Villa Schaaffhausen in Bad Honnef: Denkmal in Rommersdorf ist verkauft

Denkmal in Rommersdorf wechselt den Besitzer : Villa Schaaffhausen in Bad Honnef ist verkauft

Die Villa Schaaffhausen in Bad Honnef ist verkauft worden. Das Denkmal in Rommersdorf wechselt damit erneut den Besitzer. Was über die Pläne der Käufer bekannt ist.

Es ist unbestritten eines der prägendsten Gebäude von ganz Bad Honnef: die Villa Schaaffhausen in Rommersdorf. Gut neun Jahre, nachdem das Aus des dort seit 1984 angesiedelten Familien- und Gesundheitszentrums nicht mehr abzuwenden war, das Erzbistum Köln das Erbbaurecht neu vergab und das Anwesen Jahre später komplett verkaufte, werden die Weichen neu gestellt. Die MBM Immobilien Treuhand GmbH, die das Areal vom Bistum erworben hatte, hat das Areal verkauft. Käufer ist die

Parkensemble Schaaffhausen GmbH und Co. KG, eine hundertprozentige Tochter der Prinz von Preussen Grundbesitz AG (PvP). Das bestätigten die MBM, vertreten durch Mit-Gesellschafter Christian Boettcher, sowie die PvP auf Anfrage des General-Anzeigers. Der Kaufvertrag sei schon beurkundet. An der Planung hingegen ändere sich nichts: Die künftigen Eigner übernähmen die Verpflichtungen aus einem Vertrag mit der Stadt, der unter anderem die Sanierung des Denkmals und die Öffnung des Parks festlegt.

Der PvP AG ist das Gelände wohl bekannt: Bereits 2008 hatte sich die Gesellschaft um das Areal bemüht. Stattdessen erwarb wenig später die in Bad Honnef ansässige MBM der Gesellschafter Boettcher und Johannes Menge das Objekt, zunächst als Erbbaurecht. Eine lange Phase der Planungen begann mit dem Ziel, die denkmalgeschützte Villa zu sanieren und Teile des Grundstückes – schon aus Gründen der Finanzierbarkeit der Denkmal-Sanierung, wie es stets hieß – zu bebauen.

Vor allem die geplante Bebauung sorgte für mächtig Gegenwind. Eine Beeinträchtigung des Denkmals wurde ebenso ins Feld geführt wie die Befürchtung, dass der Ortsteil zusätzlichen Verkehr durch neue Wohnbebauung nicht werde aufnehmen können. Bedenken wegen des Denkmals hatte die MBM zugleich stets entgegengehalten, dass der Landschaftsverband Rheinland, Amt für Denkmalpflege, schon 2012 „zur Erhaltung, Nutzung, Entwicklung und Pflege des Denkmals“ einer zusätzlichen Wohnbebauung zugestimmt habe.

Trotzdem sollte es noch sieben Jahre dauern, bis der Bebauungsplan die Gremien passierte. Erst im Juli dieses Jahres war es soweit. Ab 2014 habe insbesondere Bürgermeister Otto Neuhoff den Fortgang unterstützt, um den weiteren Verfall des Denkmals zu verhindern, so Boettcher. Über die Jahre wurde die Planung zugleich reduziert. Im Ergebnis sollen im hinteren Teil des Areals vier Wohnhäuser entstehen und die Villa saniert werden; die Villa werde privat genutzt, so die PvP. Die Erschließung ist über zwei Einfahrten an der Schaaffhausenstraße geplant. Der Park soll wiederhergestellt und öffentlich werden.

Letzteres ist nur ein Detail des städtebaulichen Vertrages zwischen der Stadt und dem Vorhabenträger. „Die zukünftigen Eigentümer sind in den Durchführungsvertrag mit der Stadt Bad Honnef eingetreten. Insofern obliegen ihnen alle Verpflichtungen aus diesem Vertrag“, so die PvP. Die Vereinbarung sei im Oktober unterzeichnet worden. Fabiano Pinto, Geschäftsbereichsleiter Stadtplanung im Rathaus: „Es sind andere Personen, aber die Spielregeln sind dieselben geblieben.“ Insbesondere gilt dies auch laut PvP für die Bauverpflichtung für die Neubauten, die Sanierungsverpflichtung für die Villa und Herstellung und Öffentlichkeit im Park. Und: „Wir planen keine Änderungen am bestehenden Bebauungsplan.“

„Ein bisschen Wehmut ist schon dabei“, so Boettcher zum GA. Aufgrund einer Erkrankung des Geschäftsführers und Mit-Gesellschafters in der MBM habe man sich gleichwohl entschlossen, zu verkaufen. Boettcher: „Für uns war dies zugleich das wichtigste Projekt und wir hätten es natürlich gerne zu Ende gebracht. Aber die Gesundheit geht vor.“ Die Käufer zeichneten sich zudem „durch eine hohe Expertise im Denkmalschutz und im Wohnungsbau aus“, so Boettcher: „Das ist der Richtige, um das Projekt für Bad Honnef umzusetzen.“

Laut PvP soll der Bauantrag für die Neubauten möglichst noch in diesem Jahr, spätestens im Januar 2020, gestellt werden. Bis Februar seien Pflege- und Fällarbeiten auf der Außenanlage geplant sowie parallel weitere Abstimmungen mit der Denkmalbehörde. Befragt nach dem Stellenwert für Rommersdorf teilte die PvP mit: „Insbesondere die Wiederherstellung der denkmalgeschützten Parkanlage, die durch die Neubaumaßnahme finanziert wird, ist von besonderer Bedeutung für den Ort Rommersdorf“. Auch der Erhalt und die Sanierung des Denkmals seien von großer Bedeutung für den Ort. Wenn alles plangemäß laufe, werde ab Herbst 2020 gebaut und Ende 2022 alles fertig sein.