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Unbekannte werfen Rhöndorfer Gipfelkreuz am Siegfriedfelsen ins Tal.

Nach Sachbeschädigung in Rhöndorf : Kreuz am Siegfriedfelsen kann erst im Herbst geborgen werden

Ursprünglich war der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) davon ausgegangen, dass das Gipfelkreuz am Siegfriedfelsen oberhalb von Rhöndorf gestohlen worden war. Jetzt wurde das Metallkreuz unterhalb der Felsnase im Steilhang entdeckt.

Das Rhöndorfer Gipfelkreuz ist wieder da. Es hängt in der Felswand, etwa sechs bis acht Meter südöstlich unter der Spitze des Siegfriedfelsens. Ein aufmerksamer Beobachter hatte seine Entdeckung dem Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) gemeldet. Das Metall-Kreuz, das im Felsen fest verschraubt und mit zwei Stahlseilen gesichert war, hatten Unbekannte vor wenigen Wochen vermutlich mit einer Flex abgebaut und ebenso wie die Spannseile in die Tiefe befördert.

Verein ändert Anzeige auf Sachbeschädigung

Der VVS als Eigentümer war von einem Diebstahl ausgegangen und hatte Anzeige bei der Polizei erstattet. Denn zunächst blieb die Suche im Umfeld des Felsens ergebnislos. Nun also wurde das Kreuz doch noch entdeckt. Der VVS hat die Anzeige auf Sachbeschädigung geändert. „Wir werden das Kreuz Anfang September bergen“, so VVS-Vize Gerhard Müller nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde. Denn am Siegfriedfelsen nistet wie schon seit mehreren Jahren ein Wanderfalke. „Der soll erst in Ruhe seine Brut aufziehen“, so Müller. Außerdem habe dort eine seltene Glattnatter ihr „Revier“.

Problem für die Rhöndorfer: Die Untere Naturschutzbehörde macht sich laut Müller Gedanken, ob das Gipfelkreuz auf dem Siegfriedfelsen überhaupt wieder aufgestellt werden soll. Denn immer wieder sei es Anlass, den Hang zu begehen. Das kleine Plateau liegt aber nicht an einer offiziellen Route des neuen Wegeplans. Auf legalem Weg ist es nicht zu erreichen.

Landschaftsbehörde hat ein Wörtchen mitzureden

„Wir werden abwarten, zu welchem Ergebnis die Untere Naturschutzbehörde kommt. Ich verstehe die Rhöndorfer, die das Kreuz dort wieder haben möchten. Aber es ist andererseits ein Anziehungspunkt und motiviert Leute, in diesen Bereich zu gehen.“ Als VVS-Vize sei er neutral, persönlich aber sei er „dagegen, es wieder an dieser Stelle aufzustellen“. Ob der VVS eine Idee für einen neuen Standort hat? Müller: „Darüber mache ich mir Gedanken, wenn die Behörde uns mitteilt, dass das Gipfelkreuz auf dem Siegfriedfelsen nicht wieder errichtet werden darf.“

Aufgestellt wurde das Gipfelkreuz 1987 aus Anlass des Besuches von Papst Johannes Paul II. auch in Köln und Bonn. Bergsteiger aus Köln errichteten das Kreuz auf dem Siegfriedfelsen. Es trägt das Datum 1. Mai 1987.