50. Geburtstag : Nachwuchssorge bei "Swinging Altstadt Königswinter"

50. Geburtstag : Nachwuchssorge bei "Swinging Altstadt Königswinter"

Der Musikcorps „Swinging Altstadt Königswinter“ feiert 50. Geburtstag. Der Verein sucht nach neuen Instrumentalisten.

Sie musizierten nicht. Stattdessen haben die Mitglieder des Musikcorps "Swinging Altstadt Königswinter" auf ihre Vereinsgeschichte zurückgeblickt. Anlass war ein festliches Beisammensein zum 50. Geburtstag der "Swingings", wie sie sich selbst nennen, wobei sie eigentlich schon ein Jahr älter sind: nach der Gründungsversammlung im Dezember 1968 im Hotel Wenzel erfolgte der Eintrag ins Vereinsregister im August 1969. Damals zunächst als "Fanfarencorps Königswinter", seit 1977 mit dem Zusatz "Altstadt" und seit 1984 unter seinem jetzigen Namen.

"Wer hier aufgewachsen ist, der weiß, dass Swingings zur Altstadt dazugehören und ganz, ganz viele Feste mitgestaltet haben, vor allem im Karneval", sagte Bürgermeister Peter Wirtz: "Ihr wart immer eine musikalische Vereinigung, die man ansprechen konnte, wenn Hilfe gebraucht wurde, wenn Auftritte gebraucht wurden. Ihr habt das immer freiwillig und mit großer Bravour gemacht." Umso mehr drücken den Verein die Nachwuchssorgen, denn er spiele auch deshalb an diesem Tag nicht, weil er sich wegen mangelnder Spielstärke derzeit nicht in der Lage sehe, sagte der stellvertretende Vorsitzende Michael Damm. Allerdings befinde man sich in einer Umstrukturierungsphase und werbe verstärkt um Nachwuchs. Einige Kinder seien auch noch zu klein, aber unter den aktuell 13 Aktiven seien seit kurzem auch ein sechsjähriger und ein zehnjähriger Junge.

Suche nach neuen Instrumentalisten

Damit der Verein verstärkt neue Instrumentalisten gewinnen kann, übereichten neben dem Bürgermeister auch Vertreter befreundeter Vereine bei der Feier ihre Beiträge: Willi Sülzen für die "Freunde und Förderer im Veedelszoch Niederdollendorf", Klaus Zinkel und Rolf Bott von der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Königswinter, Heinz Arenz von den Ölbergpiraten und Margret Wichelshoven und Heike Kirchrath von der Karnevalsgesellschaft Fidele Freunde Postalia und dem Festausschusses Altstadt-Karneval Königswinter (FAK).

Auch Auszeichnungen für 50 Jahre Mitgliedschaft standen bei der Feier im Haus Bachem an. Bernd Ingenbleek, Vorsitzender des Kreismusikverbands Bonn Rhein-Sieg und Vizepräsident des Volksmusikbunds Nordrhein-Westfalen, überreichte Ehrenmitglied Manfred Lehn eine Urkunde verbunden mit dem Dank für seinen langjährigen Einsatz als inaktives Mitglied. "In Spitzenjahren hatten wir mehr als 30 aktive Mitglieder", erinnerte sich Lehn. Applaus gab es auch für Jeanette Bitter, seit 50 Jahren aktives Mitglied und seit 35 Jahren Kassiererin, und für Renate Kappel, seit 50 Jahren inaktives Mitglied. Fast 100 inaktive Mitglieder hat der Verein um den Vorsitzenden Karl Nettekoven und Kommandant Jürgen Weber.

Geburtstagsfeier in Blau und Gelb

In den Vereinsfarben Blau und Gelb hatten die "Swingings" zum Jubiläum den Saal geschmückt. Fotos aus den ersten fünf Jahren waren dort ebenso ausgestellt wie die diversen Uniformen, von der Landsknechtuniform bis zum zeitweilig im Sommer von ihnen getragenen Hawaiihemd in Blau und Gelb. Und ein Film vom Karnevalsumzug 1984 flimmerte über die Leinwand. Ihren größten Auftritt hatten damals 28 Aktive des Vereins aber wohl bei ihrem sechstägigen Aufenthalt in New York City: als Teilnehmer der Steuben-Parade, einer der größten Festparaden in den USA, die von deutschstämmigen US-Amerikanern gegründet wurde und mitten durch Manhattan führt. Für viele beim Jubiläumsfest unvergessen geblieben ist auch der jährliche Fanfaren- und Tambourwettstreit, den der Verein von 1970 bis 1988 mit bis zu 40 Gastvereinen auf dem Königswinterer Marktplatz ausrichtete. Bereits 1969 hatte der Verein erste Auftritte im Karneval. Das nächste Mal zu hören ist das Musikcorps "Swinging Altstadt Königswinter" beim Martinsumzug und auf jeden Fall wieder beim Karnevalsumzug.

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