Winzerfest Königswinter: Festumzug wegen Regen ausgefallen

Winzerfestzug durch Altstadt abgesagt : Regen sorgt für Novum bei Winzerfest in Königswinter

Beim Königswinterer Winzerfest gab es am Wochenende ein Novum: Erstmals in der Geschichte musste am Sonntag der große Winzerfestzug durch die Altstadt abgesagt werden. „Kalt und nass zusammen, das hatten wir noch nie“, sagte der enttäuschte Hauptorganisator.

Das hat es noch nie gegeben: Erstmals in der Geschichte des Königswinterer Winzerfestes musste am Sonntag der große Festumzug durch die Altstadt abgesagt werden. Der Grund: Es schüttete wie aus Kübeln, und kalt war es obendrein. Um 11.45 Uhr hatten die Verantwortlichen der Sankt Sebastians Junggesellen Schützenbruderschaft Königswinter 1604, die traditionell Ausrichter des Zuges ist, schweren Herzens das Handy in die Hand genommen, um den Zugteilnehmern die schlechte Nachricht zu überbringen.

"Wir haben uns gesagt, das bringt nichts, sonst sind nachher noch alle krank", so Martin Klant und Danny Kirchrath. Den beiden ehemaligen Vorständen der Junggesellen, die gemeinsam Hauptorganisator Ralf Dehmer unterstützten, stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: "Natürlich hat es in früheren Jahren auch schon mal geregnet, aber dann war es wenigstens warm. Oder es war kalt, aber trocken. So etwas wie heute, kalt und nass zusammen, das hatten wir noch nie."

Enttäuschung beim "Ritter vom Siebengebirge"

Dort, wo sich der Zug eigentlich aufstellen konnte, waren zwischenzeitlich noch einige andere eingetroffen, die die Nachricht zu spät oder noch nicht erhalten hatte. In einer Garageneinfahrt versuchte man das Ganze, mit Galgenhumor zu nehmen: "Es sind Junggesellen da, es sind Ordensritter da, die rollende Weinprobe ist da, fehlt nur noch die Fahne, dann könnte es eigentlich losgehen", unkte Klant. Stattdessen entkorkte Ritter Manfred Maderer die erste Flasche lieber an Ort und Stelle - so blieb immerhin der Wein schön trocken.

Enttäuschung auch bei Wolfgang Wicharz, der als frischgebackener "Ritter vom Siebengebirge" erstmals mit beim Festumzug dabei gewesen wäre. "Es ist mir einfach nicht vergönnt", sagte der neue Ordensritter betrübt. Vor 29 Jahren, als Wicharz Karnevalsprinz in Bockeroth war, war der Rosenmontagszug ebenfalls ins Wasser gefallen - damals allerdings nicht aufgrund des Wetters, sondern wegen des Golfkriegs. Gemeinsam mit Bacchus Peter Giesen und den anderen Ordensrittern verständigte man sich am Sonntag kurzerhand darauf, sich das Wetter in einem Weinlokal schön zu trinken. Die Sankt Sebastianer feierten derweil im Schießkeller, wo am Nachmittag auch der Schülerprinz ausgeschossen wurde. Kleiner Trost für die Schützen: für Montag vermeldete der Wetterdienst Besserung. Der traditionelle Schwenkzug soll also heute wie geplant stattfinden.

Ritterschlag konnte im Trockenen vollzogen werden

Zum Glück hatte Petrus wenigstens bei der Eröffnung des Winzerfestes am Freitagabend ein Einsehen gehabt: zwar war das Wetter auch hier nicht optimal, aber der feierliche Ritterschlag konnte im Trockenen vollzogen werden. "Ein Ritter soll ein hohes Ansehen haben, Freundlichkeit, Höflichkeit, Tapferkeit, Treue, Würde und Wohl erzogen sein. Wolfgang erfüllt all diese Voraussetzungen", sagte Christian Keppler, der als Vorjahresritter die Laudatio auf Wicharz hielt. "Ehrenamtlich ist er fast in jedem Bockerother und Düferother Verein tätig. Im Rat der Stadt Königswinter hat er ebenso Spuren hinterlassen". Und Orden und Ehrenzeichen habe der neue Ritter vom Siebengebirge ohnehin schon viele erhalten, ob als Karnevalsprinz oder Präsident.

Geschlagen wurde Wicharz übrigens ausnahmsweise nicht zum "Ritter vom Siebengebirge", sondern zum "Ritter vom Düwelsarsch". "Die offizielle Grenze des Kirchspiels Stieldorf heißt auch in den Unterlagen des Erzbistums so", so der Bacchus. Bürgermeister Peter Wirtz konnte beim offiziellen Empfang eine große Delegation aus der Partnerstadt North East Lincolnshire, angeführt vom Mayor Terry Walker, begrüßen.

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