitiative hat das neue Friedhofskonzept begrüßt. Es entspreche den Wünschen vieler Menschen und auch der Entwicklung der letzten Jahre, teilte ihr Mitglied Alexander Stucke mit. Man habe bereits vor fünf Jahren angeregt, dass zumindest Auswärtige mit einem familiären Bezug in Königswinter begraben werden dürfen und sich auch für Baumbestattungen stark gemacht.

Neue Gebührensatzung

Mit dem neuen Konzept wird auch die Gebührensatzung geändert. Die Gebühr beim Erwerb eines Nutzungsrechts an Familiengräbern für ein Erdwahlgrab für die Dauer von 30 Jahren wird von 2825 Euro auf 2430 Euro gesenkt. Die Kosten für die Urnengrabstelle für die Dauer von 15 Jahren steigen leicht von 1130 Euro auf 1180 Euro. Die neuen Bestattungsformen liegen bei Preisen von 860 Euro für eine Baumgrabstelle für Urnen und bei 790 Euro für ein Urnenhaingrab.

Bei der Überlassung eines Reihengrabes wird für die Erdgrabstelle für die Dauer von 25 Jahren eine Gebühr von 1360 Euro erhoben. Die Urnengrabstelle kostet für die Dauer von zwölf Jahren 790 Euro. Neu ist: Für ein pflegefreies Urnengemeinschaftsgrab werden 990 Euro berechnet. Das Urnenhaingrab kostet ebenso wie die Aschestreuung 790 Euro - jeweils für die Dauer von zwölf Jahren.

Dazu kommen an Beisetzungsgebühren bei Baumbestattung und Urnenhaingrab jeweils 350 Euro und bei der Aschestreuung 180 Euro.

Mehr Beisetzungen

Die Verwaltung erwartet durch die Einführung neuer Bestattungsformen eine deutliche Zunahme der Bestattungen in der Stadt. 2013 gab es in Königswinter 365 Beisetzungen, im vergangenen Jahr waren es 370.

Im laufenden Jahr rechnet die Stadt mit 449 Beisetzungen, von denen rund 50 auf die neuen Angebote Baumbestattung und Bestattung im Friedhofshain entfallen würden. Die Aufwendungen in Höhe von 1,165 Millionen Euro allein in diesem Jahr würden sich daher schnell amortisieren.

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