Gelände in Bad Honnef: Stadtrat billigt Plan für Villa Schaaffhausen

Gelände in Bad Honnef : Stadtrat billigt Plan für Villa Schaaffhausen

Ein mehr als zehnjähriges Verfahren ist abgeschlossen: Der Bad Honnefer Stadtrat hat den Bebauungsplan für das Gelände im Rommersdorf gebilligt. In einem Teil des Areals entstehen Wohnhäuser, die Villa wird saniert.

Ein grüner Maschendrahtzaun versperrt seit geraumer Zeit den Zugang zum Park an der Villa Schaaffhausen. Zu oft hatten sich Unbefugte Zutritt zum Gelände verschafft – nicht etwa, um die Ruhe in dem verwunschenen Park zu genießen, sondern um dort ihren Sondermüll abzuladen oder sich Zutritt zum leer stehenden Gebäude zu verschaffen. Das Gelände dürfte bald weit weniger verwaist sein: Der Stadtrat machte den letzten Schritt, damit im hinteren Teil des Areals Wohnhäuser entstehen können. Die denkmalgeschützte Villa soll zudem in einem Zug saniert werden.

„Damit geht ein mehr als zehnjähriges Verfahren zu Ende. Aber die Sorgfalt hat sich gelohnt“, bewertete Bürgermeister Otto Neuhoff im Stadtrat den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan, der bei zwei Enthaltungen und gegen die Stimmen der FWG das Gremium passierte. Neuhoff dankte Politik und Investoren gleichermaßen, dass man sich „in Schritten aufeinander zubewegt hat“.

In nicht-öffentlicher Sitzung hatte der Stadtrat zunächst den Durchführungsvertrag für das Millionenprojekt gebilligt, der hinunter in die kleinsten Details vieles verbindlich regelt – bis hin zum Erhalt der Römerquelle, die an der Schaaffhausenstraße liegt und von vielen Honnefern gerne angesteuert wird.

Emotionale Debatte

In der Tat hat das Thema eine Vorgeschichte, in der ein langer Atem erforderlich war – für die Investoren, für die Politik und für die Anlieger, die das Thema zugleich teils hoch emotional verfolgt hatten. Auch bei diesem letzten offiziellen Schritt, mit dem sich der Stadtrat sozusagen in die Sommerpause verabschiedete, lagen wieder zahlreiche Stellungnahmen gegen das Projekt vor.

Kritiker wie die Interessengemeinschaft Rommersdorfer Bürger brachten erneut vor, der städtebauliche Charakter gehe durch das Vorhaben verloren, auf das Denkmal werde zu wenig Rücksicht genommen und das Panorama des Siebengebirges werde negativ beeinträchtigt. Immer wieder ins Feld geführt wurde auch die Verkehrssituation im engen Rommersdorf.

Keine Einwände indes gab es unter anderem vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Der Rhein-Sieg-Kreis hatte keine Bedenken wegen des Umwelt- und Naturschutzes, wies jedoch auf die Bedeutung des Brunnens hin. Darüber seien die Investoren laut Stadt in Kenntnis gesetzt.

Die Planung war über die Jahre immer wieder angepasst und reduziert worden. Im Ergebnis sollen im hinteren Teil des Areals vier Wohnhäuser entstehen und die Villa saniert werden. Die Erschließung soll über die Schaaffhausenstraße erfolgen; zwei Zufahrten sind geplant. Der Park soll wiederhergestellt und geöffnet werden.

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